Trumps versteckte Zölle auf US-Wein und -Spirituosen

14.07.2025

Die unsichtbaren Auswirkungen von Trumps Zöllen auf die US-Alkoholindustrie

Seit der Wiederwahl von Donald Trump sind Fragen zu Zöllen und deren Auswirkungen auf den amerikanischen Alkoholmarkt zu einer täglichen Sorge für Importeure, Händler und Verbraucher geworden. Die Situation ist nach Monaten politischer Veränderungen und Ungewissheit immer noch unklar, aber die Auswirkungen dieser Zölle zeigen bereits die zugrunde liegende Anfälligkeit des US-Marktes auf. Diese Anfälligkeit ist auf eine komplexe Regulierungsstruktur zurückzuführen, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes oft missverstanden wird.

Die Alkoholregulierung in den Vereinigten Staaten entspricht bei weitem nicht dem Bild eines Paradieses der freien Marktwirtschaft. Der 21. Zusatzartikel zur Verfassung gibt jedem Bundesstaat die Befugnis, Alkohol unabhängig zu regulieren, was zu einem Flickenteppich von Gesetzen und Steuerstrukturen in allen 50 Bundesstaaten führt. Auf Bundesebene beaufsichtigen zwei Hauptbehörden alkoholische Getränke: die Food and Drug Administration (FDA) für Produkte mit einem Alkoholgehalt von weniger als 7 Volumenprozent (ausgenommen die meisten Biere) und das Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) für stärkere Getränke. Das TTB ist für die Erteilung von Einfuhr- und Vertriebslizenzen, die Genehmigung von Etiketten und Verpackungen, die Durchführung von Qualitätskontrollen und die Erhebung von Verbrauchssteuern zuständig. Beide Behörden regulieren auch die inländische Produktion.

Die jüngsten Anordnungen von Präsident Trump haben diese Bundesbehörden mit Haushaltskürzungen und Personalabbau belegt. Diese Änderungen haben zusätzliche Herausforderungen für Unternehmen geschaffen, die neue Produkte auf dem US-Markt einführen wollen. Die Einführung neuer Zölle hat diese Verwirrung nur noch vergrößert und macht es für Importeure noch schwieriger, sich mit den gesetzlichen Anforderungen zurechtzufinden.

Auf der Ebene der Bundesstaaten sind die Vorschriften sehr unterschiedlich. Einige Bundesstaaten arbeiten als Kontrollstaaten", in denen staatliche Behörden den Vertrieb oder den Einzelhandelsverkauf von Alkohol regeln. Andere sind "offene" Staaten, in denen private Unternehmen nach Erhalt von Lizenzen am Vertrieb und Verkauf teilnehmen können. Die meisten offenen Staaten verwenden ein dreistufiges System, das Hersteller, Verteiler und Einzelhändler voneinander trennt, um Monopole zu verhindern. Dieses System bedeutet, dass ausländische Hersteller nicht direkt an amerikanische Verbraucher verkaufen können; sie müssen über lizenzierte Importeure und Vertriebshändler arbeiten, die dann an Einzelhändler verkaufen.

Jeder Zwischenhändler in dieser Kette schlägt seinen eigenen Aufschlag auf den Produktpreis auf. Wenn die Zölle steigen - wie bei der Erhöhung um 10 % im April oder dem für August geplanten Zoll von 30 % auf europäische Weine -, zahlen die amerikanischen Importeure die Kosten, wenn die Waren in den US-Häfen ankommen. Diese Kosten werden dann über die Groß- und Einzelhändler weitergegeben, bevor sie die Verbraucher erreichen. Infolgedessen steigen die Preise in allen Segmenten des Marktes.

Die Auswirkungen dieser Zölle werden durch den rückläufigen Alkoholkonsum in den Vereinigten Staaten noch verstärkt. Die höheren Preise haben zu einem Rückgang der Käufe auf allen Ebenen des Marktes geführt. Größere Importeure mit starken finanziellen Reserven waren in der Lage, vor Inkrafttreten der Zölle Lagerbestände anzulegen, kleinere Unternehmen konnten dies jedoch nicht tun. Angesichts der steigenden Kosten und der Inflation, die den Cashflow unter Druck setzen, kämpfen viele kleine und mittlere Importeure, Großhändler und Einzelhändler ums Überleben. Dies hat zu einer zunehmenden Konsolidierung in der Branche geführt, da größere Anbieter kleinere Unternehmen übernehmen oder sie aus dem Geschäft drängen.

Die laufenden Veränderungen verringern sowohl die Produktvielfalt als auch die verfügbaren Bestände für die amerikanischen Verbraucher. Die Abwertung des Dollars - ein erklärtes Ziel von Präsident Trump - könnte diese Trends noch beschleunigen, indem sie importierte Waren noch teurer macht.

Die Kombination aus neuen Zöllen, komplexen Vorschriften und wirtschaftlichem Druck verändert den amerikanischen Alkoholmarkt auf eine Art und Weise, die noch über Jahre hinweg spürbar sein könnte. Branchenbeobachter sagen, dass die Verbraucher mit höheren Preisen und einer geringeren Auswahl in den Regalen der Geschäfte im ganzen Land rechnen müssen, sofern sich die politischen oder wirtschaftlichen Bedingungen nicht wesentlich ändern.