15.06.2026
Eine in der Journal of Hazardous Materials veröffentlichte Studie beschreibt eine neue Methode zum Nachweis von Ochratoxin A, einem regulierten Mykotoxin, in Weißwein bei Konzentrationen nahe der gesetzlichen Grenze – ein Schritt, der Weingütern und Prüflaboren helfen könnte, das Screening zu beschleunigen und zugleich Compliance sowie Verbrauchersicherheit zu gewährleisten.
Ochratoxin A, oft als OTA bezeichnet, ist ein Kontaminant, der in mehreren Lebensmitteln und Getränken vorkommen kann, darunter auch Wein. In vielen Ländern ist es wegen seiner nephrotoxischen und karzinogenen Wirkung reguliert. Der Nachweis in sehr niedrigen Konzentrationen ist bislang schwierig geblieben, insbesondere in Weißwein, wo die chemische Komplexität der Flüssigkeit die Analyse beeinträchtigen kann.
Laut der Studie entwickelten die Forscher einen Ansatz, der eine lösungsmittelbasierte Anreicherung mit selektiver papierverstärkter Infrarotspektroskopie, kurz PEIR, kombiniert. Das Verfahren beginnt damit, OTA aus dem Wein in ein Lösungsmittel zu extrahieren, sodass sich die Verbindung stärker konzentriert. Die angereicherte Probe wird anschließend auf ein funktionalisiertes Cellulosepapier-Substrat gegeben, das darauf ausgelegt ist, das Toxin selektiv zu adsorbieren und sein Spektralsignal zu verstärken. Danach wird mittels Infrarotspektroskopie nach charakteristischen OTA-Absorptionsbändern auf dem Papier gesucht.
Die Forscher berichteten, dass die Methode OTA bei oder unter dem maximal zulässigen Wert für Weißwein nachweisen konnte und damit eine Eignung um 2 µg/kg zeigte, was dem im Studienkontext genannten gesetzlichen Schwellenwert entspricht. Sie sagten außerdem, dass die Technik ohne komplexe chromatographische Trennung auskommt – ein Merkmal, das im Vergleich zu aufwendigeren Testabläufen sowohl die Analysezeit als auch den Laboraufwand verringern könnte.
Die Arbeit stellt die Methode als markierungsfreien Ansatz dar, was bedeutet, dass sie keine zusätzlichen molekularen Tags oder Marker benötigt, um das Toxin zu identifizieren. Stattdessen nutzt sie nach Anreicherung und selektiver Bindung auf Papier die Infrarot-Signatur von OTA selbst. In der Praxis könnte das das Verfahren für den Routineeinsatz vereinfachen, sofern es außerhalb des Forschungskontexts konsistent funktioniert.
Die Autoren erklärten, die Methode erfordere nur eine minimale Probenvorbereitung und biete schnelle Analysezeiten. Zudem beschrieben sie sie als kosteneffiziente und zuverlässige Alternative für das Routine-Screening in der Weinbranche. Das ist für den Getränkesektor relevant, weil schnellere und einfachere Testwerkzeuge die Überwachung eines streng regulierten Kontaminanten im Wein verbessern, die Qualitätskontrolle bei Produktion und Lagerung unterstützen und möglicherweise Verzögerungen bei der Entscheidung verringern könnten, ob Chargen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
Für Erzeuger, Importeure und Labore ist OTA-Testing nicht nur eine Frage der Lebensmittelsicherheit, sondern auch des Handels. Eine Methode, die Kontaminationen nahe der gesetzlichen Grenze identifizieren kann, könnte helfen, Probleme früher in der Lieferkette zu erkennen. Bei Weißwein, wo sich Spurenkontaminanten wegen der Matrix schwerer isolieren lassen können, könnte jede Verbesserung der Empfindlichkeit ohne wesentliche zusätzliche technische Komplexität für das Routine-Monitoring nützlich sein.
Die Studie schlägt nicht vor, etablierte regulatorische Methoden sofort zu ersetzen; sie weist jedoch auf eine analytische Richtung hin, die die Auswahl an Screening-Optionen erweitern könnte. Infrarotbasierte Systeme werden allgemein wegen ihrer Geschwindigkeit geschätzt, und die Kombination mit einem selektiven Anreicherungsschritt scheint eine ihrer Hauptgrenzen bei komplexen Getränken anzugehen: Spurenkontaminanten von Hintergrundsignalen zu unterscheiden.
Die Arbeit reiht sich in breitere Bemühungen ein, den Nachweis von Kontaminanten in Getränken mit Methoden zu verbessern, die schneller und ressourcenschonender sind als herkömmliche Labortechniken. Im Weinsektor, wo Erzeuger unter Druck stehen, Sicherheitsvorschriften einzuhalten und zugleich Kosten zu kontrollieren, könnten Werkzeuge zum Nachweis von OTA nahe gesetzlicher Grenzwerte zunehmend relevant werden, wenn sie für einen breiteren kommerziellen Einsatz validiert sind.
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