Trump hebt Zoll auf Scotch-Whisky-Importe auf

05.05.2026

Der Schritt verschafft der schottischen Whiskybranche nach monatelangem Druck Entlastung in ihrem wichtigsten Exportmarkt.

Präsident Trump erklärte am Sonntag, er werde die Zölle auf Scotch-Whisky-Importe in die Vereinigten Staaten aufheben. Damit endet ein bislang geltender Zollsatz von 10 Prozent und die schottische Whiskybranche erhält in ihrem größten Exportmarkt eine lange ersehnte Atempause.

Trump gab die Entscheidung auf seinem Truth-Social-Konto nach dem Besuch von König Charles III. und Königin Camilla in Washington bekannt. In seinem Beitrag schrieb er, er hebe die Zölle und damit verbundenen Beschränkungen zu Ehren des Königspaars auf, das gerade das Weiße Haus verlassen habe und nach Großbritannien zurückkehre. Der Schritt erfolgte am Ende eines Staatsbesuchs, der in beiden Ländern große Aufmerksamkeit erregt und die Diskussion über die Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich neu belebt hatte.

Die Scotch Whisky Association begrüßte die Entscheidung und sprach von einem wichtigen Schub für die Brennereien in einer Phase, in der der Sektor unter höheren Kosten und schwächerer Nachfrage in einigen Märkten leidet. Mark Kent, der Geschäftsführer des Verbands, sagte, die Änderung werde Unternehmen helfen, die seit Monaten daran arbeiten, den zollfreien Handel für Whisky und Bourbon wiederherzustellen. Die Branche könne sich nun wieder darauf konzentrieren, den Nutzen auszubauen, den Scotch und American Whiskey für Beschäftigte und Gemeinden in beiden Ländern bringen.

Die Aufhebung des Zolls ist deshalb bedeutsam, weil die Vereinigten Staaten zu den wichtigsten Absatzmärkten für Scotch Whisky zählen. Branchenvertreter argumentieren seit Langem, dass selbst ein Zollsatz von 10 Prozent Preise, Margen und Regalflächen beeinflussen kann – vor allem für kleinere Produzenten, die mit heimischen Spirituosen und anderen Importmarken konkurrieren. Auch amerikanische Whiskeyhersteller dürften den Schritt genau beobachten; sie haben seit Langem ein Interesse an einem gegenseitigen Zugang zu Auslandsmärkten.

Der Handel zwischen Schottland und den Vereinigten Staaten wird zudem durch praktische Verbindungen jenseits fertiger Flaschen geprägt. Beide Branchen sind bei Materialien voneinander abhängig, darunter Holzfässer für die Reifung, weshalb die Zollpolitik für Produzenten auf beiden Seiten des Atlantiks immer wieder zum Thema wird.

Die Ankündigung enthielt keinen detaillierten Zeitplan für die Umsetzung und auch keine formale regulatorische Sprache. Sie erfolgte als politische Erklärung im Zusammenhang mit dem königlichen Besuch, weckte aber sofort Erwartungen bei Exporteuren, dass Scotch Whisky in US-Läden, Bars und im Duty-free-Bereich wieder eine günstigere Position einnehmen könnte.