07.04.2026
Im Jahr 2026 werden schätzungsweise 18 Millionen Italiener an weintouristischen Erlebnissen teilnehmen, was einen Anstieg von 4,5 Millionen im Vergleich zu 2024 bedeutet. Dieses Wachstum geht einher mit einem steigenden Interesse, die Erzeuger direkt vor Ort zu treffen. In den letzten drei Jahren ist der Anteil der italienischen Touristen, die Produktionsstätten besuchen, von 60 % im Jahr 2021 auf 77 % im Jahr 2025 gestiegen. Diese Besuche erstrecken sich nicht mehr nur auf Weingüter, sondern auch auf Molkereien, Olivenmühlen und Nudelfabriken.
Diese Zahlen wurden heute in Mailand am Sitz der Region Lombardei von Roberta Garibaldi, der Präsidentin der Aite, dem italienischen Verband für Lebensmittel- und Weintourismus, in Zusammenarbeit mit Ascovilo, dem Verband der Weinkonsortien der Lombardei, vorgestellt. In Ascovilo sind mehrere regionale Konsortien zusammengeschlossen, darunter Garda Doc, Lugana Doc, Vini di Valtellina, Valtenèsi und Valcalepio. Die Veranstaltung findet nur wenige Tage vor der Vinitaly 2026 in Verona statt, wo der Weintourismus ein zentrales Thema sein wird.
Die Daten zeigen, dass der italienische Weintourismus in eine neue Phase eintritt, die durch einen deutlichen Anstieg der Nachfrage und ein verändertes Reiseverhalten gekennzeichnet ist. Zum ersten Mal ist der Besuch von familiengeführten Weingütern die beliebteste weintouristische Aktivität der Italiener und übertrifft sogar den Kauf von Weinen zu günstigen Preisen. Diese Verschiebung unterstreicht die wachsende Vorliebe für persönliche Interaktion und authentische Erlebnisse, auch wenn digitale Tools immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Auch das Interesse an umfassenderen Erlebnissen nimmt zu. Die Zahl der Weinverkostungen in Weingütern ist um 15 % gestiegen, wobei die Besucher ein größeres Interesse an Kombinationen aus Speisen und Wein zeigen als an einfachen Verkostungen. Gleichzeitig besuchen die Touristen weniger Weingüter pro Reise - drei oder mehr im Jahr 2026, ein Rückgang um 12 % gegenüber 2024 - was darauf hindeutet, dass der Besuch von Weingütern nur ein Teil einer umfassenderen Reiseroute ist und nicht mehr der einzige Schwerpunkt.
Die menschliche Beziehung ist nach wie vor entscheidend für die Kundentreue. Von den Italienern, die zu einem Weingut zurückkehren, das sie bereits besucht haben, geben 68 % die Gastfreundschaft und die Professionalität des Personals als Hauptgründe für den erneuten Besuch an. Weitere wichtige Faktoren sind die einfache Buchung und Organisation des Erlebnisses (66 %) und die Möglichkeit, im Vergleich zu früheren Besuchen neue Aktivitäten auszuprobieren (64 %). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Vereinfachung von Prozessen und das Anbieten von neuen Erlebnissen für Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, heute von entscheidender Bedeutung sind.
Bei der Auswahl von Reisezielen und Weingütern legen italienische Touristen den Schwerpunkt auf die ländliche Umgebung, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die geografische Nähe. Die Nähe wird von 65 % bei der Wahl eines Reiseziels und von 63 % bei der Wahl eines Weinguts genannt. Dieser Trend eröffnet Möglichkeiten für den lokalen Weintourismus, der nicht nur Übernachtungsgäste, sondern auch Einwohner aus der näheren Umgebung anziehen kann.
Die Technologie verändert auch die Art und Weise, wie Touristen weinbezogene Erlebnisse planen und genießen. Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem Werkzeug für die Personalisierung von Besuchen auf der Grundlage individueller Vorlieben, für die Unterstützung nachhaltiger Entscheidungen und für die Bereitstellung operativer Unterstützung wie Übersetzungsdienste. Laut den jüngsten Daten von Phocuswright geben 56 % der amerikanischen Touristen an, dass sie durch KI-Tools Inspiration für ihre Reisen gefunden haben. Allerdings verfügen derzeit nur 2,8 % der Reiseveranstalter über spezifische Fähigkeiten in diesem Bereich.
Das Ausgabeverhalten der Weintouristen ist unterschiedlich: 36 % bevorzugen Erlebnisse, die weniger als 20 Euro kosten, 31 % geben zwischen 21 und 40 Euro aus, 16 % zwischen 41 und 60 Euro, und etwa 18 % entscheiden sich für Premium-Erlebnisse über 60 Euro. Bei komplexeren Aktivitäten wie der Teilnahme an der Weinlese ist die Bereitschaft, höhere Preise zu zahlen, nach wie vor begrenzt; nur 14 % sind bereit, für solche Erlebnisse zwischen 40 und 60 € auszugeben.
Der Weintourismus ist nach wie vor ein strategischer Motor für den italienischen Tourismussektor, der über ein erhebliches Potenzial verfügt, wenn es darum geht, Erlebnisse aufzuwerten, lokale Reisen zu fördern und Technologie mit menschlicher Interaktion zu verbinden. Die Herausforderung wird darin bestehen, Geschäftsmodelle und Führungsstrukturen zu entwickeln, die der zunehmend anspruchsvollen und qualitätsorientierten Nachfrage gerecht werden.
Roberta Garibaldi betonte, dass der Weintourismus einen doppelten Wandel durchläuft: die wachsende Nachfrage nach Authentizität und menschlichem Kontakt auf der einen Seite und die tiefgreifenden Auswirkungen der KI auf die Customer Journey auf der anderen. Sie forderte die Unternehmen auf, in die Entwicklung von Kompetenzen, die Qualität der Gastfreundschaft und das Verständnis für die neuen Bedürfnisse der Besucher zu investieren. Garibaldi warnte auch vor Preiserhöhungen ohne entsprechende Qualitätsverbesserungen; hohe Preise werden bereits von 63 % der Enotouristen als Haupthindernis für den Besuch von Produktionsstätten angesehen. Sie betonte, dass die Gastfreundschaft auf dem Weingut sowohl ein nachhaltiges Geschäftsmodell für die Erzeuger als auch ein wirksames Werbeinstrument sein sollte, das zufriedene Besucher zu Markenbotschaftern macht.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
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