12.05.2026

Die Welthandelsorganisation teilte am Dienstag mit, dass die Vereinigten Staaten die Mitglieder über einen 10-prozentigen Importzuschlag auf Waren aus allen Handelspartnern informiert haben. Washington sagt, die Maßnahme solle schwere Zahlungsbilanzdefizite adressieren und könnte den Druck auf importierten Wein und andere Getränke auf dem US-Markt erhöhen.
Auf einer Sitzung des WTO-Ausschusses für Zahlungsbilanzbeschränkungen in Genf am 5. Mai erörterten die Mitglieder die US-Maßnahme, die nach Angaben der Vereinigten Staaten am 24. Februar in Kraft getreten ist und am 24. Juli auslaufen soll, sofern der Kongress sie nicht verlängert. Der Zuschlag gilt für Importe aller Waren, vorbehaltlich bestimmter Produktausnahmen, und kommt zusätzlich zu den gebundenen Zollsätzen, denen sich die Vereinigten Staaten in ihrem WTO-Konzessionsverzeichnis verpflichtet haben.
Die Vereinigten Staaten teilten dem Ausschuss mit, dass sie bereit seien, Konsultationen nach WTO-Regeln aufzunehmen, und baten darum, diese im kommenden Monat abzuhalten. Die WTO-Mitglieder begrüßten die Notifizierung und Washingtons Bereitschaft zu Konsultationen, äußerten zugleich aber Bedenken hinsichtlich der Notwendigkeit der Maßnahme und ihrer Auswirkungen auf den Welthandel.
Für Weinimporteure, -distributoren und -händler in den Vereinigten Staaten könnte der Zuschlag die Einstandskosten für ein breites Produktspektrum erhöhen, darunter Flaschen aus Europa, Südamerika und anderen wichtigen Exportregionen. Das könnte die Margen unter Druck setzen, Preiserhöhungen erzwingen oder Käufer dazu veranlassen, ihre Beschaffungs- und Lagerpläne anzupassen, falls die Maßnahme bestehen bleibt.
Die WTO erklärte, die Mitglieder hätten darauf hingewiesen, dass Zahlungsbilanzbeschränkungen unter dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen von 1994 nur unter begrenzten Umständen zulässig seien; zugleich verwiesen sie auf die Rolle des Internationalen Währungsfonds bei der Prüfung solcher Fälle. Nach WTO-Regeln sollten Konsultationen innerhalb von vier Monaten nach Annahme der Maßnahme stattfinden.
Die Vereinigten Staaten meldeten die Zahlungsbilanzmaßnahme der WTO am 20. März. Der Ausschuss erklärte, er werde die Gespräche mit den Mitgliedern im Rahmen des Konsultationsprozesses fortsetzen.
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