Studie zeigt: Grapevine red blotch virus lässt sich in bestimmten Jahreszeiten leichter nachweisen

19.06.2026

Die Forschung legt nahe, dass zeitlich besser abgestimmte qPCR-Probenahmen falsch-negative Ergebnisse verringern und die Krankheitsüberwachung im Weinberg stärken könnten.

Eine im Arab and Near East Plant Protection Bulletin hervorgehobene Studie weist auf ein klareres saisonales Muster beim Nachweis des Grapevine red blotch virus in infizierten Reben hin – ein Befund, der Weinbaubetrieben helfen könnte, bessere Probenahmefenster für die Krankheitsüberwachung zu wählen.

Untersucht wurden die jahreszeitlichen Schwankungen beim Virusnachweis, beim Virustiter und bei der Verteilung innerhalb der Rebe mithilfe von qPCR und Sentinel-Reben. Grapevine red blotch virus, kurz GRBV, ist für Erzeuger von Keltertrauben ein großes Problem, weil es die Reife der Trauben beeinträchtigen und die Traubenqualität mindern kann, mit möglichen Folgen für die Weinproduktion und die Wirtschaftlichkeit des Weinbergs.

Die Arbeit ist für den Getränkesektor relevant, weil Tests zum falschen Zeitpunkt im Jahr Infektionen schwerer nachweisbar machen können. Ein präziseres Probenahmefenster könnte Überwachungsprogramme verbessern und Erzeugern helfen, mit der Krankheit verbundene Produktions- und Qualitätsverluste zu begrenzen.

Die Studie konzentrierte sich auf drei zusammenhängende Fragen: wann während der Vegetationsperiode das Virus am zuverlässigsten nachgewiesen wird, wie sich die Viruskonzentration im Zeitverlauf verändert und wo in der Rebe das Virus vorkommt. Mithilfe von qPCR, einer molekularen Methode, die häufig zur Identifizierung von Pflanzenpathogenen eingesetzt wird, verfolgten die Forschenden, wie sich der Nachweis über die Saison hinweg veränderte, statt eine Infektion als festen Zustand zu behandeln.

Dieser saisonale Ansatz ist im Weinberg wichtig, weil sich Symptome von Red Blotch und Laborergebnisse im Jahresverlauf nicht immer gleichmäßig decken. Steigen die Viruswerte in bestimmten Zeiträumen an oder verteilen sie sich dort gleichmäßiger, liefern in diesen Phasen entnommene Proben eher ein verlässliches Ergebnis. Sind die Werte zu anderen Zeiten niedriger oder ungleichmäßiger verteilt, können infizierte Reben übersehen werden.

Auch der Einsatz von Sentinel-Reben erhöht den praktischen Nutzen. In der Pflanzenkrankheitsforschung werden Sentinel-Pflanzen über einen längeren Zeitraum beobachtet, um Infektionsdynamiken unter Feldbedingungen zu erfassen. In diesem Fall half dieser Ansatz zu zeigen, wie GRBV sich in verschiedenen Teilen der Rebe bewegt oder im Verlauf der Saison nachweisbar wird.

Für Erzeuger und Weinbergsmanager könnten die Ergebnisse Einfluss darauf haben, wie sie Testprotokolle für Pflanzgut aus Baumschulen, bestehende Parzellen und verdächtige Problemflächen gestalten. Die Probenahmestrategie ist ein zentraler Punkt im Management von Red Blotch, weil falsch-negative Ergebnisse Entscheidungen über Rodungen verzögern oder dazu führen können, dass infiziertes Material länger als vorgesehen im Umlauf bleibt.

Die Zusammenfassung im Bulletin nennt nicht alle numerischen Ergebnisse des zugrunde liegenden Fachartikels, macht aber deutlich, dass Nachweis, Titer und Verteilung innerhalb der Rebe saisonal variieren. Das bedeutet, dass ein einzelnes Testergebnis nicht nur davon abhängen kann, ob eine Rebe infiziert ist, sondern auch davon, wann und wo Gewebe entnommen wird.

In Weinregionen, in denen Red Blotch weiterhin eine anhaltende Bedrohung darstellt, kann eine solche Information sowohl die routinemäßige Überwachung als auch Reaktionen auf neue Ausbrüche beeinflussen. Ein besseres Timing für qPCR-Probenahmen könnte die Überwachung effizienter machen, das Vertrauen in Diagnosen erhöhen und frühere Managemententscheidungen in Weinbergen unterstützen, die die Weinindustrie beliefern.