Der Prozess der Weinherstellung, eine Tradition, die so alt ist wie die Zivilisation selbst, birgt eine Reihe von chemischen Wundern in sich, von denen eines die Rolle der Weinsäure ist, die oft als "Diamanten des Weins" bezeichnet wird. Dieser Artikel befasst sich mit der Wissenschaft hinter der Weinsäure, ihrer Entdeckung und ihren einzigartigen Eigenschaften, die sie zu einem wesentlichen Bestandteil der Weinherstellung machen.
Traubenmost, der erste Schritt auf dem Weg von der Traube zum Wein, ist ein komplexes Gemisch. Er besteht hauptsächlich aus Wasser, das 70 bis 80 % seines Inhalts ausmacht. Die Süße des Mostes stammt von Zuckern wie Glukose und Fruktose, die für die Gärung unerlässlich sind. Die Polyphenole, die in den Schalen und Kernen der Trauben enthalten sind, tragen zur Schönheit des Weins bei und wirken der Alterung entgegen. Der Most enthält außerdem Pektinstoffe, Stickstoffverbindungen, Mineralien, Enzyme und Vitamine. Der Schwerpunkt dieser Abhandlung liegt jedoch auf den im Most enthaltenen organischen Säuren, insbesondere der Weinsäure.
Weinsäure, die am häufigsten in Trauben vorkommende Säure, spielt bei der Weinherstellung eine zentrale Rolle. In ihrer isolierten Form ist sie ein weißes Pulver mit der chemischen Formel C4H6O6. Diese Säure ist entscheidend für die Regulierung der Eigenschaften des Weins. Indem sie sich im Wein auflöst und seinen pH-Wert senkt, erhöht die Weinsäure den Säuregehalt des Weins. Diese Anpassung dient mehreren Zwecken: Sie verhindert das Bakterienwachstum während der malolaktischen Gärung und verleiht dem Wein eine erfrischende Säure. Ein Übermaß an Weinsäure kann jedoch zur Bildung von Kristallen im Korken oder am Boden der Flasche führen, die als Weinsteinkristalle oder "Weindiamanten" bekannt sind.
Die Reise zum Verständnis der Weinsäure begann 1769 mit Carl Wilhelm Scheele, der sie erstmals isolierte. Der wirkliche Durchbruch gelang jedoch erst Louis Pasteur. Bei der Untersuchung der Weinsäure entdeckte Pasteur, dass die aus Weintrauben gewonnene Säure und ihr im Labor synthetisiertes Gegenstück trotz gleicher chemischer Zusammensetzung unterschiedliche Eigenschaften bei polarisiertem Licht aufweisen. Bei seiner sorgfältigen Untersuchung unter dem Mikroskop stellte Pasteur fest, dass sich aus einem Weinsäuresalz zwei Arten von Kristallen bildeten, die jeweils ein Spiegelbild des anderen waren. Als er diese Kristalle trennte und in Wasser auflöste, stellte er fest, dass sie das polarisierte Licht in entgegengesetzte Richtungen drehten, der eine im Uhrzeigersinn, der andere gegen den Uhrzeigersinn. Dies führte zur Entdeckung der Enantiomere - Moleküle, die spiegelbildlich zueinander sind, sich aber nicht überlagern lassen.
Pasteurs Entdeckung warf ein Schlaglicht auf das Konzept der Chiralität - die Eigenschaft eines Objekts (oder eines Moleküls), das sich nicht mit seinem Spiegelbild überlagern lässt, vergleichbar mit der Beziehung zwischen linker und rechter Hand oder einem Paar Schuhe. Dieses Konzept ist nicht nur in der Chemie von entscheidender Bedeutung, sondern hat auch erhebliche Auswirkungen in der Pharmazie, wo bestimmte entzündungshemmende Medikamente Chiralität aufweisen. In der Natur, wie z. B. in Weintrauben, ist normalerweise nur ein Enantiomer vorhanden. Bei der Synthese von Weinsäure im Labor entsteht dagegen ein 50:50-Gemisch aus beiden Enantiomeren, was zu einer Nichtpolarisierung des Lichts führt.
Der Artikel schließt mit einer Anspielung auf einen alten römischen Brauch, bei dem dem Wein Toast (wörtlich: getoastetes Brot) beigegeben wurde. Die Holzkohle, die sich beim Rösten des Brotes bildete, trug dazu bei, die überschüssige Weinsäure im Wein zu reduzieren und seine Qualität zu verbessern. Dieser Brauch findet ein skurriles Echo in der englischen Redewendung to make a toast", die die kulinarische Welt des Brotes mit der zeremoniellen Welt des Weines verbindet.
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