18.06.2026
Der Nationalrat hat das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation und Mercosur abgelehnt – ein Rückschlag für einen Pakt, der die Handelshemmnisse zwischen der Schweiz sowie Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay verringert und begrenzten neuen Zugang für sensible Agrarimporte, darunter Wein, eröffnet hätte.
Der Nationalrat stimmte am Mittwoch mit 96 zu 86 Stimmen bei neun Enthaltungen gegen das Abkommen. Abgeordnete der Sozialdemokraten und der Grünen lehnten es ab, unterstützt von Teilen der Schweizerischen Volkspartei und einigen Mitgliedern der Mitte-Partei.
Das Abkommen war von den vier EFTA-Staaten – Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen – mit den vier Mercosur-Mitgliedern ausgehandelt worden. Befürworter hatten argumentiert, der Pakt werde die Handelsbeziehungen mit einem Markt von rund 270 Millionen Menschen stärken. Nach in der Debatte zitierten Zahlen beliefen sich die Schweizer Exporte nach Mercosur 2024 auf mehr als CHF4 Milliarden, und 96% dieser Ausfuhren würden im Rahmen des Abkommens schließlich zollfrei werden.
Für den Getränkefachhandel ist die Abstimmung relevant, weil der Text 25 bilaterale Importquoten für sensible Agrargüter aus Mercosur vorsah, darunter Wein. Die Ablehnung beendet den Prozess nicht, verzögert aber jede Liberalisierung, mit der Importeure und Exporteure gerechnet haben könnten, und könnte Annahmen über künftige Mengen, Preise und den Wettbewerb auf dem Schweizer Weinmarkt beeinflussen.
Die Debatte in Bern verlief zeitweise angespannt und emotional. Bei der detaillierten Beratung des Pakets lehnten die Abgeordneten auch begleitende Maßnahmen für die Landwirtschaft ab, darunter einen mehrjährigen Verpflichtungskredit über CHF880 Millionen. Zudem stimmten sie gegen die Übernahme der EU-Entwaldungsverordnung im Rahmen der breiteren politischen Behandlung des Abkommens.
Die Parlamentarier diskutierten außerdem Änderungsanträge zu zusätzlichen Mitteln, darunter Unterstützung für Schweizer Landwirte sowie Beiträge im Zusammenhang mit dem Schutz des Amazonas-Regenwaldes und den Rechten indigener Völker. Mehrere Redner brachten die Möglichkeit eines Referendums ins Spiel und unterstrichen damit, wie politisch sensibel das Abkommen in der Schweiz bleibt.
Befürworter des Pakts hatten auf geschätzte Zolleinsparungen von rund CHF155 Millionen pro Jahr verwiesen. Die Schweiz sollte zudem den Großteil der Agrarquoten autonom verwalten, mit Obergrenzen, die heimische Produzenten schützen und Mercosur dennoch einen gewissen zusätzlichen Zugang gewähren sollten.
Die Vorlage geht nun an die kleine Kammer, den Ständerat. Wenn die Ständeräte den Bundesbeschluss zum Mercosur-Abkommen billigen, würde sich der Nationalrat erneut damit befassen; das Abkommen ist damit nicht tot, steht aber vor einem unsichereren Weg.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: info@vinetur.com | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien