Absatz von Burgunder-Rotwein sinkt weiter

12.05.2026

Weiße Weine gewannen in der Region an Boden, doch Bulk-Transaktionen gingen deutlich zurück und die Preise gaben in wichtigen Appellationen nach.

Offizielle Daten aus Bourgogne-Franche-Comté zeigen, dass der Weinmarkt der Region im März gespalten blieb: Weißweine legten weiter zu, während Rotweine weiter an Boden verloren und die Bulk-Transaktionen deutlich zurückgingen.

In seinem am 11. Mai veröffentlichten monatlichen Agrarbericht teilte das Regionalbüro des französischen Landwirtschaftsministeriums mit, dass die Wetterbedingungen die Reben in ganz Burgund rasch voranbringen, bei Temperaturen oft über dem saisonalen Durchschnitt. Der Bericht erklärte, die Vegetationsperiode 2026 verlaufe früh und liege nahe bei 2020, einem der frühesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. In einigen Parzellen im Yonne hatten die Reben vier bis fünf entfaltete Blätter erreicht, während in Teilen von Côte-d’Or und Saône-et-Loire die fortgeschrittensten Lagen bereits neun bis zwölf Blätter aufwiesen. Die Pflanzengesundheit wurde als zufriedenstellend beschrieben.

Das kräftigere Wachstum der Reben schlug sich nicht in einem stärkeren Markt für Rotwein nieder. Über die zwölf Monate bis Ende März stiegen die Verkäufe von Burgunder-Weißweinen ohne Crémant um 2,9 %, gestützt von regionalen Appellationen. Die Rotweinverkäufe setzten ihren Rückgang fort, vor allem bei Village- und Premier-Cru-Weinen, die laut Angaben des Burgundy Wine Board und Demat’vin um 7,5 % zurückgingen.

Der Bericht zeigte zudem, dass die Bulk-Weintransaktionen zwischen Erzeugern und Handel in Burgund im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 36 % einbrachen, nach einem schwachen Februar. Besonders stark betroffen waren Rotweine. Nur im November 2025 war es in der laufenden Kampagne zu einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr gekommen. Der Mengenrückgang ging mit niedrigeren Preisen in mehreren wichtigen Appellationen einher. Chablis verlor 5 %, Bourgogne blanc 7 %, Mâcon-Villages blanc 3 %, Gevrey-Chambertin 6 % und Mercurey rouge 7 %. Die Preise für Village-Appellationen in der Côte de Beaune blieben stabil.

Die Schwäche bei Rotwein kam zu einer Zeit, in der sich die Exporte vergleichsweise robust hielten. Über die zwölf Monate bis Februar stiegen die Burgunder-Weinexporte mengenmäßig um 3 %, gaben wertmäßig jedoch um 1,7 % nach. Weißweine trieben das Wachstum weiter an, mit Ausnahme von Village- und Premier-Cru-Weinen aus dem Mâconnais. Bei den Rotweinen verzeichneten nur Grand-Cru-Weine aus der Côte-d’Or Zuwächse. Laut Bericht half die Nachfrage aus Großbritannien, Kanada, der Schweiz und Schweden dabei, kommerzielle Schwierigkeiten in den Vereinigten Staaten auszugleichen.

Das breitere Agrarbild in der Region war gemischt. Trockene Böden beeinträchtigten die im Winter und Frühjahr ausgesäten Kulturen, zugleich begrenzte der Wassermangel aber auch den Krankheitsdruck. Beim Winterweizen hatte das Ährenschieben in ganz Burgund und Haute-Saône begonnen. Die Bestände waren insgesamt in ordentlichem Zustand, aber uneinheitlich; es gab Anzeichen von Wasserstress und ein gewisses Ertragsrisiko, falls Landwirte auf eine dritte Stickstoffgabe verzichteten. Wintergerste befand sich in frühen Lagen bereits im Ährenschieben oder in der Blüte.

Auch die Sommerkulturen standen wegen der Trockenheit unter Druck. Die Maisfläche lag 11 % unter dem Niveau von 2025, aber noch leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt; die Aussaat war nahezu abgeschlossen und 57 % des Maises waren aufgelaufen. Die Sonnenblumenfläche stieg gegenüber dem Vorjahr um 12 %, die Sojafläche um 3 %. Zuckerrübenbestände reichten von zwei bis acht Blättern, mussten aber teils nach Frost und schweren Schäden durch Erdflöhe neu ausgesät werden.

An den Rohstoffmärkten brachte der April starke Ausschläge infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und wetterbedingter Sorgen. Weizen ab Rouen lag im Durchschnitt bei 188 Euro je Tonne, 7 Euro weniger als im März. Braugerste hielt sich bei rund 190 Euro je Tonne. Raps ab Moselle stieg auf 523 Euro je Tonne und damit um 8 Euro gegenüber dem Vormonat, nach volatilen Handelsbewegungen infolge schwankender Ölpreise und der Nachfrage nach Biokraftstoffen.

Im Milchsektor zeigte sich ein anderes Bild. Die Milchanlieferungen in Bourgogne-Franche-Comté stiegen im Februar gegenüber dem Vorjahr um 8 %, wobei konventionelle Milch um 10 % und AOP-Milch aus dem Massif du Jura um 6,5 % zulegten. Doch die Preise gaben weiter nach. Konventionelle Milch lag in der Region im Februar im Schnitt bei 477 Euro je 1.000 Liter, mehr als 4 % unter dem Vorjahreswert und wieder nahe dem Niveau von vor zwei Jahren – obwohl die Produktionskosten hoch blieben.

Laut Bericht verlangsamte sich die Comté-Produktion, da sich die Erzeuger an die vom Branchenverband vorgegebenen Angebotsbegrenzungen hielten, während die Morbier-Produktion um mehr als 40 % sprang, weil ein Teil der AOP-Milch dorthin umgeleitet wurde. Für Mont d’Or wird erwartet, dass die Produktion in dieser Saison erstmals seit vier Jahren wieder über 6.000 Tonnen steigt.