Apulien bewilligt 5,7 Millionen Euro für Weinexporte

08.05.2026

Die regionale Förderung unterstützt Werbekampagnen in Märkten außerhalb der Europäischen Union für die Kampagne 2026/27

Apulien hat mehr als 5,7 Millionen Euro an Fördermitteln für Weinförderprojekte in Märkten außerhalb der Europäischen Union bewilligt. Damit will die Region einen ihrer wichtigsten Agrarsektoren mit einer neuen Runde exportorientierter Anreize für die Kampagne 2026/27 unterstützen.

Die Regionalregierung teilte mit, dass die Maßnahme Teil des Programms OCM Vino ist, des von der Europäischen Union genutzten Rahmens zur Unterstützung des Weinsektors. Ziel sei es, Produzenten, Konsortien und Branchenverbände dabei zu helfen, ihre Präsenz in Drittlandsmärkten durch Marketing-, Kommunikations- und Geschäftsentwicklungsmaßnahmen auszubauen. Die Ausschreibung wurde am 7. Mai formell genehmigt und eröffnet den Weg für regionale und multiregionale Projekte, die vom 16. Oktober 2026 bis zum 15. Oktober 2027 laufen werden.

Von dem Gesamtbudget gehen 5.234.946,99 Euro an Projekte von in Apulien ansässigen Unternehmen, während 500.000 Euro für multiregionale Initiativen mit Partnern aus anderen italienischen Regionen vorgesehen sind. Die Zuschüsse werden direkt von Agea, der nationalen italienischen Agentur für Agrarzahlungen, ausgezahlt und können bis zu 50 % der förderfähigen Kosten abdecken. Jedes Projekt kann bis zu 1 Million Euro erhalten.

Nach Angaben der Region soll das Programm die Wettbewerbsfähigkeit der apulischen Weinwirtschaft auf Nicht-EU-Märkten stärken, indem es neue internationale Strategien und engere Geschäftsbeziehungen im Ausland fördert. Zu den antragsberechtigten Akteuren zählen Berufsorganisationen, Erzeuger, Schutzkonsortien, Genossenschaften, Verbände und Unternehmensnetzwerke, auch solche in Gruppenform, sofern sie die in den Regeln festgelegten Anforderungen erfüllen.

Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören Werbe- und Kommunikationskampagnen, die Teilnahme an internationalen Fachmessen, Promotionveranstaltungen, Marktstudien sowie Informationsprogramme mit Schwerpunkt auf Qualitätssystemen. Die Region kündigte an, besonderes Augenmerk auf Lebensmittelsicherheit, ökologische Nachhaltigkeit und Produktqualität zu legen – Faktoren, die sie als entscheidend für eine stärkere Position apulischer Weine im Ausland bezeichnete.

Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem italienische Weinproduzenten weiterhin über Europa hinaus nach Wachstum suchen, während die Inlandsnachfrage uneinheitlich bleibt und der Wettbewerb auf den Exportmärkten intensiv ist. Für Apulien, eine der größten Weinbauregionen Italiens, soll die neue Förderung Weingütern und Konsortien helfen, ihre Weine in Ländern konsistenter zu präsentieren, in denen Markenbekanntheit und Vertriebsnetze darüber entscheiden können, ob Exporte an Fahrt gewinnen oder ins Stocken geraten.

Regionale Vertreter stellten die Maßnahme als Teil einer breiter angelegten Strategie zur Unterstützung der Internationalisierung des Sektors dar. Der Fokus auf Drittlandsmärkte spiegelt einen umfassenderen Vorstoß italienischer Weinregionen wider, Absatzkanäle zu diversifizieren und die Abhängigkeit von traditionellen europäischen Abnehmern zu verringern, indem dort in Promotion investiert wird, wo die Margen höher sein können, die Markteintrittskosten aber ebenfalls größer sind.

Es wird erwartet, dass die Ausschreibung auf Interesse bei einer breiten Palette von Akteuren entlang der Wertschöpfungskette stößt – insbesondere bei jenen, die langfristige Geschäftsbeziehungen außerhalb der Europäischen Union durch koordinierte Promotion statt durch isolierte Verkaufsbemühungen aufbauen wollen.