Französische Weinausfuhren brechen ein, da Zölle den US-Verkauf belasten

30.04.2026

Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass auch Klimaschäden und Rebflächenrückgänge die Produktion 2025 gedrückt hätten.

Die französische Weinbranche hat 2025 einen deutlichen Rückschlag erlitten: Eine kleinere Ernte und ein starker Exportrückgang belasteten den Sektor, teilte das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Nach Angaben des Ministeriums wirkten sich Klimaschäden, der Rückgang der Rebflächen und der Handelsdruck aus den USA auf die Branche aus.

Das Ministerium schätzte die französische Weinproduktion 2025 auf 34,4 Millionen Hektoliter, nach 36,2 Millionen Hektolitern im Jahr 2024, das bereits als schwaches Jahr gegolten hatte. Die Behörden erklärten den Rückgang mit ungünstigen Wetterbedingungen, darunter eine Hitzewelle im August, sowie mit geringeren Anbauflächen nach einem staatlich unterstützten Programm zum Roden von Reben, das der Branche helfen sollte, ihre Krise zu bewältigen.

Auch die Exportentwicklung fiel düster aus. Zwischen August und Dezember 2025 sanken die Ausfuhren französischen Weins ohne Spirituosen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mengenmäßig um 4 Prozent und wertmäßig um 10 Prozent, wie vom Ministerium zitierte Zollzahlen zeigen. Den stärksten Rückgang verzeichneten die USA, der wichtigste Auslandsmarkt für französischen Wein: Dort gingen die Ausfuhren von Appellationsweinen mengenmäßig um 29 Prozent und wertmäßig um 46 Prozent zurück.

Das Ministerium führte einen Großteil dieses Rückgangs auf die von Präsident Donald Trump ab August verhängten Zölle mit einem Mindestzollsatz von 15 Prozent zurück sowie auf einen schwächeren Dollar gegenüber dem Euro, wodurch europäische Produkte im Zeitraum für amerikanische Käufer rund 10 Prozent teurer wurden.

Auch andere Märkte gaben nach. Die Exporte nach China sanken wertmäßig um 13 Prozent, während die Lieferungen nach Japan um 12 Prozent zurückgingen, was darauf hindeutet, dass auch die Nachfrage in Asien unter Druck stand.

Die Champagnerausfuhren erreichten im untersuchten Zeitraum ihren niedrigsten Stand seit zwölf Jahren, teilte das Ministerium mit. Cognac setzte seinen seit 2020 anhaltenden Rückgang fort; von August bis Dezember lagen die Exportmengen um 20 Prozent unter dem Niveau derselben Monate des Jahres 2024. Diese Kategorie wurde sowohl von den US-Zöllen als auch von einer 2024 eingeführten chinesischen Steuer auf Branntwein getroffen.

Wein bleibt nach Luft- und Raumfahrt sowie Kosmetik Frankreichs drittgrößter Exportsektor, doch auch der Inlandsverbrauch hat sich weiter abgeschwächt. Der Absatz von Wein in französischen Super- und Hypermärkten ohne Schaumweine sank von Januar bis November 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent.