Britische Mälzereien drosseln Gerstenbedarf

05.05.2026

Die schwache Nachfrage aus der Brau- und Spirituosenbranche setzt den Markt unter Druck, während Erzeuger bei den Verträgen für 2026 mit Unsicherheit konfrontiert sind

Wintergerstenbestände in Großbritannien entwickeln sich in diesem Frühjahr gut, doch die Nachfrage der Mälzereien bleibt schwach – ein Zeichen dafür, dass der geringere Konsum entlang der Lieferkette für Bier und Spirituosen allmählich auf den Markt durchschlägt.

Farmers Weekly berichtete am Dienstag, dass die Aussaat von Wintergerste über dem Vorjahresniveau liegt und die Aussichten für die Bestände insgesamt positiv sind. Die Publikation schrieb, dass steigende Inputkosten im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten die Winterkulturen wohl kaum beeinträchtigen dürften, da die meisten Anbauentscheidungen bereits gefallen seien. Höhere Diesel- und Düngemittelpreise setzen jedoch die Erzeuger von Sommergerste unter Druck, deren Margen ohnehin knapp sind.

Trockenes Wetter in Teilen Großbritanniens weckt zudem Sorgen über das Auflaufen der Sommergerste, was die Gesamtproduktion 2026 begrenzen könnte. Die Anbaufläche für Wintergerste dürfte gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert bleiben, doch selbst ein Rückgang der Sommeraussaat könnte die Gesamternte kleiner ausfallen lassen.

Ab Hof lag der Preis für Futtergerste am 24. April im Durchschnitt bei 154,7 £/t, wie aus den Marktdaten von Farmers Weekly hervorgeht. Händler sagten, Braugerste erziele zwar weiterhin einen kleinen Aufschlag gegenüber Futtergerste, doch die gehandelten Mengen seien gering und die Nachfrage begrenzt.

Die größere Sorge für die Erzeuger ist der deutliche Nachfragerückgang aus dem britischen Mälzereisektor. Farmers Weekly zufolge sank der Gerstenverbrauch von Brauereien, Mälzereien und Brennereien zwischen Juli 2025 und Februar 2026 im Jahresvergleich um fast 20 %. Dieser Rückgang spiegelt eine schwächere Nachfrage nach Whisky und anderen Spirituosen wider, die sich entlang der Lieferkette fortsetzt und zunächst die Landwirte trifft.

Hamish Logan, Associate Director bei Savills, sagte gegenüber Farmers Weekly, viele Mälzereien signalisierten einen geringeren Bedarf an Rohware, einige verschöben Vertragsangebote sogar ganz. Die Unsicherheit über die Verträge für 2026 zwinge Erzeuger dazu, ihre Fruchtfolgeplanung und ihr Risikomanagement zu überdenken – vor allem jene, die auf Sommergerste als Kernkultur angewiesen sind.

Das in Northumberland ansässige Unternehmen Simpsons Malt erklärte, auch globale Handelspolitik, Zölle und geopolitische Ereignisse mit Auswirkungen auf den Export anderer Getreidearten hätten die Gerstenpreise beeinflusst. Langfristig dürften die Preise für Braugerste volatil bleiben, da die weltweite Getreidenachfrage wächst, während Klima- und Handelsrisiken fortbestehen.

Auch europaweit kommen die Gerstenbestände gut voran; Analysten des Gemeinsamen Forschungszentrums der Europäischen Union erklärten, die Bestandsbedingungen blieben wegen milder Temperaturen und ausreichender Bodenfeuchte insgesamt günstig. Der jüngste Erntebericht der Europäischen Kommission prognostiziert für diese Ernte EU-Gerstenerträge von 5,15 t/ha – 3 % über dem Fünfjahresdurchschnitt.

Der Gesamtmarkt bleibt wegen reichlicher Versorgung und wettbewerbsfähiger Importe unter Druck. Das US-Landwirtschaftsministerium erklärte, große Getreidebestände setzten in Europa die Preise zusätzlich unter Druck – zu einem Zeitpunkt, an dem geopolitische Konflikte das Exportpotenzial für Getreide bedrohen.