Studie zeigt, dass 63 % der Generation Z aus Angst vor sozialen Medien mit dem Alkoholkonsum aufhören wollen

28.01.2026

Umfrage zeigt, dass junge Erwachsene ihren Alkoholkonsum überdenken, da die Sorge um das Online-Image und die öffentliche Blamage wächst

Eine aktuelle Studie der Schreibplattform EduBirdie zeigt, dass 63 % der Generation Z ganz auf Alkohol verzichten wollen. Die Umfrage, die sich auf junge Erwachsene im Alter von 14 bis 29 Jahren konzentrierte, verdeutlicht einen Wandel in der Einstellung dieser Gruppe gegenüber Alkohol. Die sozialen Medien scheinen bei diesem Wandel eine wichtige Rolle zu spielen, da viele der Generation Z Bedenken über ihr Online-Image und die Möglichkeit, dass peinliche Momente weithin geteilt werden, äußern.

Lucy, 23, die im Journalismus arbeitet, beschrieb einen Vorfall nach einer Nacht, bei dem sie sich als Gegenstand von Memes auf einer von Bekannten betriebenen Instagram-Seite wiederfand. Das Erlebnis war ihr peinlich und sie zögerte, wieder zu trinken. Sie sagte, ihre Entscheidung, mit dem Trinken aufzuhören, sei eher aus Angst vor einer öffentlichen Blamage als aus gesundheitlichen Gründen getroffen worden. Laut der EduBirdie-Studie fragten sich 47 % der befragten Gen Z, ob sie zu viel trinken, und 31 % gaben an, nach gesellschaftlichen Ereignissen peinliche Fotos oder Videos von sich im Internet zu finden.

Der Aufstieg von Plattformen wie Instagram und Snapchat hat es einfacher gemacht, soziale Interaktionen zu dokumentieren und sofort zu teilen. Für die Generation Z, die mit diesen Technologien aufgewachsen ist, ist die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Leben oft fließend. Marie, 24, Studentin der Betriebswirtschaftslehre, sagte, sie fühle sich unter Druck gesetzt, in den sozialen Medien selbst bei zwanglosen Abenden gelassen und gepflegt auszusehen. Sie beschrieb, dass sie "Hangxiety", d. h. Angst über ihre Handlungen am Vorabend, empfindet, die durch die Möglichkeit, dass diese Momente online gepostet werden könnten, noch verstärkt wird.

Die sozialen Medien verstärken nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern prägen auch die Art und Weise, wie junge Menschen an das Trinken herangehen. Ben Tannenbaum, ein Analyst für die Alkoholindustrie mit einem Hintergrund in Anthropologie, stellte fest, dass die Beziehung der Generation Z zum Alkohol kuratierter ist als bei früheren Generationen. Er erklärte, dass für viele junge Erwachsene heute der Akt der Dokumentation eines Ausgehabends genauso wichtig ist wie das Ereignis selbst. Die Wahl des Veranstaltungsortes, die Getränkeauswahl und sogar die Präsentation des Barkeepers werden Teil einer Geschichte, die für die sozialen Medien aufbereitet wird.

Tannenbaum wies darauf hin, dass die Generation Z weniger darauf bedacht ist, beim Trinken gesehen zu werden, sondern vielmehr darauf, wie sie als Trinker wahrgenommen wird. Er sagte, dass die sozialen Medien das Trinken auf eine neue Art und Weise sichtbar und verantwortlich gemacht haben. Infolgedessen ist es wahrscheinlicher, dass junge Menschen ihren Konsum einschränken oder Getränke wählen, die ihrem gewünschten Image entsprechen.

Nicht alle Mitglieder der Generation Z empfinden den gleichen Druck. Richard, 22, der im Hotel- und Gaststättengewerbe arbeitet, sagte, er lege keinen Wert darauf, über seine Ausgehabende zu berichten, räumt aber ein, dass die sozialen Medien das Bewusstsein für die Risiken des Alkoholmissbrauchs geschärft haben. Er ist der Meinung, dass die sozialen Medien es zwar einfacher machen, mit Freunden in Kontakt zu treten und Ausflüge zu planen, dass sie die Nutzer aber auch mit Informationen über die negativen Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum konfrontieren.

Die EduBirdie-Studie deutet darauf hin, dass Wellness eine wichtige Motivation für viele Gen Zers ist, die den Alkoholkonsum reduzieren. Die Bewegung "Nüchtern neugierig" hat seit 2018 an Zugkraft gewonnen und ermutigt die Menschen, ihre Beziehung zum Trinken zu überdenken. Für einige junge Erwachsene bedeutet dies, ganz auf Alkohol zu verzichten; für andere bedeutet es, achtsamer damit umzugehen, wann und wie viel sie trinken.

Da die Generation Z in einer von digitalem Austausch und persönlichem Branding geprägten Ära das Erwachsensein meistert, spiegelt ihr Umgang mit Alkohol den allgemeinen Trend zur Selbsterkenntnis und Kontrolle über das eigene öffentliche Image wider. Mit fast zwei Dritteln, die allein in diesem Jahr ihre Beziehung zum Alkohol überdacht haben, wird deutlich, dass die sozialen Medien nicht nur die Art und Weise beeinflussen, wie junge Menschen miteinander umgehen, sondern auch, wie sie Alkohol erleben und konsumieren.