20.05.2026

Der globale Weinmarkt ist 2025 weiter unter Druck gestartet: Der weltweite Konsum wird laut dem in diesem Monat veröffentlichten Jahresbericht der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) auf 208 Millionen Hektoliter geschätzt, ein Rückgang um 2,7 % gegenüber 2024. Damit setzt sich ein längerfristiger Trend fort, der seit 2018 anhält, als der weltweite Weinkonsum einen stetigen Rückgang begann und seither um 14 % gefallen ist.
Die Vereinigten Staaten blieben 2025 mit einem vorläufigen Verbrauch von 31,9 Millionen Hektolitern beziehungsweise 15,3 % der weltweiten Nachfrage das Land mit dem höchsten Weinkonsum. Frankreich lag mit 22,0 Millionen Hektolitern und einem Anteil von 10,6 % am Weltverbrauch auf Platz zwei, gefolgt von Italien mit 20,2 Millionen Hektolitern und 9,7 %. Deutschland belegte mit 17,8 Millionen Hektolitern beziehungsweise 8,6 % Rang vier, während das Vereinigte Königreich mit 12,3 Millionen Hektolitern und 5,9 % auf Platz fünf kam.
Spanien konsumierte 2025 9,4 Millionen Hektoliter und erreichte damit einen Anteil von 4,5 % am weltweiten Gesamtvolumen. Russland folgte mit 8,0 Millionen Hektolitern beziehungsweise 3,8 %, dahinter lag Argentinien mit 7,5 Millionen Hektolitern oder 3,6 %. Portugal rangierte mit 5,6 Millionen Hektolitern und 2,7 % auf Platz neun, Australien komplettierte die Top Ten mit 5,3 Millionen Hektolitern beziehungsweise 2,5 %.
Die OIV-Daten zeigen zudem, dass die meisten führenden Märkte im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge verzeichneten. Der Konsum in den USA sank um 4,3 %, in Frankreich um 3,2 %, und Italien verzeichnete mit minus 9,4 % einen deutlichen Rückgang. Deutschland lag um 4,3 % niedriger, das Vereinigte Königreich um 2,4 %, Spanien um 5,2 %, Russland um 5,5 % und Argentinien um 2,6 %. Portugal gehörte zu den wenigen großen Märkten mit Wachstum und legte um 5,6 % zu; Australien gab dagegen um 2,2 % nach.
Der Bericht zeigt auch deutlich, wie stark sich der Konsum in einigen großen Märkten in den vergangenen Jahren verändert hat. China, einst einer der größten Weinkonsumenten der Welt, fiel 2025 auf geschätzte 4,8 Millionen Hektoliter zurück – nach 12,4 Millionen im Jahr 2020 – und machte damit nur noch 2,3 % des weltweiten Konsums aus. Brasilien entwickelte sich in die andere Richtung und stieg von 3,1 Millionen Hektolitern im Jahr 2024 auf 4,4 Millionen Hektoliter; das entspricht einem Plus von 41,9 %. Auch Rumänien legte auf 3,5 Millionen Hektoliter zu, während Japan und Österreich moderate Zuwächse verzeichneten.
Die OIV erklärte, ihre Zahlen seien vorläufige Schätzungen auf Basis von Daten nationaler Statistikämter, Fachpresseberichten und weiteren Quellen zur Erfassung von Produktion, Konsum und Handel im Weinsektor.
Für Erzeuger und Exporteure deuten die Zahlen auf einen Markt hin, der trotz insgesamt schwächerer Nachfrage weiterhin auf wenige reife Länder konzentriert bleibt. Allein die fünf größten Verbraucherländer vereinten im Jahr 2025 mehr als die Hälfte des weltweiten Weinkonsums auf sich; die USA und Westeuropa dominierten die globale Nachfrage damit weiter trotz breiter Rückgänge in weiten Teilen der Region.
Der Bericht erscheint vor dem Hintergrund eines Sektors unter Druck durch veränderte Trinkgewohnheiten, wirtschaftliche Unsicherheit und wandelnde Verbraucherpräferenzen in vielen etablierten Märkten – Faktoren, die die Absatzmengen belastet haben, obwohl einige Länder außerhalb Europas in den vergangenen Jahren punktuell Wachstum und Widerstandsfähigkeit gezeigt haben
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