10.08.2026

Italiens Winzergenossenschaften belegten in einem neuen weltweiten Ranking des deutschen Fachmagazins Weinwirtschaft die Spitzenplätze: Cantina Terlano in Südtirol wurde zur besten Genossenschaft der Welt gekürt, Cavit aus dem Trentino landete auf Platz zwei.
Die Ergebnisse, veröffentlicht in der Ausgabe 2026 des Magazins, bescherten Italien eine starke Präsenz weit über die beiden Topplätze hinaus. Die französische Genossenschaft Plaimont wurde weltweit Dritte, während ein weiterer Südtiroler Betrieb, Cantina Kurtatsch, Rang fünf belegte. Südtirol, die Alpenprovinz, in der Genossenschaften eine zentrale Rolle in der Weinproduktion spielen, platzierte zudem Cantina Andriano auf Platz 9, Cantina Merano auf Platz 10 und Cantina Bolzano auf Platz 13. Auch Cantina Tramin schaffte es in die globale Top 20 und belegte Platz 20.
Das Ranking unterstreicht den seit Langem guten Ruf der Südtiroler Kellereigenossenschaften, die sich ihren Status durch strenge Traubenselektion, moderne Kellerarbeit und starke Exportmärkte erarbeitet haben. Besonders Terlano ist für Weißweine mit bemerkenswertem Reifepotenzial bekannt geworden, ein Stil, der zur internationalen Profilierung beitrug. In Weinwirtschafts separater Südtirol-Wertung belegte Terlano den ersten Platz, gefolgt von Kurtatsch, Andriano, Merano und Bolzano.
Das Abschneiden von Cavit hatte wegen der Größe und Reichweite des Unternehmens besonderes Gewicht. Die Genossenschaft aus dem Trentino arbeitet mit 5.250 Weinbauern zusammen und bewirtschaftet mehr als 6.000 Hektar Rebfläche, was rund 60 % der Rebfläche der Region entspricht. In Weinwirtschafts Italien-Ranking, das die Publikation separat von Südtirol behandelt, belegte Cavit Platz 1.
Hinter Cavit in der Italien-Liste folgten CVA Canicattì aus Sizilien auf Platz 2 und Cantina Valpolicella Negrar aus Venetien auf Platz 3. CVA Canicattì ist eine der größten Winzergenossenschaften Siziliens, während Negrar eng mit Amarone della Valpolicella und anderen Weinen aus dem Raum Verona verbunden ist. Citra Vini aus den Abruzzen belegte Platz 4, und Cantine Settesoli aus Sizilien wurde Fünfter. Die Weinberge von Settesoli umfassen rund 5.700 Hektar und erstrecken sich von Küstenlagen bei Menfi bis zu Binnengebieten bei Selinunte.
La Guardiense aus dem Sannio-Gebiet in Kampanien belegte im italienischen Ranking Platz 6. Cantina Colli del Soligo, ein traditionsreicher Name in der Prosecco-Zone Conegliano Valdobbiadene, wurde Siebter. Cantine Ermes, das in Gibellina im Westen Siziliens begann und sich über eigene Anlagen und Partnerschaften nach Apulien, Abruzzen, Emilia-Romagna, Venetien, Lombardei und Latium ausgedehnt hat, rangierte auf Platz 8. Cantina Vignaioli del Morellino di Scansano wurde Neunter und spiegelte damit die Rolle der Genossenschaften in der Maremma der Toskana wider, und Cantina Frentana aus den Abruzzen komplettierte die Top 10.
Das breitere Weltranking zeigte auch die Stärke französischer und deutscher Genossenschaften. Alliance de Vignerons Bourgogne Beaujolais belegte Platz vier, Marrenon aus Frankreich wurde Sechster, und Deutschland platzierte mehrere Gruppen unter den Top 20, darunter Weingärtner Cleebronn-Güglingen auf Platz 7, Weinbiet Manufaktur auf Platz 11, Sasbacher Winzerkeller auf Platz 12, Weinmanufaktur Stuttgart auf Platz 14, Lauffener Weingärtner auf Platz 15 und Badischer Winzerkeller auf Platz 17. Frankreich stellte zudem Cave de Tain auf Platz 8, Sieur d’Arques auf Platz 16 und Estandon auf Platz 18. Burkheimer Winzer am Kaiserstuhl aus Deutschland belegte Platz 19.
Das Ergebnis ist bedeutsam, weil Genossenschaften weiterhin ein wichtiger Bestandteil der europäischen Weinproduktion sind, insbesondere in Italien. Branchenangaben, die zusammen mit dem Ranking genannt werden, zufolge entfallen etwa die Hälfte der Weinproduktion in Italien und in ganz Europa auf Genossenschaften. In vielen Regionen sind sie der wichtigste Vermarktungsweg für kleine und mittelgroße Erzeuger, die Trauben liefern, statt Wein unter eigenen Etiketten abzufüllen.
Weinwirtschaft teilte mit, dass der Wettbewerb Weine von 106 Genossenschaften aus aller Welt bewertete und dabei 636 Etiketten aus Kategorien von Einstiegsabfüllungen bis zu Premiumweinen erfasste. Alle Proben wurden von einem unabhängigen Panel aus Weinfachleuten blind verkostet, und zwar nach dem 100-Punkte-System, das in weiten Teilen des Handels Standard ist.
Für die Endwertung kombinierte das Magazin die Punkte der fünf am besten bewerteten Weine jeder Genossenschaft, statt das gesamte Sortiment zu mitteln. Diese Methode begünstigte Produzenten, die an der Spitze durchgehend Qualität zeigen konnten, und zwar in einem Feld, das auch groß angelegte Organisationen mit breiten kommerziellen Sortimenten umfasste.
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