06.05.2026

Der Markt für Feine-Wein-Auktionen ist 2025 weiter gewachsen, obwohl der weltweite Alkoholkonsum insgesamt nachließ, wie aus dem jährlichen Barometer von iDealwine hervorgeht, das Online-Auktionen und die breitere Sammlernachfrage erfasst. Das in Paris ansässige Auktionshaus teilte mit, im vergangenen Jahr mehr als 300.000 Flaschen verkauft zu haben, ein Plus von 18,5% gegenüber 2024. Der Gesamtumsatz stieg um 9% auf 42,4 Millionen Euro. Der durchschnittliche Preis pro Flasche sank um 8% auf 137 Euro – ein Zeichen dafür, dass Käufer zwar mehr Wein erwarben, aber zu niedrigeren Durchschnittspreisen.
Der Bericht zeichnet das Bild eines Marktes, der weiterhin aktiv ist, sich aber selektiver zeigt. Burgund blieb die wertmäßig wichtigste Region bei Auktionserlösen und kam auf 41,3% des Gesamtwerts, während Bordeaux mit 34% nach Volumen führte. Der durchschnittliche Flaschenpreis in Burgund lag bei 212 Euro und damit 15% unter dem Vorjahreswert. Die Rhône behauptete sowohl nach Wert als auch nach Volumen den dritten Platz, gestützt von der Nachfrage nach jüngeren Jahrgängen und Produzenten wie Emmanuel Reynaud, dessen Weine in großer Zahl verkauft wurden und mehr als eine Million Euro einbrachten.
Domaine de la Romanée-Conti war insgesamt der meistgehandelte Produzent; verkauft wurden 514.000 Flaschen für 1,9 Millionen Euro. Das teuerste einzelne Los war ein Jeroboam Petrus 2010 aus Bordeaux, der für 27.043 Euro den Besitzer wechselte. Die teuerste Einzelflasche war ein Musigny Grand Cru 2006 von Domaine Leroy, der 25.416 Euro erzielte.
Italien spielte im Auktionsmarkt weiter eine größere Rolle. Italienische Weine machten 2025 51% der außerhalb Frankreichs versteigerten Weine aus; verkauft wurden mehr als 10.000 Flaschen, ein Plus von 33%, bei einem Gesamtwert von knapp einer Million Euro, was einem Anstieg von 37% entspricht. Der Durchschnittspreis italienischer Flaschen stieg um 2% auf 96 Euro. Die teuerste italienische Flasche war ein Sassicaia 1985 von Tenuta San Guido, der für 2.629 Euro verkauft wurde.
Innerhalb Italiens blieb das Piemont nach Volumen die dominierende Region und stand für 60% der verkauften Flaschen, während die Toskana auf 21% kam. Rotweine dominierten den italienischen Auktionsmarkt weiterhin deutlich und machten 95% des Volumens sowie 97% des Gesamtwerts aus. Auch ältere Jahrgänge blieben wichtig: 41% der verkauften italienischen Flaschen waren älter als 20 Jahre, während 24% aus dem Zeitraum 2006 bis 2015 stammten.
Im breiteren Markt führten Rotweine die Sammlernachfrage weiterhin an und standen für 72% des gehandelten Volumens sowie 71,4% des Werts. Weißweine gewannen weiter an Boden und erreichten 2025 einen Anteil von 20% am Volumen. Das Interesse an älteren Jahrgängen ließ insgesamt etwas nach: Zwar waren 55% der verkauften Weine älter als zehn Jahre, doch diese Kategorie ging gegenüber 2024 um 14% zurück – ein Hinweis darauf, dass Käufer eher zu jüngeren Veröffentlichungen tendierten.
Auch Bio- und biodynamische Weine stießen auf reges Interesse. Sie machten bei den von iDealwine erfassten Auktionen 30% des Volumens und 36% des Werts aus. Champagner belegte beim Wert Rang vier und beim Volumen Rang fünf; die Verkäufe stiegen um 21%, der Durchschnittspreis lag bei 201 Euro und damit um 16% höher. Auch das Jura schnitt weiterhin gut ab und legte beim Volumen um 10% und beim Wert um 7% zu.
Der Bericht zeigt zudem, dass sich die Nachfrage über die traditionellen Spitzenregionen hinaus verbreitet. Burgund, Bordeaux und die Rhône standen zusammen zwar weiterhin für 72% des gesamten Verkaufswerts, ihr Anteil am Volumen ist jedoch in den vergangenen zehn Jahren um rund zehn Prozentpunkte gesunken, da Sammler verstärkt Regionen wie Jura, Loire, Beaujolais, Elsass und Korsika beachten.
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