29.04.2026

Pernod Ricard erwägt einem Bloomberg-Bericht von dieser Woche zufolge einen möglichen Börsengang seines Indien-Geschäfts. Demnach hat der französische Spirituosenkonzern Berater hinzugezogen, während er eine Notierung in einem der am schnellsten wachsenden Alkoholmärkte der Welt prüft.
Laut dem Bericht arbeitet Pernod Ricard bei dem möglichen Angebot mit Goldman Sachs Group und der Kanzlei Cyril Amarchand Mangaldas zusammen. Auf die Anfrage zu dem Bericht hin bestritt Pernod Ricard nicht, Optionen zu prüfen, erklärte jedoch, das Unternehmen „bewertet und prüft regelmäßig seine strategischen Möglichkeiten und lotet kontinuierlich Optionen aus, um Wert für seine Aktionäre zu schaffen, einschließlich der Optimierung seiner Kapitalstruktur“. Zudem fügte das Unternehmen hinzu, dass „noch keine Entscheidung über eine bestimmte Maßnahme oder im Zusammenhang mit einer dieser Optionen getroffen wurde“.
Der mögliche Börsengang kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Indien für die Wachstumsstrategie von Pernod Ricard immer wichtiger geworden ist. In den jüngsten Quartalszahlen des Unternehmens stiegen die Umsätze in Indien im dritten Quartal um 6 % und in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bis März 2026 um 11 %, obwohl der organische Gesamtumsatz nur um 0,1 % auf 1,94 Milliarden Euro beziehungsweise 2,28 Milliarden US-Dollar zulegte. Pernod erklärte, das Wachstum in Indien sei von lokalen Marken, insbesondere Blenders Pride, sowie von der Einführung seiner Spirituosenreihe Seagram’s Xclamation getragen worden.
Das Unternehmen hat sein Portfolio in Indien bereits neu ausgerichtet. Im Dezember 2025 verkaufte Pernod Ricard seinen indischen Whisky Imperial Blue in einem mit 412,6 Millionen Euro beziehungsweise 485 Millionen US-Dollar bewerteten Deal an Tilaknagar Industries. Damals bezeichnete Vorstandschef Alexandre Ricard den Verkauf als strategischen Schritt, um sich in Indien und anderswo auf profitablere und schneller wachsende Marken zu konzentrieren.
Royal Stag, eines der wichtigsten indischen Whisky-Labels von Pernod Ricard, war 2024 laut dem Bericht The Brand Champions 2025 die zweitmeistverkaufte indische Whisky-Marke des Landes. Die Marke setzte in diesem Jahr 31 Millionen Kisten ab, ein Plus von 11,1 % gegenüber 2023. Blenders Pride belegte mit 10,1 Millionen Kisten Rang fünf und legte um 5 % zu.
Der mögliche Börsengang käme zu einem Zeitpunkt, an dem Pernod Ricard auch mit Brown-Forman, dem US-Unternehmen hinter Jack Daniel’s, über das verhandelt, was beide Seiten als „Merger of Equals“ bezeichnet haben.
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