LIGAWINE startet Förderaufruf für Wein-Tech-Pilotprojekte

27.05.2026

Das europäische Projekt unterstützt Innovationen für Weinberg und Keller mit geringem Input; der Großteil der Mittel ist für weniger entwickelte Regionen vorgesehen.

Ein europäisches Innovationsprojekt für den Weinsektor hat einen Förderaufruf gestartet, mit dem Weingüter und Technologieanbieter dabei unterstützt werden sollen, umweltschonende Verfahren und Werkzeuge mit geringem Input in Weinbergen und Kellern zu testen – mit besonderem Fokus auf weniger entwickelte Regionen in ganz Europa.

Das Projekt namens LIGAWINE veröffentlichte den Aufruf am 22. Mai über seine LinkedIn-Seite und wird von Reframe Food, einer griechischen Non-Profit-Organisation, die sich mit europäischen Förderprogrammen befasst, koordiniert. Bewerbungen werden bis zum 31. Juli 2026 über das Funding and Tenders Portal der Europäischen Union sowie über die Plattform von Reframe Food entgegengenommen. Die ausgewählten Projekte sollen im Dezember 2026 bekanntgegeben werden.

LIGAWINE soll den Weinsektor beim Übergang zu einem geringeren Chemikalieneinsatz, einer besseren Ressourceneffizienz, digitalen Entscheidungshilfen und weniger eingreifenden Verfahren der Weinbereitung unterstützen. Ziel des Projekts ist es nach eigenen Angaben, Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Weinproduktion zu verbessern, indem Innovationen gefördert werden, die unter realen Produktionsbedingungen getestet und angepasst werden können.

Der offene Aufruf richtet sich ausschließlich an kleine und mittlere Unternehmen, die rechtmäßig entweder in weniger entwickelten europäischen Regionen oder in Regionen ansässig sind, die im Projektkonsortium vertreten sind. Er ist in zwei Förderschienen unterteilt. Die erste richtet sich an Kooperationsprojekte mit zwei kleinen Unternehmen, einem Technologieanbieter und einem Endanwender, die gemeinsam Lösungen unter realen Produktionsbedingungen testen. Diese Projekte können insgesamt bis zu 90.000 Euro erhalten, wobei nach EU-Regeln maximal 60.000 Euro pro Partner möglich sind.

Die zweite Förderschiene ist für Einzelprojekte vorgesehen, die von einem einzelnen Technologieanbieter mit einem innovativen Lösungsvorschlag geleitet werden. Diese Projekte können jeweils bis zu 50.000 Euro erhalten. Mindestens 70% des Budgets jeder Förderschiene müssen an kleine Unternehmen aus weniger entwickelten Regionen gehen; dieser Anteil wird nach Bewertung und Reihung überprüft.

Insgesamt wird der Aufruf mindestens 15 Projekte in der Kooperationsschiene und neun in der Einzelschiene unterstützen, bei einer Gesamtfördersumme von 1,8 Millionen Euro an Finanzhilfen für Dritte. Die Förderung ist leistungsabhängig und an zentrale Ergebnisse geknüpft, die vom Open Call Advisory Committee geprüft werden.

LIGAWINE kündigte zudem für den 15. Juni ein Webinar für interessierte Unternehmen an. Das Projekt versteht den Aufruf als Teil einer breiteren Initiative, Weinproduzenten und Technologieentwickler über Regionen mit unterschiedlichem Entwicklungsstand hinweg miteinander zu vernetzen, damit sie praxisnahe Lösungen austauschen können, die sich in europäischen Weinbergen und Weingütern breiter einsetzen lassen.