Spirituosenumsatz in US-Kontrollstaaten sinkt im August um 5,5 Prozent
Der Absatz in 9-Liter-Gebinden sank um 3,0 Prozent. Der negative Preis- und Mixeffekt von 2,5 Prozent deutet auf eine breitere Abschwächung hin.
Mittwoch, 7. Oktober 2026

Der Spirituosenabsatz schwächte sich im August in den 18 US-Kontrollstaaten, die von der National Alcohol Beverage Control Association erfasst werden, weiter ab. Sowohl das Volumen als auch der Umsatz gingen stärker zurück als im Vormonat und als ein Jahr zuvor. Nach Angaben der NABCA sank das Volumen in 9-Liter-Gebinden in diesen Märkten mit staatlich kontrolliertem Vertrieb gegenüber August 2025 um 3,0 Prozent, während der Umsatz in Dollar um 5,5 Prozent zurückging. Aus der Differenz zwischen den beiden Kennzahlen ergab sich ein negativer Preis- und Mixeffekt von 2,5 Prozent. Das zeigt, dass nicht nur weniger Flaschen verkauft wurden, sondern auch der Umsatz je Einheit niedriger war als ein Jahr zuvor.
Die Augustzahlen bedeuteten eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem Juli. Damals hatte das Spirituosenvolumen noch leicht um 0,3 Prozent zugelegt, während der Umsatz in Dollar um 2,2 Prozent gesunken war. Im August verschlechterten sich beide Kennzahlen damit um jeweils 3,3 Prozentpunkte. Der Umschwung ist bemerkenswert, weil er auf einen breiter unter Druck stehenden Markt hindeutet: Die Nachfrage ist nun schwächer, während Preise, Rabattaktionen oder die Produktwahl der Verbraucher weiterhin belastet sind.
Der jüngste Rückgang fiel auch stärker aus als im August des Vorjahres. Im August 2025 war der Spirituosenabsatz im selben System von Kontrollstaaten beim Volumen um 0,9 Prozent und beim Umsatz in Dollar um 3,0 Prozent gesunken. Der Rückgang im August dieses Jahres war somit beim Volumen um 2,1 Prozentpunkte und beim Umsatz um 2,5 Prozentpunkte stärker.
Nach Angaben der NABCA fielen die Ergebnisse der Kontrollstaaten im August insgesamt schwächer aus, obwohl es in Michigan drei Verkaufstage mehr gab als im Vorjahresmonat – ein Kalendereffekt, der den Absatz normalerweise stützen könnte. Die Organisation nannte zwei Ausnahmen: New Hampshire profitierte weiterhin von Werbeaktionen, und in West Virginia zog die Verbrauchernachfrage im Zusammenhang mit dem Beginn der College-Football-Saison an. Trotz dieser punktuellen Unterstützung blieb der Spirituosenmarkt in den Kontrollstaaten insgesamt im Minus.
Auch die rollierenden 12-Monats-Daten der Vereinigung, die kurzfristige Schwankungen glätten, zeigen, dass sich die Abschwächung nicht auf einen einzelnen Monat beschränkt. In den zwölf Monaten bis einschließlich August sank das Spirituosenvolumen um 0,8 Prozent, der Umsatz in Dollar um 2,8 Prozent und die Kennzahl für Preis und Mix um 2,0 Prozent. Dieses längerfristige Muster deutet auf eine anhaltende Schwäche der Umsatzentwicklung hin und nicht nur auf einen vorübergehenden Rückschlag im Monatsvergleich.
Laut dem Bericht fielen die Ergebnisse in den meisten Kategorien negativ aus. Cocktails waren die wichtigste Ausnahme und blieben der führende Wachstumstreiber, gestützt durch trinkfertige Produkte in Dosen. Im August legte das Volumen der Cocktailkategorie in 9-Liter-Gebinden um 12,4 Prozent zu, der Umsatz in Dollar stieg um 8,4 Prozent. Auch Irish Whiskey und Cachaça verzeichneten im Monatsverlauf Zuwächse. Alle anderen wichtigen Spirituosenkategorien gingen im August zurück.
Im rollierenden Zwölfmonatszeitraum gehörten einige traditionelle Kategorien weiterhin zu den schwächsten. Als besonders rückläufig nannte der Bericht Canadian Whisky, Scotch sowie Brandy und Cognac. Irish Whiskey lag über diesen längeren Zeitraum etwa auf Vorjahresniveau. Der Gegensatz zwischen dem monatlichen Plus bei Irish Whiskey und der Stagnation über zwölf Monate zeigt, wie unterschiedlich sich die einzelnen Kategorien inzwischen entwickeln.
Die Augustdaten zu Spirituosen sind für Hersteller und Vertrieb besonders wichtig, weil der Umsatz erneut stärker zurückging als das Volumen. Wenn der Umsatz schneller sinkt als der Absatz in Gebinden, deutet das meist auf eine Verschiebung hin zu günstigeren Produkten, stärkere Preisnachlässe, mehr Werbeaktionen oder eine Abkehr der Verbraucher von höherpreisigen Marken hin. In der monatlichen Zusammenfassung schlüsselte die NABCA diese Faktoren nicht näher auf. Der negative Preis- und Mixeffekt von 2,5 Prozent zeigt jedoch, dass die Schwäche über die reine Nachfrage nach Einheiten hinausging.
Der Bericht zeigte außerdem, dass die rückläufige Entwicklung nicht auf den Einzelhandel beschränkt war. Im Gastronomiegeschäft, zu dem Bars und Restaurants zählen, sank das Spirituosenvolumen im August um 1,6 Prozent und der Umsatz um 4,4 Prozent. In den zwölf Monaten bis einschließlich August lag das Volumen im Gastronomiegeschäft zwar noch 0,5 Prozent im Plus, der Umsatz ging jedoch um 1,8 Prozent zurück. Daraus ergab sich ein negativer Preis- und Mixeffekt von 2,3 Prozent. Das deutet auf eine ähnliche Verschlechterung der Umsatzqualität an Orten hin, an denen Verbraucher außer Haus trinken.
Auch der Weinabsatz in denselben Kontrollstaaten ging im August zurück, wobei sich die Preisentwicklung anders darstellte. Das Weinvolumen sank um 6,4 Prozent, der Umsatz um 5,0 Prozent. Daraus ergab sich ein positiver Preis- und Mixeffekt von 1,4 Prozent. Über den rollierenden Zwölfmonatszeitraum ging das Weinvolumen um 3,9 Prozent und der Umsatz um 2,2 Prozent zurück; der Preis- und Mixeffekt lag bei plus 1,7 Prozent. Beim Wein im Gastronomiegeschäft sank das Volumen im August um 3,1 Prozent, während der Umsatz nahezu unverändert blieb. Daraus ergab sich ein positiver Mixeffekt von 3,1 Prozent.
Die Zahlen der NABCA zu den Kontrollstaaten umfassen Großhandelsverkäufe in 18 Bundesstaaten, in denen der Vertrieb alkoholischer Getränke ganz oder teilweise über öffentliche Systeme kontrolliert wird. Aufgrund dieser Struktur werden die Daten aufmerksam als zeitnaher Indikator für Teile des US-amerikanischen Marktes für alkoholische Getränke verfolgt, bilden jedoch nicht das ganze Land ab. Dennoch zeigen die Augustergebnisse eine breit angelegte Abschwächung der Spirituosennachfrage in diesen Staaten: Zum sinkenden Absatz in Gebinden kommt nun ein noch stärkerer Umsatzrückgang. Zugleich hängt das Wachstum weiterhin von wenigen Kategorien ab, insbesondere von Cocktails in Dosen.