Venetos Weinexporte sanken im ersten Halbjahr 2026 um 8,4 Prozent

Die Region exportierte Wein im Wert von 1,32 Milliarden Euro. Der Rückgang fiel stärker aus als das landesweite Minus von 6,2 Prozent – im Herzen der Prosecco-Produktion.

Freitag, 23. Oktober 2026

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Die Weinexporte aus der italienischen Region Veneto sanken im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent und damit stärker als im Landesdurchschnitt. Das geht aus einer Analyse von Veneto Agricoltura hervor, über die ANSA berichtete. Von Januar bis Juni exportierte die Region Wein im Wert von 1,32 Milliarden Euro – weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Für ein Gebiet, das für den italienischen Weinhandel weiterhin von zentraler Bedeutung ist, ist das ein Rückschlag.

Der Rückgang im ersten Halbjahr lag laut Analyse 2,2 Prozentpunkte über dem Minus von 6,2 Prozent, das für Italien insgesamt verzeichnet wurde. Veneto Agricoltura ist die regionale öffentliche Agentur, die Forschung und Innovation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft fördert. Ihr Wirtschaftsobservatorium untersuchte die Exportentwicklung im Jahr 2025 und in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026.

Die Zahlen markieren eine Abkehr vom Wachstumskurs, der die Weinexporte Venetos in den vergangenen Jahren geprägt hatte. Dennoch entfielen weiterhin 36,3 Prozent der gesamten italienischen Weinexporte auf die Region. Das unterstreicht, wie stark die nationale Branche von Erzeugern im Nordosten Italiens abhängt. Veneto umfasst einige der bekanntesten Weinbaugebiete des Landes und ist eine wichtige Herkunftsregion für abgefüllte Stillweine und Schaumweine, insbesondere Prosecco.

Die Daten zeigen außerdem, dass der Druck auf die Exporteure bereits 2025 spürbar geworden war. In diesem Jahr verkaufte Veneto Wein im Wert von 2,93 Milliarden Euro ins Ausland, 1,1 Prozent weniger als 2024, obwohl die Exportmengen um 1,2 Prozent stiegen. Der durchschnittliche Exportpreis sank um 2,3 Prozent auf 3,64 Euro je Liter. Die höheren Mengen reichten also nicht aus, um einen Rückgang der Gesamterlöse zu verhindern. Italienweit gingen die Weinexporte 2025 laut derselben Analyse um 3,4 Prozent zurück.

Die Kombination aus steigenden Mengen und sinkenden Preisen erklärt, warum sich die Abschwächung Anfang 2026 verstärkte. Der ANSA-Bericht über die Studie enthielt keine detaillierte Aufschlüsselung für das erste Halbjahr nach Menge, Durchschnittspreis oder Produktmix. Daher geht daraus nicht genau hervor, welcher Anteil des jüngsten Rückgangs auf geringere Liefermengen und welcher auf niedrigere Preise zurückzuführen war. Der Vergleich mit 2025 legt jedoch nahe, dass der Preisdruck für die Exporteure Venetos ein wichtiger Faktor war.

Laut der Studie wurde der Markt von veränderten Konsumgewohnheiten und einem fragilen geopolitischen Umfeld geprägt. Diese Faktoren wirkten sich auch auf den italienischen Weinhandel insgesamt aus. Der stärkere Rückgang in Veneto im ersten Halbjahr zeigt jedoch, dass die Region weder vor einer schwächeren Nachfrage noch vor schwierigeren internationalen Rahmenbedingungen gefeit ist.

Zwei Produktgruppen tragen weiterhin den Großteil des Exportsystems Venetos. Abgefüllte Stillweine machten 49,2 Prozent des Exportwerts aus, Schaumweine 47 Prozent. 2025 entwickelten sich abgefüllte Stillweine weitgehend stabil: Sie erzielten Exporterlöse von 1,44 Milliarden Euro, ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber 2024. Die ins Ausland gelieferten Mengen stiegen um 0,6 Prozent auf rund 3,8 Millionen Hektoliter. Bei Schaumweinen war die Erlösentwicklung deutlich schwächer. Die Exportmenge nahm um 0,8 Prozent auf 3,3 Millionen Hektoliter zu, die Erlöse sanken jedoch wegen niedrigerer Durchschnittspreise um 3 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro.

Das ist von Bedeutung, weil Schaumwein im vergangenen Jahrzehnt zu den wichtigsten Wachstumstreibern Venetos gehörte. Gegenüber 2016 legten die Schaumweinexporte der Region 2025 wertmäßig um 97,9 Prozent und mengenmäßig um 76 Prozent zu – vor allem dank des internationalen Erfolgs von Prosecco. Die neuen Zahlen deuten darauf hin, dass die Kategorie weiterhin groß und weltweit bedeutend ist, aber nicht mehr im selben Tempo wächst und stärker dem Preiswettbewerb ausgesetzt ist.

2025 wurde Wein aus Veneto in rund 150 Länder exportiert, doch die Verkäufe konzentrierten sich stark auf wenige Märkte. Rund 89 Prozent des gesamten Exportwerts entfielen auf nur 20 Länder. Die Vereinigten Staaten blieben mit einem Anteil von 21,6 Prozent an den Weinexporten Venetos wichtigstes Zielland; der Wert belief sich auf mehr als 633 Millionen Euro. Es folgten Deutschland mit 437 Millionen Euro und das Vereinigte Königreich mit 369 Millionen Euro.

Die Konzentration der Exporte auf eine relativ kleine Ländergruppe macht die Region anfällig für Nachfrageschwankungen in ihren wichtigsten Absatzmärkten. Zugleich verwies die Studie auf einige schnell wachsende Märkte in Osteuropa. Die Ukraine und die Slowakei wurden als bemerkenswerte Neuzugänge unter den 20 wichtigsten Zielländern Venetos genannt. Gegenüber 2016 stiegen die Exportwerte dorthin um 467 beziehungsweise 384 Prozent.

Die jüngsten Zahlen sind auch über die Region hinaus von Bedeutung, denn auf Veneto entfällt mehr als ein Drittel des Werts der italienischen Weinexporte. Ein Rückgang von 8,4 Prozent innerhalb eines Halbjahres wirkt sich daher auf die nationale Handelsbilanz einer der bekanntesten italienischen Lebensmittel- und Getränkeindustrien aus. Den im Bericht genannten gerundeten Zahlen zufolge entspricht das Minus im ersten Halbjahr einem Rückgang von rund 121 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Für die Erzeuger geht es nicht nur darum, ob die Nachfrage nachlässt, sondern auch darum, ob sich die Erlöse mit mehr verkauften Flaschen oder Litern noch sichern lassen, wenn die Preise unter Druck geraten. Die Daten für 2025 zeigten, dass dies nicht gelang. Die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2026 deuten auf ein schwierigeres Exportumfeld für eine Region hin, die weiterhin zu den tragenden Säulen des italienischen Weinabsatzes im Ausland zählt.

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