12.05.2026
Der globale Weinsektor ist mit Druck durch Zölle, Klimaschocks und schwächere Nachfrage der Verbraucher in das Jahr 2025 gestartet, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der International Organisation of Vine and Wine hervorgeht. Demnach passt sich die Branche an geringere Produktion, schrumpfende Rebflächen und eine Verlangsamung des internationalen Handels an.
Der Bericht stellte fest, dass die weltweite Rebfläche im sechsten Jahr in Folge zurückging – auf 7,0 Millionen Hektar, ein Minus von 0,8 % gegenüber 2024. Die globale Weinproduktion wurde auf 227 Millionen Hektoliter geschätzt, nur 0,6 % mehr als im Vorjahr, aber weiterhin deutlich unter dem historischen Durchschnitt. Der Konsum wurde auf 208 Millionen Hektoliter veranschlagt, ein Rückgang um 2,7 % gegenüber 2024; die Exporte sanken auf 94,8 Millionen Hektoliter (-4,7 %), und der Exportwert fiel um 6,7 % auf 33,8 Milliarden Euro.
Nach Angaben der Organisation spiegeln die Zahlen einen Sektor wider, der durch Wetterextreme, veränderte Trinkgewohnheiten und Handelsspannungen umgeformt wird – insbesondere durch Zollpolitik, die die Warenströme in wichtigen Märkten störte. Die Vereinigten Staaten blieben gemessen am Wert der größte Weinimporteur, doch die Importe gingen dort auf 5,5 Milliarden Euro zurück, ein Minus von 12 % gegenüber 2024.
OIV-Generaldirektor John Barker erklärte in einer Stellungnahme, der Weinsektor habe sich seit mehreren Jahren an „anhaltende klimatische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen“ angepasst; die zollbedingten Störungen im Jahr 2025 hätten für Erzeuger, Exporteure und Lieferketten eine weitere Schwierigkeitsebene hinzugefügt. Die Branche zeige Widerstandsfähigkeit, indem sie neue Märkte erschließe und ihre Produktionskapazitäten an die Nachfrage anpasse.
Auch die klimatischen Bedingungen belasteten die Produktion weiterhin in beiden Hemisphären. Die OIV erklärte, niedrige Ernten in mehreren großen Erzeugerländern hätten dazu beigetragen, dass die weltweite Produktion im dritten Jahr in Folge unter dem Verbrauch blieb. Italien blieb mit 44,4 Millionen Hektolitern der größte Produzent der Welt, gefolgt von Frankreich mit 36,1 Millionen und Spanien mit 28,7 Millionen. Die Vereinigten Staaten produzierten schätzungsweise 20 Millionen Hektoliter.
Einige Länder erholten sich nach schwachen Ernten im Jahr 2024. Brasilien, Neuseeland, Südafrika und Moldau verzeichneten allesamt Zuwächse, während Chile wegen Wasserknappheit und geringerer Erträge erneut einen Rückgang hinnehmen musste. Neuseeland meldete eine seiner stärksten Ernten überhaupt.
Der Bericht verwies zudem auf einen anhaltenden Rückgang der Rebfläche in wichtigen Erzeugerländern, da sich die Winzer eher an den Marktbedingungen orientierten als ihre Anbauflächen auszuweiten. In Frankreich sank die Rebfläche um 4,4 %, in Spanien um 1,3 % und in Italien um 0,3 %. Chinas Rebfläche blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Auf der Nachfrageseite stellte die OIV fest, dass sich die Nachfrage in reifen Märkten wie den Vereinigten Staaten und China weiter abschwächte. Dort trinken jüngere Verbraucher weniger Wein, und breitere Veränderungen im Lebensstil wirken sich auf den Absatz aus. Die Vereinigten Staaten blieben mit 31,9 Millionen Hektolitern der größte Verbrauchermarkt, gefolgt von Frankreich mit 22 Millionen und Italien mit 20,2 Millionen.
Die Organisation erklärte zugleich, dass einige Märkte trotz der allgemeinen Abschwächung Wachstum verzeichneten. Brasilien erreichte mit 4,4 Millionen Hektolitern ein Rekordniveau beim Konsum; auch Portugal meldete mit 5,6 Millionen Hektolitern einen Höchstwert.
Der Handel blieb für den Sektor zentral, obwohl die Volumina zurückgingen. Nach Angaben der OIV werden rund 46 % des weltweit konsumierten Weins grenzüberschreitend gehandelt – ein Hinweis darauf, wie abhängig Produzenten von Exportmärkten sind, wenn die Binnennachfrage schwächelt. Die durchschnittlichen Exportpreise gaben 2025 leicht nach, lagen aber weiterhin über dem Niveau vor der Pandemie.
Der Bericht beschrieb den Markt insgesamt als weitgehend ausgeglichen, da niedrige Produktion die schwächere Nachfrage kompensiere und den Druck auf die Lagerbestände begrenze. Schätzungen zufolge nehmen industrielle Verwendungen wie Destillation, Essig und weinbasierte Produkte jährlich rund 30 Millionen Hektoliter auf; damit ergibt sich für 2025 eine Lücke zwischen Produktion und Verbrauch von etwa 18,7 Millionen Hektolitern.
Die OIV erklärte, jüngste bilaterale und multilaterale Handelsabkommen könnten dazu beitragen, die Lage für Exporteure in den kommenden Jahren zu stabilisieren. Zugleich warnte sie jedoch davor, dass Klimavolatilität und politische Unsicherheit weiterhin Investitions-, Produktions- und Handelsentscheidungen im globalen Weinbusiness prägen würden.
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