16.04.2026
Der italienische Markt für entalkoholisierte Weine dürfte sich 2026 deutlich ausweiten: Die Produktion soll um 90 % steigen, da die Erzeuger nach Jahren rechtlicher Unsicherheit mehr No-Lo-Weine auf den Markt bringen wollen, wie aus einer auf der Vinitaly in Verona vorgestellten Studie des Uiv-Vinitaly-Observatoriums hervorgeht.
Der Bericht, der am letzten Messetag auf dem Gelände von Veronafiere diskutiert wurde, sagte, die italienische Branche steige später in das Segment ein als Wettbewerber in Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten, wo alkoholfreie und alkoholreduzierte Weine bereits einen gemeinsamen Einzelhandelswert von etwas mehr als 1,2 Milliarden Euro erreichen und rund 160 Millionen verkaufte Flaschen ausmachen. In Italien steht die Kategorie noch für etwa 2,5 % des Marktes, doch Produzenten und Branchenverbände erwarten ein schnelleres Wachstum, sobald die heimische Produktion hochgefahren wird und Unternehmen in eigene Anlagen investieren.
Das Observatorium teilte mit, dass bei italienischen Unternehmen, die entalkoholisierte Weine herstellen oder dies vorbereiten, im Jahr 2026 91 % der Produktion auf den Export entfallen sollen, während der Einzelhandel mit 77 % der wichtigste Vertriebskanal bleiben wird. Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen sagte, sie plane den Produktionsstart in Italien. Angeführt wird die Kategorie weiterhin von alkoholfreien Weinen, die 54 % der Listungen ausmachen, während Getränke, die als weinbasierte Drinks beschrieben werden, von 3 % im Jahr 2025 auf derzeit 27 % gestiegen sind.
Die Teilnehmer der Runde betonten, dass die Qualität darüber entscheiden werde, ob italienische Produzenten auf den umkämpften Auslandsmärkten bestehen können. Fedele Angelillo von Mack & Schühle Italia sagte, viele Produkte in den Regalen im Ausland lägen qualitativ noch immer unter dem Niveau und einige Getränke mit alkoholfreien oder alkoholarmen Zutaten würden als entalkoholisierter Wein verkauft, was Verbraucher verwirre. Sein Unternehmen habe in Apulien in eine Anlage mit einer Kapazität von 8 Millionen Flaschen investiert und arbeite weiterhin an den Genehmigungsfragen.
Alessio del Savio, Geschäftsführer und technischer Direktor bei Mionetto, sagte, die Nachfrage sei in Deutschland, den englischsprachigen Märkten und Polen am stärksten. Alkoholfreie Produkte zögen tendenziell Verbraucher an, die sich von traditionellen Weintrinkern unterscheiden und einige von ihnen möglicherweise später an die Weinkategorie heranführen könnten. Massimo Romani, Geschäftsführer von Argea, sagte, der US-Markt bleibe wichtig, sei aber wegen seiner langen Vertriebskette und regulatorischen Anforderungen komplex. Er wies darauf hin, dass Produzenten, die alkoholreduzierte Weine mit unter 6 Grad in die Vereinigten Staaten exportieren, eine Genehmigung der Food and Drug Administration benötigen.
Die Debatte drehte sich auch um Kennzeichnung und Identität. Die Produzenten wünschen sich Etiketten, die den italienischen Ursprung und möglichst auch italienische Rebsorten hervorheben. Paolo Castelletti, Generalsekretär der Unione Italiana Vini, sagte, die derzeitigen europäischen Regeln erlaubten entalkoholisierte Weine mit geografischen Angaben wie Igt, Doc und Docg; das italienische Weingesetz müsse jedoch geändert werden, um dies auch im Inland zu ermöglichen. Zudem begrenzten die bestehenden Vorschriften Rebsortennamen auf Etiketten weitgehend auf sieben internationale Sorten, die für generische Weine zugelassen seien.
In Restaurants bleibt die Verbreitung begrenzt. Chefköchin Cristina Bowerman sagte, sie habe vor Jahren im Glass Hostaria in Rom begonnen, alkoholfreie Cocktails anzubieten, und später eine kleine Auswahl entalkoholisierter Weine ergänzt; zunächst sei jedoch die Qualität ein Problem gewesen. Seit der Pandemie sei die Nachfrage stark gestiegen, und Gäste fragten inzwischen regelmäßig nach diesen Getränken. Bowerman argumentierte, alkoholfreie und alkoholreduzierte Weine sollten als Teil des Weinservices behandelt werden und nicht als separate Neuheit.
Die Daten des Observatoriums zeigten zudem ein uneinheitliches Wachstum des Verbraucherinteresses je nach Markt. In Großbritannien und den Vereinigten Staaten schneiden alkoholfreie Schaumweine besser ab als andere Kategorien, während alkoholreduzierte Produkte in einigen Segmenten schwächer geworden sind. Gesundheit bleibt der Hauptgrund für die Wahl dieser Getränke, doch mit der Verbesserung der Produkte gewinnt Qualität an Bedeutung. Dennoch bleibt der Geschmack für 25 % der potenziellen Käufer ein Hindernis.
Der Bericht stellte außerdem fest, dass sich die Kategorie außerhalb des Hauses in Italien bislang nicht breit durchgesetzt hat: 71 % der befragten Restaurants erklärten, kein Interesse daran zu haben, entalkoholisierte Weine auf ihre Karte zu setzen; nur 3 % sagten hingegen, sie böten sie bereits erfolgreich an.
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