Galicien erklärt Martín Códax’ Ausbau für 18,6 Millionen Euro zum Projekt von regionalem Interesse

Das Projekt in Cambados schafft mehr als 47.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche und erhöht die Kapazität des Weinguts in Rías Baixas.

Montag, 5. Oktober 2026

Teilen!

Galicien erklärt Martín Códax’ Ausbau für 18,6 Millionen Euro zum Projekt von regionalem Interesse

Die Regionalregierung Galiciens hat den Ausbau von Bodegas Martín Códax in Cambados am Montag zum Projekt von regionalem Interesse erklärt. Damit unterstützt sie einen Plan, der nach Angaben des Weinguts die Anlagen an die Produktionskapazität seiner Traubenerzeuger anpassen und weiteres Wachstum in einer der wichtigsten Weißweinregionen Spaniens ermöglichen soll.

Das Projekt umfasst Investitionen von rund 18,6 Millionen Euro und erstreckt sich über mehr als 47.000 Quadratmeter auf dem Gelände der Genossenschaft in der Provinz Pontevedra. Das geht aus den Informationen hervor, die nach der Sitzung des Kabinetts der Xunta veröffentlicht wurden. Nach Angaben der Regionalregierung sollen durch die Arbeiten rund 20 neue Arbeitsplätze entstehen und die Betriebskapazität des Weinguts steigen.

Im Mittelpunkt des Ausbaus steht der industrielle Bereich des Betriebs. Geplant sind mehr Lagerfläche im Logistikbereich, eine höhere Kapazität für die Bereitstellung von Fasswein und zusätzliche Räume für die Weinbereitung während der Lese. Dazu kommen weitere Tanks und Verbesserungen an den Anlagen zur Annahme und Pressung der Trauben – zwei Bereiche, die während der jährlichen Anlieferung der Trauben durch die Erzeuger besonders stark beansprucht werden.

Nach Angaben der Behörden sollen die Arbeiten die Infrastruktur des Weinguts an die von seinen Mitgliedern und Partnerbetrieben verarbeiteten Mengen anpassen. Martín Códax ist eine Genossenschaft und einer der bekanntesten Namen in der Herkunftsbezeichnung Rías Baixas, die vor allem für Albariño-Weine bekannt ist. Der größere Standort soll es dem Unternehmen laut Regionalregierung ermöglichen, mehr Trauben zu verarbeiten und die Produktion auszuweiten sowie zugleich die Bedingungen für die mit dem Betrieb verbundenen Erzeuger zu verbessern.

Der Plan umfasst auch einen gewerblichen Bereich und Angebote für Besucher. Das Weingut will seinen Weintourismusbereich vergrößern und erwägt, das Angebot um ein Restaurant zu ergänzen. Außerdem sieht das Projekt zusätzliche Büroflächen und Gemeinschaftsbereiche für die Beschäftigten vor.

Die Regionalregierung stellte den Ausbau als Maßnahme zur wirtschaftlichen Entwicklung des Salnés-Tals dar, in dem das Weingut eng mit dem lokalen Weinbau verbunden ist. Martín Códax zählt nach den von der Xunta vorgelegten Zahlen 332 Weinbauern, die rund 325 Hektar bewirtschaften. Zusätzlich zu den Trauben seiner Mitglieder kauft das Weingut Trauben von rund 135 weiteren Erzeugern und Kooperationspartnern.

Die derzeitige installierte Produktionskapazität liegt bei mehr als 83.400 Hektolitern und soll nach Abschluss des Ausbaus steigen. Der Weinbau des Unternehmens erstreckt sich auf die Gemeinden der Subzone Val do Salnés innerhalb der Herkunftsbezeichnung Rías Baixas. In den vergangenen Jahren war das Unternehmen auch in anderen galicischen Weinregionen tätig, darunter Monterrei und Ribeiro, sowie außerhalb Galiciens in Bierzo.

Mit der Einstufung als Projekt von regionalem Interesse signalisiert die Xunta, dass sie die Investition als bedeutend für die lokale Wirtschaft und den Agrar- und Lebensmittelsektor betrachtet. In Galicien wird diese Einstufung für Vorhaben genutzt, denen aufgrund ihrer wirtschaftlichen, sozialen oder territorialen Auswirkungen besondere Bedeutung beigemessen wird. Nach Angaben der Regionalregierung erfüllt der Plan von Martín Códax diese Kriterien wegen des Investitionsvolumens, des erwarteten Beschäftigungszuwachses und der Rolle, die die Genossenschaft bei der Unterstützung der Weinbauern spielt.

Nach Angaben der Regionalregierung dürfte die höhere Produktionskapazität auch über das Weingut hinaus Wirkung zeigen. Eine größere Verarbeitungs- und Lagerkapazität soll den Kauf zusätzlicher Trauben sowie mehr Arbeit rund um Erntelogistik, Weinbereitung, Abfüllung und damit verbundene Dienstleistungen ermöglichen. Davon würden laut Behörden auch die in die Genossenschaft eingebundenen Erzeuger und diejenigen profitieren, die ihre Trauben auf Grundlage anderer Vereinbarungen liefern.

Die Genehmigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Weingüter in Spanien den Bedarf der landwirtschaftlichen Produktion mit einem stärkeren Engagement in Gastronomie und Tourismus in Einklang bringen. Im Fall von Martín Códax vereint das Projekt beide Ziele: mehr industrielle Kapazität zur Verarbeitung der Trauben und eine bessere Infrastruktur für Besucher, um die Einnahmen aus dem Weintourismus zu steigern. Das im Plan möglicherweise vorgesehene Restaurant gehört zum zweiten Bereich; die Behörden bezeichneten es jedoch als mögliches Angebot und nicht als endgültig bestätigten Bestandteil.

Cambados, der Sitz des Weinguts, zählt zu den bekanntesten Orten in Rías Baixas und ist seit Langem eng mit dem Albariño-Handel verbunden. Martín Códax gehört zu den zentralen genossenschaftlichen Strukturen dieses Systems und verbindet Weinbergsbesitzer mit einem kommerziell ausgerichteten Weingut größeren Maßstabs. Der am Montag genehmigte Ausbau soll dieses Modell stärken und dem Unternehmen mehr Platz für die Lagerung, Verarbeitung und Vermarktung von Wein bei steigender Produktion bieten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn!

Cookies

Wir verwenden Cookies und andere Technologien, um die Website zu betreiben, ihre Nutzung zu analysieren und externe Inhalte anzubieten. Sie können optionale Cookies akzeptieren, ablehnen oder konfigurieren.

Cookie-Richtlinie