Trump-Regierung beginnt mit Rückerstattungen illegaler Zölle

21.04.2026

Importeure könnten Milliarden zurückerhalten, nachdem der Supreme Court die Abgaben auf Wein und andere Waren gekippt hat.

Die Trump-Regierung hat damit begonnen, Rückerstattungen für Einfuhrzölle zu bearbeiten, die der Oberste Gerichtshof der USA im Februar für rechtswidrig erklärt hatte. Damit öffnet sich die Tür für eine mögliche Auszahlung von 160 Milliarden Dollar über alle betroffenen Waren hinweg, wie Thomson Reuters unter Berufung auf Berichte und Schätzungen von Handelsverbänden meldet. Der Schritt erfolgt, nachdem Zölle auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act Wein und andere importierte Produkte hart getroffen haben, darunter auch italienische Weinlieferungen in die Vereinigten Staaten.

Für Italiens Weinsektor haben die Abgaben bereits spürbare Folgen. Die Exporte in die USA schlossen 2025 bei 1,75 Milliarden Euro, ein Minus von 9,1 % gegenüber 2024, und im Januar 2026 wurde erneut ein Rückgang um 35 % gegenüber Januar 2025 verzeichnet, wobei dieser Wert durch einen Vorzieheffekt beim Lageraufbau vor möglichen neuen Zöllen verzerrt war. Auch auf amerikanischer Seite des Handels sind die Auswirkungen zu spüren: Die American Association of Wine Economists schätzt, dass die Abgaben 492,2 Millionen Dollar in die Kassen der US-Regierung gespült haben.

Das Rückerstattungsverfahren, bekannt als Consolidated Administration & Processing of Entries oder Cape, soll Importeuren ermöglichen, unter den für ungültig erklärten Zöllen gezahlte Beträge zurückzufordern. Stand 9. April hatten 56.497 Importeure das elektronische Anmeldeverfahren abgeschlossen, das für einen Erstattungsantrag erforderlich ist; das entspricht potenziellen Rückzahlungen von 127 Milliarden Dollar. Insgesamt dürften rund 330.000 Importeure die Abgaben gezahlt haben und möglicherweise Anspruch auf Erstattung haben.

Handelsanwälte und Importeure sagen, das Verfahren sei kompliziert, vor allem für kleinere Unternehmen, denen möglicherweise das Personal oder die Dokumentation fehlt, um es schnell zu bewältigen. Viele Firmen befürchten zudem, dass mögliche Gewinne aus den Rückerstattungen wieder zunichtegemacht werden könnten, falls Präsident Trump seine in den vergangenen Tagen erhobenen neuen Zollandrohungen umsetzt. Analysten zufolge könnten diese Drohungen einen Großteil oder sogar den gesamten Nutzen aus dem Geld ausgleichen, das im Rahmen des aktuellen Rückerstattungsprogramms zurückfließt.