21.04.2026
Forscherinnen und Forscher in Italien und in ganz Europa haben ein vierjähriges Projekt gestartet, das darauf abzielt, Emissionen, Abfälle und den Wasserverbrauch in der Weinproduktion zu senken. Die Branche steht unter wachsendem Druck, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, ohne Qualität oder Effizienz einzubüßen.
Das Projekt mit dem Namen BluWine wurde von der Fakultät für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Universität Mailand in Partnerschaft mit Assoenologi vorgestellt. Beteiligt sind 60 Forschende aus neun internationalen Institutionen, darunter Universitäten und Forschungszentren, die an einem EU-finanzierten Programm mit 700.000 Euro im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie Actions Staff Exchange beteiligt sind.
Im Zentrum des Vorhabens steht nach Angaben der Organisatoren die Anwendung der „Blue Economy“ auf den Weinsektor. Daniela Fracassetti, Professorin an der Universität Mailand und Koordinatorin des Projekts, sagte, Ziel sei es, die Weinlieferkette in jeder Phase nachhaltiger zu machen – vom Weinbau bis zur Vinifikation – und zugleich Ressourcen zurückzugewinnen sowie Verwertungsmöglichkeiten für Nebenprodukte zu finden. Das Projekt soll bereits laufende Arbeiten mit neuer Forschung zu Weinbau, Önologie und Rückgewinnung von Abfällen verbinden.
Die Forschenden haben vier zentrale Arbeitsschwerpunkte definiert. Einer davon konzentriert sich darauf, den Chemikalieneinsatz um 30% zu senken, insbesondere Pestizide im Weinberg und Schwefeldioxid bei der Weinbereitung. Dazu gehören Analysen der Genexpression, Technologien der assistierten Evolution, RNA-Interferenz und weitere Werkzeuge. Ein weiteres Ziel ist es, den Ethanolgehalt durch den Einsatz von Nicht-Saccharomyces-Hefen und neue Produktionsmethoden zu senken.
Zudem soll das Projekt die Kohlendioxidemissionen aus der Gärung verringern, indem bis zu 80% des Gases für den Algenanbau und die Karbonisierung von Getränken wiederverwendet werden. In einem weiteren Bereich wollen die Forschenden den Verbrauch von Frischwasser durch grüne Reinigungssysteme für Kellereibetriebe halbieren.
Ein vierter Forschungsschwerpunkt gilt dem Trester, dem festen Rückstand nach dem Pressen der Trauben. Das Team will 60% dieses Materials zurückgewinnen, indem bioaktive Verbindungen extrahiert werden, die in Nahrungsergänzungsmitteln, Lebensmitteln und Kosmetika eingesetzt werden könnten. Der Trester könnte auch in der Weinbereitung wiederverwendet werden, um die Produktion zu diversifizieren und aromatische Profile in Trauben sowie in Verschnitten mit schwächerer Aromatik zu stärken. Außerdem untersuchen die Forschenden, ob er sich in Biostimulanzien für die Nährstoffversorgung im Weinberg umwandeln lässt, die die Phenolproduktion und Aromavorstufen beeinflussen.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen hat dieses Ziel bereits das Interesse von Unternehmen aus der Pharma- und Kosmetikbranche geweckt. Geplant ist außerdem, die bei Analysen eingesetzten chemischen Verbindungen um bis zu 10% zu reduzieren und die ökologischen wie wirtschaftlichen Auswirkungen jeder vorgeschlagenen Innovation zu messen.
Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt; Forschende sagen jedoch, dass einige Weingüter Teile davon früher übernehmen könnten, wenn sich die Methoden als praktikabel erweisen.
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