07.05.2026
Ein am Mittwoch in der Weinregion Bordeaux gestarteter öffentlich-privater Bodenfonds will brachliegende oder gerodete Rebparzellen aufkaufen – als Teil eines Vorhabens, einem stark unter Druck stehenden Sektor zu helfen und eines der am stärksten angeschlagenen Weinanbaugebiete Frankreichs neu zu ordnen.
Die Foncière Avenir Gironde, getragen von Regionalbanken, dem Staat und der Region Nouvelle-Aquitaine, hat eine erste Interessenbekundung gestartet, um potenzielle Kaufgrundstücke zu identifizieren. Der Fonds verfügt über 20 Millionen Euro, darunter 14 Millionen Euro von Regionalbanken, 3,5 Millionen Euro vom Staat und 3,5 Millionen Euro von der Region.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bordeaux’ Weinproduzenten mit einer tiefen Krise konfrontiert sind, die von sinkender Nachfrage, finanziellem Druck und einer Welle von Unternehmenspleiten geprägt ist. Étienne Guyot, Präfekt der Region Nouvelle-Aquitaine, bezeichnete das Projekt als wichtigen Moment und als beispiellose öffentlich-private Allianz, die zeigen solle, dass gemeinsames Handeln wirksam sein kann.
Die erste Interessenbekundung richtet sich an Weinbaubetriebe im gesamten Département Gironde, wo es rund 5.400 Winzer gibt. Sie ist vor allem auf Parzellen beschränkt, die bereits gerodet wurden oder kurz vor der Rodung stehen, sowie auf brachliegendes Land. In einigen Fällen können auch angrenzende Wälder, andere Flächen oder sogar Gebäude einbezogen werden, wenn dies aus Sicht der Flächennutzung oder des Katasters sinnvoll ist.
Winzer haben bis zum 7. Juni Zeit zu reagieren. Die Einreichung einer Parzelle verpflichtet sie nicht dazu, sie später auch zu verkaufen. Sie bleiben frei zu entscheiden, ob sie einen Verkauf tatsächlich vorantreiben. Der Fonds wiederum kann nach Prüfung ebenfalls entscheiden, dass sich der Kauf einer bestimmten Parzelle nicht lohnt.
Der Mechanismus soll angeschlagenen Erzeugern einen Ausweg bieten und zugleich dabei helfen, Weinberge neu zu ordnen, die nicht mehr zu den aktuellen Marktbedingungen passen. Er soll außerdem eine breitere Umstrukturierung der Bordeaux-Weinlandschaft unterstützen – in einer Phase, in der viele Betriebe unter Druck stehen, Kosten zu senken, unproduktive Flächen abzustoßen oder ganz aus dem Sektor auszusteigen.
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