Weintourismus gewinnt in Spanien an Boden

17.04.2026

Weingüter machen Verkostungen und Besuche zu einer wachsenden Einnahmequelle

Der Weintourismus gewinnt in Spanien an Boden, da immer mehr Reisende Trips suchen, die sich um Landschaft, Essen und lokale Kultur drehen – und nicht allein um Wein. Auf der siebten Ausgabe der FINE 2026, einer Weintourismus-Messe in Valladolid, wurde dieser Trend deutlich; Branchenvertreter erklärten dort, der Sektor entwickle sich zu einem der stärksten Besuchermagnete des Landes.

Gestützt wird diese Entwicklung durch Daten aus einem Bericht der Universität Geisenheim auf Basis von mehr als 1.300 Weingütern in 47 Ländern. Demnach bieten bereits 88 % touristische Aktivitäten an, und bei den am weitesten entwickelten Projekten macht der Tourismus im Schnitt 25 % des Umsatzes aus. Diese Zahl verweist auf ein Geschäftsmodell, in dem Besuche, Verkostungen, Veranstaltungen und verwandte Dienstleistungen nicht länger nur Nebenangebote sind, sondern eine relevante Einnahmequelle darstellen.

In Spanien hängt die Attraktivität des Weintourismus auch mit breiteren Reisetrends zusammen. Der gastronomische Tourismus, in dem Wein eine zentrale Rolle spielt, zog 2025 laut den rund um die Veranstaltung präsentierten Informationen fast eine halbe Million internationale Touristen an. Für viele Besucher ist das Weinerlebnis inzwischen Teil einer größeren Reiseroute, zu der regionale Küche, Kulturerbestätten und ländliche Ziele gehören.

Akteure der Branche sagen, die nächste Entwicklungsstufe werde davon abhängen, diese Erlebnisse leichter buchbar und online sichtbarer zu machen. Digitalisierung, Echtzeit-Reservierungen und stärker personalisierte Angebote gehören zu den Prioritäten, während Weingüter und Destinationen versuchen, die Nachfrage von Reisenden zu bedienen, die Authentizität, Nachhaltigkeit und Zugang zu Binnenregionen suchen, die oft abseits von Spaniens wichtigsten Küstenrouten liegen.

Das wachsende Interesse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem spanische Regionen um hochwertigeren Tourismus konkurrieren und die Ausgaben der Besucher über die großen Städte hinaus verteilen wollen. Für Weingüter bedeutet das, Keller, Weinberge und Hospitality-Bereiche so anzupassen, dass sie Gäste ganzjährig empfangen können – bei gleichzeitiger Betonung lokaler Identität und des jeweiligen Ortes.