18.05.2026
Kompakte Roboter entwickeln sich zu einem praxistauglichen Werkzeug für eine der arbeitsintensivsten Aufgaben im Weinberg: die Unkrautbekämpfung in der Unterstockzone. In einem Bereich, in dem wiederholte Überfahrten nötig sind, um spontane Vegetation nahe den Stämmen zu kontrollieren, ohne Pflanzen oder Wurzeln zu schädigen, testen Forschende und Hersteller kleinere Maschinen, die in engen Räumen arbeiten, die Bodenverdichtung verringern und Aufgaben übernehmen können, die bislang noch stark von Handarbeit abhängen.
Für Winzer ist das kein Randthema. Unkräuter konkurrieren mit den Reben um Wasser, Licht und Nährstoffe. Zudem können sie Feldarbeiten behindern, Schädlinge beherbergen und die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen. Damit zählt das Management der Unterstockzone, im Italienischen als „sottofila“ bezeichnet, zu den sensibelsten und kostspieligsten Arbeiten im Weinbau – besonders in Weinbergen mit engem Pflanzabstand oder schwierigem Gelände.
Ein aktueller Beitrag von Lorenzo Gagliardi, Sofia Matilde Luglio, Christian Frasconi, Marco Fontanelli, Andrea Peruzzi und Michele Raffaelli vom Department of Agriculture, Food and Agro-Environmental Sciences der Universität Pisa beleuchtet den Stand der kompakten Robotik für diese Aufgabe. Der Text erschien am 11. Mai in Il Corriere Vinicolo in der Rubrik Robotica & Automazione und bietet einen breiten Überblick über bereits verfügbare oder noch in Entwicklung befindliche Systeme.
Der Reiz dieser Maschinen geht über den Ersatz repetitiver Arbeit hinaus. Kleinere Roboter können sich durch enge Rebzeilen bewegen, auf begrenztem Raum wenden und mit geringerem Druck auf den Boden arbeiten. Das ist wichtig, weil schwere Maschinen den Boden verdichten können, was langfristig Porosität, Durchlüftung und Fruchtbarkeit mindert. Für Betriebe, die ihre Bodengesundheit schützen und zugleich die Arbeitskosten im Griff behalten wollen, ist das ein erheblicher Vorteil.
Zu den beschriebenen Technologien zählen elektrische Plattformen, Raupenträger und multifunktionale Einheiten für Mähen, mechanische Unkrautbekämpfung, Spritzen und Monitoring. Einige setzen für die präzise Navigation auf GNSS-RTK-Positionierung, andere nutzen LiDAR-Sensoren zur Erkennung von Reihen und Hindernissen. Zusammen deuten diese Werkzeuge auf einen breiteren Wandel im Weinbergsmanagement hin – hin zu einer Automatisierung, die gezielter ist als die traditionelle großflächige Mechanisierung.
Die Forschenden betonen jedoch, dass die Einführung von den realen Bedingungen vor Ort abhängt. Hangneigung, Reihenbreite, Akkulaufzeit, Maschinengewicht, verfügbare Anbaugeräte und Sicherheit bestimmen mit darüber, ob ein Roboter in einem bestimmten Weinberg effektiv eingesetzt werden kann. Ein System, das an einem Standort gut funktioniert, kann an einem anderen unpraktikabel sein, wenn das Gelände steil ist oder die Reihen zu schmal sind.
Für Weinproduzenten, die mit steigenden Lohnkosten und dem Druck zu nachhaltigerem Wirtschaften konfrontiert sind, könnten kompakte Roboter Teil eines neuen Betriebsmodells werden, in dem routinemäßige Arbeiten in der Unterstockzone mit weniger Handarbeit und geringerer Bodenbelastung erledigt werden. Die Herausforderung besteht nun darin, jede Maschine so auf die jeweiligen Weinbergsbedingungen abzustimmen, dass sie verlässliche Ergebnisse liefert, ohne eine ohnehin anspruchsvolle Aufgabe zusätzlich zu verkomplizieren.
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