Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Frankreich und China über Weinbrand

15.11.2024

China erwägt, die Kaution für die Einfuhr von Cognac und Armagnac durch eine Bankgarantie zu ersetzen

Die Gespräche zwischen Frankreich und China über die Brandy-Zölle sind wieder aufgenommen worden, was die Hoffnung nährt, dass Peking die Zölle auf europäische Einfuhren des Getränks senken könnte. Vertreter der Cognac- und Armagnac-Industrie trafen diese Woche mit dem französischen Staatspräsidenten zusammen, um die Situation im Zusammenhang mit den Antidumpingzöllen anzusprechen, die China auf Weinbrand aus der Europäischen Union aufrechterhält und die die Exporte weiterhin beeinträchtigen. Das Problem entstand als Reaktion auf die Drohung der EU, Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu erheben, eine Maßnahme, die bereits in Kraft getreten ist.

Das Bureau National Interprofessionnel du Cognac (BNIC) erklärte am Dienstag, dass die chinesische Untersuchung "kein rechtliches, sondern ein politisches Problem" sei, was bedeutet, dass eine politische Lösung erforderlich ist. Diese Erklärung unterstreicht den Druck, den die französische Regierung seitens der Cognac-Branche ausübt, um eine Lösung auf diplomatischem Wege zu finden. Der Konflikt verschärfte sich, nachdem die Europäische Kommission Maßnahmen gegen chinesische Autoexporte ergriffen hatte, was Pekings Vergeltungsmaßnahmen auslöste.

Vor dem Hintergrund dieser Spannungen verweisen einige Branchenvertreter auf jüngste hochrangige Treffen, die Anzeichen für Fortschritte erkennen ließen. Die Gespräche zwischen französischen und chinesischen Beamten in Shanghai haben den Dialog wieder aufgenommen, was als entscheidender Schritt zu einer bilateralen Lösung angesehen wird. Französische Lobbygruppen, darunter das BNIC, das Bureau National Interprofessionnel de l'Armagnac (BNIA), die Fédération des Exportateurs de Vins et Spiritueux (FEVS) und das Maison des Vins et Spiritueux (MVS), haben ihre Bemühungen koordiniert, um auf Strategien zu drängen, die die Auswirkungen der Zölle auf den Sektor mildern könnten.

Unterdessen hat das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) die Möglichkeit angedeutet, die seit dem 11. Oktober von Cognac- und Armagnac-Importeuren verlangte Kaution durch eine Bankgarantie zu ersetzen, was weniger administrative Hürden bedeuten würde. Derzeit müssen Importeure von weinhaltigen Spirituosen wie Cognac und Armagnac eine Kaution in Höhe der angekündigten Zölle hinterlegen, die durchschnittlich 35 % betragen und am 29. August in Kraft getreten sind.

Französische Lobbygruppen haben diese Ankündigung als "positive erste Reaktion" interpretiert, obwohl sie einräumen, dass eine endgültige Lösung noch in weiter Ferne liegt. Seit Oktober hat die Kautionspflicht die französischen Exporteure vor große Herausforderungen gestellt, da sie befürchten, dass der anhaltende Streit den Absatz auf einem ihrer wichtigsten Märkte beeinträchtigen könnte. Die Erzielung einer politischen Einigung bleibt für beide Seiten eine Priorität, da die Verhandlungen in einem von Handelsspannungen geprägten Umfeld weiter voranschreiten.