20.01.2026

Indien entwickelt sich zu einer neuen Drehscheibe für den Weinkonsum und -vertrieb in Asien und zieht zunehmend die Aufmerksamkeit europäischer Exporteure auf sich. Der Weinmarkt des Landes befindet sich in einem strukturellen Wandel und wird Prognosen zufolge bis 2028 einen Verbrauchswert von 520 Millionen US-Dollar überschreiten. Dieses Wachstum wird durch eine wachsende Mittelschicht und das steigende Interesse der wichtigsten Exportländer, insbesondere Italiens und anderer europäischer Länder, angetrieben. Da sich Indien als wichtiges Ziel für Handelsdiplomatie und regionale Umverteilung positioniert, beobachtet der Sektor aufmerksam die bevorstehenden Handelsverhandlungen, die den Markt weiter öffnen könnten.
Jüngste Daten des Uiv-Vinitaly Wine Observatory und der Analysegruppe IWSR zeigen, dass der derzeitige Weinkonsum in Indien bereits 415 Millionen Dollar übersteigt. Zwar ist das Segment der importierten Weine mit rund 30,5 Millionen Dollar noch relativ klein, doch sehen die Analysten ein erhebliches Wachstumspotenzial. Wenn sich die derzeitigen Nachfragetrends zwischen 2026 und 2034 fortsetzen, könnte der gesamte indische Weinmarkt einen Wert von fast 1 Milliarde Dollar erreichen.
Italien hat unter den europäischen Exporteuren nach Indien eine führende Rolle eingenommen und verzeichnete einen Umsatzanstieg von 14 %, der über dem allgemeinen Marktdurchschnitt lag. Italien ist nun der viertgrößte Weinlieferant nach Indien, nach Australien, Frankreich und Singapur. Um ihre Position zu stärken, haben italienische Organisationen wie Veronafiere und die Italienische Handelsagentur (ITA) koordinierte Anstrengungen unternommen. Im Januar organisierten sie die Vinitaly India Roadshow, bei der 30 italienische Weingüter an Veranstaltungen in Neu-Delhi und Goa teilnahmen. Dazu gehörten Business-to-Business-Verkostungen, Schulungen für Fachleute aus dem Gastgewerbe, Treffen mit Importeuren und ein offizielles Abendessen in der italienischen Botschaft in Neu-Delhi. Lokale Akteure wurden auch zur Vinitaly in Verona im kommenden April eingeladen.
Die Zukunft der europäischen Weinexporte nach Indien hängt stark von der Entwicklung der Rechtsvorschriften ab. Der Sektor wartet auf das Ergebnis eines für den 27. Januar anberaumten Gipfeltreffens, auf dem die Europäische Union und Indien ein mögliches Freihandelsabkommen erörtern werden. Ein solches Abkommen könnte Zölle und technische Hindernisse abbauen, die derzeit den Marktzugang beschränken.
Trotz der guten Wachstumsaussichten warnen Experten davor, dass mehrere strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben. Hohe Steuern machen importierte Weine für indische Verbraucher teuer. Die Komplexität der Vorschriften, die sich aus den Regelungen auf Ebene der Bundesstaaten ergibt, stellt eine weitere Schwierigkeit für ausländische Erzeuger dar. Außerdem muss in Bildung und Markenbildung investiert werden, um bei den indischen Verbrauchern eine stärkere Weinkultur zu etablieren.
Internationale Marken streben nicht nur Direktverkäufe an, sondern wollen Indien auch als effizientes Reexportzentrum für andere südasiatische Märkte positionieren. Es besteht die Hoffnung, dass verbesserte Handelsbedingungen diesen Prozess beschleunigen werden.
Branchenbeobachter gehen davon aus, dass europäische Weine in den kommenden Jahren einen viel größeren Anteil am indischen Markt gewinnen könnten, wenn die Verhandlungen zwischen der EU und Indien erfolgreich verlaufen. Für den Moment dient Italiens proaktiver Ansatz als Modell für andere Exporteure, die einen der am schnellsten wachsenden Weinmärkte Asiens erschließen wollen.
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