12.06.2026

Die italienischen Weinausfuhren erreichten im ersten Quartal 2026 1,7 Milliarden Euro und lagen damit 8,2% unter dem Vorjahreszeitraum, wie eine auf Istat-Daten basierende Analyse von WineNews zeigt. Die Zahlen bleiben zwar deutlich hinter dem Niveau von 2025 zurück, deuten aber zugleich auf eine klarere Erholung hin als in den ersten beiden Monaten des Jahres.
Das regionale Bild war uneinheitlich, da sich Italiens wichtigste Weinbauregionen unterschiedlich entwickelten. Veneto blieb mit großem Abstand die führende Exportregion des Landes und kam auf Ausfuhren im Wert von 621,4 Millionen Euro, obwohl das Gesamtvolumen gegenüber dem ersten Quartal 2025 um 9,7% sank. Die Region ist die Heimat von Prosecco sowie Valpolicella, Soave und Pinot Grigio delle Venezie und bleibt der wichtigste Motor der italienischen Weinverkäufe im Ausland.
Das Piemont belegte den zweiten Platz und gehörte zu den wenigen Lichtblicken unter den größten Exporteuren. Die Region verzeichnete Exporte in Höhe von 255,2 Millionen Euro, ein Plus von 0,5% gegenüber dem Vorjahr. Zu ihrem Portfolio gehören Barolo, Barbaresco, Barbera d’Asti, Alta Langa, Gavi und Asti; der leichte Zuwachs reichte aus, um im Quartalsranking vor der Toskana zu bleiben.
Die Toskana lag mit Exporten von 251,6 Millionen Euro auf Rang drei, was einem Rückgang von 8,3% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 entspricht. Zum Exportmix der Region zählen Chianti Classico, Bolgheri, Toscana IGT, Chianti, Maremma, Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano und Vernaccia di San Gimignano.
Zusammen kamen Veneto, Piemont und die Toskana auf einen Exportwert von 1,1 Milliarden Euro und standen für 66% der italienischen Weinlieferungen auf den Weltmärkten – ein Anteil, der als stabil beschrieben wird.
Trentino-Südtirol belegte mit 124,5 Millionen Euro den vierten Platz und verzeichnete mit -18,2% einen der stärksten Rückgänge unter den führenden Regionen. Es folgte Emilia-Romagna mit 95,7 Millionen Euro und einem Plus von 2,3%, gestützt durch Weine wie Lambrusco und Sangiovese di Romagna. Die Lombardei kam anschließend auf 72,1 Millionen Euro, ein Minus von 1,3%, mit Exporten aus Appellationen wie Franciacorta und Oltrepò Pavese.
Unter den weiteren bemerkenswerten Entwicklungen legte Apulien um 4,9% auf 61,7 Millionen Euro zu und Friaul-Julisch Venetien stieg um 2,8% auf 56,1 Millionen Euro. Abruzzen verzeichnete einen deutlich stärkeren Rückgang und fiel um 10,9% auf 54,5 Millionen Euro. Sizilien schloss die Top Ten mit Exporten von 37,9 Millionen Euro ab und blieb mit +0,1% praktisch unverändert.
Die Daten sind für die Getränkeindustrie relevant, weil sie zeigen, wie stark Italiens Weinhandel weiterhin auf wenige Regionen konzentriert ist und wie unterschiedlich die Nachfrage je nach Kategorie und Gebiet ausfallen kann. Für Importeure, Distributoren und Einzelhändler in Auslandsmärkten können Verschiebungen in Veneto, Piemont und der Toskana die Beschaffungsplanung, Preisgestaltung und Promotionsstrategien bei Schaum- wie Stillweinen beeinflussen. Die Ergebnisse des ersten Quartals deuten zudem darauf hin, dass einige Regionen wieder an Dynamik gewinnen, während andere weiterhin einer schwächeren internationalen Nachfrage oder einer langsameren Nachbestückung durch Käufer nach einem stärkeren Jahr 2025 ausgesetzt sind.
Die Zahlen sind vorläufig, geben aber einen frühen Einblick darin, wie eines der weltweit größten Weinexportländer nach einem schwächeren Jahresauftakt durch das Jahr 2026 navigiert. Für Produzenten in ganz Italien – insbesondere für jene mit exportstarken Denominationen – werden die kommenden Quartale genau beobachtet werden müssen, um zu sehen, ob sich die nach den ersten beiden Monaten sichtbare Erholung im weiteren Jahresverlauf fortsetzen kann.
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