Alkoholverkäufe in französischen Supermärkten sinken um 0,7 %

24.04.2026

Rotwein und Champagner führten den Rückgang an, während Verbraucher zu alkoholärmeren Alternativen griffen

Die Alkoholkäufe in französischen Supermärkten gingen 2025 mengenmäßig um 0,7 % zurück, wie von Stratégies zitierte Einzelhandelsdaten zeigen. Verbraucher wandten sich weiter von traditionellen Getränken ab und hin zu alkoholärmeren sowie alkoholfreien Alternativen.

Der Rückgang fiel je nach Kategorie unterschiedlich aus. Rotwein, seit Langem eines der wichtigsten Produkte in den französischen Lebensmittelregalen, sank im Jahresverlauf um 6,8 %. Die Champagnerverkäufe gingen um 4,4 % zurück, während die Whiskykäufe um 5,2 % nachgaben. Die Zahlen deuten auf einen breiteren Wandel der Trinkgewohnheiten in Frankreich hin: Die Kunden kaufen insgesamt weniger Alkohol und zeigen zugleich mehr Interesse an alkoholfreien Produkten.

Für Supermärkte, Weinproduzenten und Spirituosenhersteller ist dieser Trend relevant, weil er Regalflächen, Preisgestaltung und Lagerplanung beeinflusst – zu einem Zeitpunkt, an dem der Handel bereits auf eine schwächere Nachfrage in mehreren Lebensmittel- und Getränkekategorien reagiert. Der Mengenrückgang legt zudem nahe, dass der Druck nicht auf ein einzelnes Marktsegment beschränkt ist, sondern sich über Wein, Schaumwein und Spirituosen hinweg ausbreitet.

Gleichzeitig legten die Verkäufe alkoholfreier Produkte zu und untermauern damit einen Trend, der sich seit mehreren Jahren abzeichnet: Verbraucher suchen nach Alternativen mit geringerem Alkoholgehalt oder ganz ohne Alkohol. Diese Verschiebung ist bei Bier, weinähnlichen Getränken und Ready-to-drink-Produkten sichtbar geworden und wirkt sich nun auch auf den Mainstream-Einzelhandel in Frankreichs großen Supermarktketten aus.

Für Weinproduzenten ist der Rückgang beim Rotwein besonders bedeutsam, weil er eine anhaltende Erosion in einer Kategorie widerspiegelt, die den französischen Konsum historisch geprägt hat. Auch die schwächere Entwicklung bei Champagner deutet auf eine geringere Nachfrage nach Festtagsgetränken im alltäglichen Einzelhandel hin, selbst wenn sich Premiumverkäufe in Restaurants und Fachgeschäften besser halten dürften.

Die Daten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem französische Händler mit einem Markt konfrontiert sind, in dem Käufer selektiver, preissensibler und offener für veränderte Gewohnheiten sind als noch vor einem Jahrzehnt.