07.05.2026
Der Südtiroler Weinverband treibt eine seit Langem geplante Strategie voran, die auf einen neuen Sitz, eine stärkere Ausrichtung auf den Weintourismus und die Erschließung neuer Exportmärkte setzt. An der Spitze der Organisation bleibt Andreas Kofler für weitere drei Jahre Präsident.
Der Vorstand des Consorzio Südtirol Wein bestätigte Kofler, den Vorsitzenden der Kellerei Kurtatsch, nachdem die jüngste Generalversammlung des Verbands einen neuen Vorstand gewählt hatte. Das 2007 gegründete Konsortium fungiert als Dachorganisation der wichtigsten Verbände und Institutionen im Südtiroler Weinsektor. Es schützt die DOC-Bezeichnungen der Region, bewirbt die Marke Südtirol Wein, entwickelt Marketingaktivitäten auf den Weltmärkten und bietet seinen Mitgliedern Dienstleistungen an.
Dem neuen Vorstand gehören Klaus Pardatscher, Georg Eyrl, Philipp Plattner und Oscar Lorandi für die Genossenschaften an; Ivan Giovanett, Christof Tiefenbrunner und Manfred Bernard für die Kellereien; sowie Magdalena Pratzner und Florian Brigl für die unabhängigen Winzer. Giovanett von der Kellerei Castelfeder wurde zum Vizepräsidenten ernannt.
Kofler sagte, die Ausrichtung des Konsortiums bleibe auf hohe Qualität und eine enge Verbindung zwischen den Weinen und ihrem Terroir fokussiert. Als deutlichstes Zeichen dieses Ansatzes verwies er auf die Anerkennung von 86 Weinbergslagen, die nun als zusätzliche geografische Angaben auf den Etiketten erscheinen dürfen.
Eines der derzeit größten Projekte ist die Einrichtung des Hauses des Weins in einem historischen Anbau von Schloss Maretsch in Bozen. Kofler sagte, nach fast 20 Jahren Vorbereitung habe die Gruppe alle bürokratischen Hürden genommen, und die Bauarbeiten kämen voran. Wenn alles im Zeitplan bleibe, könne das Konsortium noch in diesem Jahr in seinen neuen Sitz einziehen.
Der neue Standort werde Südtirol Wein endlich ein Zuhause geben, das seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rolle entspreche, sagte er. Zudem könne die Organisation Südtiroler Wein dort wirkungsvoller präsentieren und den Mitarbeitern einen modernen Arbeitsplatz bieten.
Eine zweite Priorität ist der Ausbau des Weintourismus in Südtirol. Kofler sagte, die Region habe ihr Potenzial in diesem Bereich unterschätzt. Ziel sei es, das Angebot auszubauen, zu vernetzen und zu professionalisieren, um mehr Besucher anzuziehen – insbesondere in der Nebensaison und außerhalb der wichtigsten Touristenzentren.
Langfristig sollte Südtirol als Weintourismus-Destination mit Regionen wie Burgund, dem Piemont, der Toskana und dem Napa Valley konkurrieren können.
Über diese beiden Projekte hinaus werde das Konsortium seine Nachhaltigkeitszertifizierung SQNPI weiterentwickeln und die internationale Ansprache intensivieren, sagte Kofler. Als Zielmärkte nannte er Südamerika, insbesondere Brasilien, sowie Osteuropa, vor allem Polen.
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