14.05.2026
Brown-Forman hat Sazeracs Übernahmeangebot über 15 Milliarden US-Dollar offiziell zurückgewiesen und damit vorerst einen Deal beendet, aus dem einer der größten Spirituosenkonzerne der Vereinigten Staaten entstanden wäre und der das amerikanische Whiskeygeschäft neu geordnet hätte.
Die Entscheidung, über die The Wall Street Journal und Reuters berichteten und die in einer Mitteilung von Shanken News Daily bestätigt wurde, bedeutet, dass Brown-Forman nach wochenlangen Gesprächen sowohl mit Sazerac als auch mit Pernod Ricard unabhängig bleibt. Sazeracs Vorschlag bewertete Brown-Forman mit 32 US-Dollar je Aktie. Pernod Ricard hatte über eine separate Transaktion verhandelt, die eher als Zusammenschluss unter Gleichen beschrieben wurde; diese Gespräche endeten jedoch am 28. April.
Brown-Forman gehört Jack Daniel’s, Woodford Reserve und ein Portfolio an, das weltweit insgesamt rund 46 Millionen Kisten umfasst. Sazerac kontrolliert Marken wie Buffalo Trace, Pappy Van Winkle, Col. E.H. Taylor, Weller und Blanton’s. Ein Zusammenschluss beider Unternehmen hätte zwei der einflussreichsten Namen im amerikanischen Whiskey zusammengeführt und eine Spirituosengruppe mit einem weltweiten Volumen von rund 100 Millionen Kisten geschaffen.
Die Ablehnung macht zumindest vorerst einen Deal zunichte, der Brown-Forman-Aktionären die Möglichkeit gegeben hätte, auszusteigen oder ihre Anteile an einem kombinierten Unternehmen zu behalten. Zugleich bleibt das Kräfteverhältnis im amerikanischen Whiskey unverändert – in einer Kategorie, in der Größe für Vertrieb, Preissetzungsmacht und den Zugang zu knappen gereiften Beständen entscheidend ist.
Die Gespräche fanden zu einem Zeitpunkt statt, an dem große Spirituosenkonzerne unter Druck durch eine schwächere Nachfrage in einigen Märkten und durch Investoren standen, die Wachstum über Konsolidierung suchen. Für Brown-Forman, das seit Langem als unabhängiges, familienkontrolliertes Unternehmen geführt wird, deutet die Entscheidung darauf hin, dass Management und Verwaltungsrat nicht überzeugt waren, dass Sazeracs Angebot den Wert des Unternehmens oder seine langfristigen Aussichten widerspiegelte.
Sazerac hat sich in den vergangenen Jahren durch Übernahmen und Markenaufbau aggressiv ausgeweitet, während Brown-Forman auf seine Kern-Whiskeymarken und internationales Wachstum gesetzt hat, um den Gewinn zu stützen. Ein Deal zwischen beiden hätte zwei Unternehmen mit tiefen Wurzeln in Kentucky und großer Reichweite bei Premium-Bourbon und Tennessee Whiskey zusammengebracht.
Nach der Ablehnung des Angebots und dem bereits beendeten Gespräch mit Pernod Ricard dürfte Brown-Forman nun eigenständig weitermachen – sofern kein weiterer Bieter auftaucht oder das Unternehmen später strategische Gespräche wieder aufnimmt.
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