16.06.2026
Forscher, die in der Fachzeitschrift Toxicon berichten, sagten, hydrophober Bentonit-Ton habe ein starkes Potenzial gezeigt, Ochratoxin A zu entfernen und zu entgiften – ein Mykotoxin, das Lebensmittel und Futtermittel kontaminieren kann und mit Nierenschäden, Immuntoxizität und einem Krebsrisiko in Verbindung gebracht wird.
Die am 15. Juni auf ScienceDirect veröffentlichte Studie untersuchte, ob eine modifizierte Form von Bentonit Ochratoxin A wirksamer binden kann als herkömmliche Tonmaterialien. Ochratoxin A, oft als OTA bezeichnet, wird von einigen Aspergillus- und Penicillium-Pilzen produziert und gilt seit Langem als lebensmittelrechtliches Sicherheitsproblem, weil es unter bestimmten Lager- und Umweltbedingungen in landwirtschaftlichen Rohstoffen auftreten kann.
Laut der Studie testeten die Forscher hydrophoben Bentonit in Laborversuchen unter unterschiedlichen pH-Bedingungen, Toxinkonzentrationen und Kontaktzeiten. Sie fanden heraus, dass der Ton OTA schnell absorbierte und nach kurzer Zeit das Gleichgewicht erreichte, was darauf hindeutet, dass das Material in Behandlungsanwendungen effizient wirken könnte, in denen eine rasche Entfernung wichtig ist.
In der Arbeit wird Bentonit als Smektit-Ton mit geschichteter Struktur, großer Oberfläche und Kationenaustauschkapazität beschrieben. Diese Eigenschaften machen ihn bereits nützlich für die Bindung von Verbindungen, doch die Forscher sagten, die hydrophobe Modifizierung habe seine Affinität zu OTA verbessert. Ihre mechanistische Analyse deutete darauf hin, dass der Effekt wahrscheinlich auf einer Kombination aus hydrophoben Wechselwirkungen und elektrostatischen Kräften zwischen dem Ton und den Toxinmolekülen beruht.
Über Adsorptionstests hinaus führte das Team auch toxikologische Assays durch, um zu prüfen, ob die Behandlung den biologischen Einfluss kontaminierter Lösungen veränderte. Sie berichteten, dass mit hydrophobem Bentonit behandelte Lösungen eine deutlich geringere OTA-Bioverfügbarkeit und -Toxizität aufwiesen. Dieser Befund ist wichtig, weil die teilweise Entfernung eines Kontaminanten nicht immer dasselbe ist wie die Verringerung seiner schädlichen Wirkung in biologischen Systemen.
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass hydrophober Bentonit ein vielversprechendes Material zur Kontrolle von OTA in kontaminierten Lebens- und Futtermitteln ist. Die Arbeit weist auf ein mögliches Minderungsinstrument für Hersteller und landwirtschaftliche Lieferketten hin, die praktische Wege benötigen, um die Exposition gegenüber Mykotoxinen zu senken, bevor Produkte Verbraucher oder Tiere erreichen.
Die Ergebnisse könnten auch für die Getränkeindustrie relevant sein, in der Kontaminationsrisiken in landwirtschaftlichen Ausgangsstoffen weiterhin ein lebensmittelrechtliches Problem darstellen. Insbesondere in der Weinproduktion wird OTA seit Jahren überwacht, weil Pilzkontaminationen Trauben und daraus hergestellte Produkte beeinträchtigen können. Wenn sich der Ansatz über Laborbedingungen hinaus anpassen lässt, könnte er eine weitere technische Option für das Risikomanagement in Getränkelieferketten bieten, die auf eine sorgfältige Kontrolle der Rohstoffe angewiesen sind.
Die Studie belegt für sich genommen nicht, wie sich der Ton im industriellen Maßstab, in fertigen Getränken oder über unterschiedliche Verarbeitungssysteme hinweg verhalten würde. Sie ergänzt jedoch die laufende Forschung zu Adsorptionsmaterialien, die Toxinbelastungen senken und zugleich biologische Schäden begrenzen können – ein Bereich von Interesse für Lebensmittelhersteller angesichts strengerer Sicherheitsanforderungen und wiederkehrender Kontaminationsrisiken im Zusammenhang mit Klima-, Lager- und Handhabungsbedingungen.
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