21.01.2026
Der Europäische Ausschuss der Weinbauunternehmen (CEEV) hat seine große Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass das Europäische Parlament beschlossen hat, den Europäischen Gerichtshof (EuGH) mit dem Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Mercosur zu befassen. Die Entscheidung, die in Brüssel getroffen wurde, wird den Ratifizierungsprozess um schätzungsweise 18 bis 20 Monate verzögern. Das Parlament ersucht den EuGH um ein Rechtsgutachten zu der Frage, ob das Abkommen mit den EU-Verträgen vereinbar ist, obwohl die Europäische Kommission zuvor versichert hatte, dass dies der Fall sei.
Der CEEV, der Weinerzeuger in ganz Europa vertritt, wies auf die finanziellen Auswirkungen dieser Verzögerung hin. Im Jahr 2025 zahlten die EU-Weinexporteure beim Verkauf an die Mercosur-Länder, zu denen Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay gehören, mehr als 43 Millionen Euro an Zöllen. Die Gruppe wies darauf hin, dass diese Zahl nicht die zusätzlichen Kosten berücksichtigt, die durch komplexe Einfuhrverfahren und andere nichttarifäre Hemmnisse entstehen. Diese Hindernisse beschränken weiterhin den Zugang zu wichtigen Märkten, insbesondere zu Brasilien, das als vielversprechendes Ziel für europäische Weine gilt.
Das Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur wird seit Jahren verhandelt und zielt darauf ab, die Zölle zu senken und den Handel zwischen den beiden Regionen zu vereinfachen. Die Befürworter argumentieren, dass es die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Weine in Südamerika erhöhen und zur Diversifizierung der Handelsbeziehungen in einer Zeit der globalen wirtschaftlichen Unsicherheit beitragen würde. Der CEEV betonte, dass Verzögerungen bei der Ratifizierung unnötige Unsicherheiten für Unternehmen schaffen, die bereits mit geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind.
Die Europäische Kommission hat wiederholt erklärt, dass das Abkommen mit dem EU-Recht vereinbar ist, und hat diese Position ausführlich begründet. Einige Mitglieder des Europäischen Parlaments sind jedoch weiterhin besorgt über die rechtlichen und ökologischen Aspekte des Abkommens. Ihre Forderung nach einer Überprüfung durch den EuGH spiegelt die anhaltende Debatte innerhalb der EU darüber wider, wie Handelsinteressen am besten mit rechtlichen und ethischen Erwägungen in Einklang gebracht werden können.
Die Weinerzeuger in Europa drängen auf eine rasche Ratifizierung des Abkommens mit dem Argument, dass die verlorene Zeit direkt in finanzielle Verluste umgemünzt wird. Der CEEV bezeichnete die heutige Abstimmung als eine verpasste Gelegenheit, ein Abkommen voranzubringen, das seiner Meinung nach sowohl für den Weinsektor als auch für die europäische Wirtschaft im Allgemeinen dringend benötigt wird. Die Gruppe forderte die EU-Institutionen auf, die noch offenen Fragen rasch zu klären, damit die Unternehmen ohne weitere Verzögerung von einem verbesserten Zugang zu den Märkten des Mercosur profitieren können.
Da der Fall nun vor den EuGH kommt, werden die Weinexporteure und andere Interessengruppen den Ausgang des Verfahrens genau beobachten. Das Ergebnis könnte nicht nur den künftigen Handel mit den Mercosur-Ländern beeinflussen, sondern auch einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie ähnliche Abkommen innerhalb der EU gehandhabt werden. Vorerst müssen die Unternehmen weiterhin bestehende Zölle und regulatorische Hürden überwinden, während sie auf eine endgültige Entscheidung über das Partnerschaftsabkommen warten.
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