Studie: Tannin-Extrakte können die Farbstabilität von Wein verbessern

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ihre Wirkung von botanischer Herkunft, Molekülgröße und Extraktionsmethode abhängt

01.06.2026

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Eine neue Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Food Chemistry sagt, dass kondensierte Tannin-Extrakte zu einem immer wichtigeren Werkzeug im Weinbau werden, ihre Wirkung jedoch weiterhin stark davon abhängt, woher sie stammen und wie sie verarbeitet werden.

Die Arbeit untersucht, wie diese Extrakte in der Önologie eingesetzt werden, um Farbstabilität, Mundgefühl und Oxidationsbeständigkeit während Gärung und Reifung zu verbessern. Zudem weist sie darauf hin, dass die Chemie der Extrakte stark variieren kann, selbst wenn sie aus ähnlichen botanischen Quellen stammen, weil Extraktionsmethoden und Pflanzenmaterial die endgültige Zusammensetzung prägen.

Kondensierte Tannine sind Polymere von Flavan-3-olen, Verbindungen, die in Traubenkernen, Traubenschalen und anderen Pflanzen vorkommen. Im Wein tragen sie durch ihre Wechselwirkung mit Proteinen, Pigmenten und anderen Molekülen zur Struktur und Adstringenz bei. Die Übersichtsarbeit sagt, dass diese Wechselwirkungen im Keller nützlich sein können, wo Tannin-Extrakte helfen können, Farbstoffe zu stabilisieren und den Wein vor oxidativen Schäden zu schützen.

Die Autoren sagen, das Feld habe sich weiterentwickelt, doch der Zusammenhang zwischen Tanninstruktur und Funktion sei noch nicht vollständig verstanden. Für Winzer bleibt damit eine praktische Herausforderung: Zwei Extrakte, die auf dem Papier ähnlich aussehen, können sich im Wein je nach botanischer Herkunft, Molekülgröße und Gewinnungsmethode unterschiedlich verhalten.

Die Übersichtsarbeit bündelt Forschung dazu, wie diese Extrakte während der Vinifikation und Reifung eingesetzt werden, einschließlich ihrer Rolle bei der Ausprägung sensorischer Eigenschaften, die Verbraucher im Glas wahrnehmen. Sie verweist außerdem auf laufende Arbeiten zur Verbesserung von Extraktionstechniken, damit Produzenten besser steuern können, wie Tannine nach ihrer Zugabe zum Wein wirken.

Für Weingüter sind die Ergebnisse relevant, weil das Tanninmanagement sowohl die Qualität als auch die Haltbarkeit beeinflussen kann. Die Übersichtsarbeit legt nahe, dass ein besseres wissenschaftliches Verständnis Produzenten dabei helfen könnte, Extrakte präziser auszuwählen, statt sich auf pauschale Annahmen über trauben- oder pflanzenbasierte Tannine zu verlassen.

Die Arbeit erscheint vor dem Hintergrund, dass Winzer weiterhin nach Möglichkeiten suchen, Textur, Farbe und Stabilität zu verfeinern und zugleich unerwünschte Oxidation zu begrenzen. In diesem Zusammenhang bleiben kondensierte Tannin-Extrakte ein vielversprechender, aber weiterhin variabler Bestandteil – einer, dessen Nutzen von sorgfältiger Auswahl und einem klareren Verständnis seiner Chemie abhängt.

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