Italien genehmigt ersten Einkommensstabilisierungsfonds für Weinbauern in Trentino

22.06.2026

Das durch die GAP gestützte Programm ermöglicht Mitgliedern Hilfen zu beantragen, wenn Einkommensrückgänge 20 % übersteigen, und deckt bis zu 70 % der Verluste ab

Italien hat einen neuen Krisenfonds für Weinbauern in Trentino genehmigt und damit nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums den ersten ausschließlich dem Weinsektor gewidmeten Einkommensstabilisierungsmechanismus des Landes geschaffen.

Die Maßnahme mit dem Namen „1st Uva Fund“ wird von der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union unterstützt und von Consorzio Difesa Produttori Agricoli Co.Di.Pr.A, kurz Codipra, in Trient verwaltet. Der Fonds wurde erstmals im April angekündigt und hat nun die endgültige Genehmigung von Italiens Landwirtschaftsminister erhalten.

Im Rahmen des Programms können Erzeuger, die dem Mutualfonds beitreten, eine Entschädigung beantragen, wenn ihr Einkommen im Vergleich zu ihrem durchschnittlichen Betriebseinkommen um mehr als 20 % sinkt. In diesen Fällen kann der Fonds nach Angaben des Ministeriums und von Codipra bis zu 70 % des Verlusts abdecken.

Die Finanzierungsstruktur stützt sich auf GAP-Mittel. Für jeweils 3 € der Mitgliedsunternehmen kann die Europäische Union bis zu 7 € beitragen, teilten die Organisationen mit. Der Fonds soll Weinbauern helfen, die mit starken Einkommensrückgängen infolge von Marktkrisen, Preisschwankungen oder allgemein ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen konfrontiert sind.

Codipra erklärte, die Maßnahme reagiere auf die in den vergangenen Jahren zunehmende Instabilität für Weinproduzenten, darunter höhere Energiekosten, steigende Kosten für technische Betriebsmittel, Schwankungen bei Trauben- und Weinpreisen sowie komplexere internationale Marktbedingungen.

Giovanni Menapace, Präsident von Codipra, sagte gegenüber Gambero Rosso, das neue Instrument werde „ein grundlegendes Element für die Resilienz und Stabilität der Weingüter in Trentino“ sein. Als der Fonds im April erstmals vorgestellt wurde, bezeichnete er ihn als einen „Paradigmenwechsel“ beim wirtschaftlichen Schutz von Weinunternehmen und sagte, er werde andere bestehende Instrumente ergänzen, darunter einen auf Pflanzenkrankheiten ausgerichteten Mutualfonds.

Menapace sagte damals außerdem, der Weinsektor erhalte damit ein Instrument, das nicht nur auf klimabedingte Ereignisse, sondern auch auf systemische Krisen reagieren solle.

Der Schritt könnte über Trentino hinaus Bedeutung haben. Da Weinproduzenten in ganz Europa mit schwächerer Nachfrage, Preisdruck und volatilen Kosten konfrontiert sind, könnte Italiens erster durch die GAP gestützter Einkommensstabilisierungsfonds für Wein als Modell für andere Regionen dienen, die nach Möglichkeiten suchen, finanzielle Schocks im Getränkesektor abzufedern.