Französische Studie bringt Konservierungsstoffe mit höherem Blutdruck in Verbindung

26.05.2026

Forscher stellten fest, dass Menschen, die die gängigsten Zusatzstoffe konsumierten, einem höheren Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt waren.

Der Verzehr von Lebensmitteln mit gängigen Konservierungszusätzen kann das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, wie eine große französische Studie zeigt, die am Donnerstag im European Heart Journal veröffentlicht wurde.

Die von Wissenschaftlern bei INSERM sowie dem Nutritional Epidemiology Research Team an der Université Sorbonne Paris Nord und der Université Paris Cité geleitete Untersuchung begleitete 112.395 Erwachsene in Frankreich, die in die Kohorte NutriNet-Santé aufgenommen worden waren. Die Teilnehmer protokollierten über dreitägige Zeiträume alle sechs Monate alles, was sie aßen und tranken. So konnten die Forscher die Inhaltsstoffe ihrer Ernährung im Detail analysieren und die gesundheitlichen Folgen über durchschnittlich sieben bis acht Jahre nachverfolgen.

Die Studie ergab, dass 99,5 % der Teilnehmer in den ersten beiden Jahren der Nachbeobachtung mindestens einen Lebensmittelkonservierungsstoff konsumierten. Menschen, die die höchsten Mengen sogenannter nicht-antioxidativer Konservierungsstoffe zu sich nahmen, hatten im Vergleich zu jenen mit dem geringsten Konsum ein um 29 % höheres Risiko für Bluthochdruck und ein um 16 % höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter Herzinfarkt, Schlaganfall und Angina pectoris. Wer die meisten antioxidativen Konservierungsstoffe konsumierte, hatte ein um 22 % höheres Risiko für Bluthochdruck.

Die Forscher untersuchten zudem 17 weit verbreitete Konservierungsstoffe und identifizierten acht, die speziell mit Bluthochdruck in Verbindung standen. Dazu gehörten Kaliumsorbat, bekannt als E202; Kaliummetabisulfit, E224; Natriumnitrit, E250; Ascorbinsäure, E300; Natriumascorbat, E301; Natriumerythorbat, E316; Zitronensäure, E330; und Rosmarinextrakt, E392. Ascorbinsäure wurde außerdem mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Die Ergebnisse sorgen für Aufmerksamkeit, weil Kaliummetabisulfit beziehungsweise E224 in Wein und anderen fermentierten Getränken als Konservierungs- und Antioxidationsmittel eingesetzt wird. Sulfite sind vielen Verbrauchern bereits vertraut, da sie in vielen Märkten auf Etiketten ausgewiesen werden und häufig im Zusammenhang mit Weinunverträglichkeit diskutiert werden. Die neue Studie nennt Wein nicht als Krankheitsursache, fügt sich aber in eine breitere Debatte darüber ein, wie sich Lebensmittelzusatzstoffe bei regelmäßigem Konsum im Rahmen verarbeiteter Lebensmittel und Getränke langfristig auf die Gesundheit auswirken könnten.

Anaïs Hasenböhler, eine an der Studie beteiligte Doktorandin, sagte, Lebensmittelkonservierungsstoffe würden in Hunderttausenden industriell verarbeiteter Lebensmittel eingesetzt, zugleich gebe es beim Menschen nur begrenzte Evidenz zu ihren Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Nach ihren Worten sei die Arbeit nach Kenntnis der Forscher die erste gewesen, die Zusammenhänge zwischen einer breiten Palette von Konservierungsstoffen und der Herz-Kreislauf-Gesundheit untersucht habe.

Dr. Mathilde Touvier, eine weitere leitende Forscherin des Projekts, sagte, die Ergebnisse müssten mit Vorsicht interpretiert werden, da es sich um eine Beobachtungsstudie handle und sie keinen Kausalzusammenhang belegen könne. Dennoch seien die detaillierten Ernährungsdaten und die Berücksichtigung anderer Risikofaktoren so bedeutsam, dass eine Prüfung durch Aufsichtsbehörden wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und die Food and Drug Administration gerechtfertigt sei.

Die Forscher erklärten, ihre Ergebnisse stützten die derzeitige Empfehlung, frische oder nur minimal verarbeitete Lebensmittel zu bevorzugen und unnötige Zusatzstoffe zu vermeiden. Derzeit untersuchen sie zudem, ob Lebensmittelzusatzstoffe und ultraverarbeitete Lebensmittel Entzündungen, oxidativen Stress sowie Blutmarker beeinflussen, die mit dem Stoffwechsel und dem Darmmikrobiom verbunden sind; dies könnte helfen zu erklären, wie diese Substanzen das Krankheitsrisiko beeinflussen könnten.