06.04.2026
Ein französisches Verwaltungsgericht hat die Beschränkungen für die Verwendung von Pestiziden auf Kupferbasis ausgesetzt, nachdem der deutsche Hersteller Cosaco GmbH einen Eilantrag gestellt hatte. Das Unternehmen hatte die Erneuerung der Marktzulassung in Frankreich für mehrere Produkte beantragt, darunter "Funguran Oh", "Funguran-Oh 300 SC", "Kocide Opti" und "Kocide 2000". Diese Produkte enthalten als Wirkstoff Kupferhydroxid, ein Stoff, der von der Europäischen Kommission bis zum 30. Juni 2029 zugelassen ist.
Im Juli 2025 beschloss die französische Agentur für Lebensmittel, Umwelt und Arbeitsschutz (Anses), die Zulassung für 17 kupferhaltige Produkte, darunter auch die der Cosaco GmbH, nicht zu verlängern. Laut Anses hatten die Hersteller es versäumt, die erforderlichen Unterlagen vorzulegen. Die Entscheidung der Behörde sollte im Jahr 2027 in Kraft treten.
Die Cosaco GmbH hat diese Entscheidung in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht in Melun angefochten. Das Gericht setzte die Entscheidung von Anses teilweise aus und begründete dies mit den erheblichen wirtschaftlichen Folgen für den Hersteller und dem starken Rückgang der verfügbaren kupferbasierten Lösungen für die Weinindustrie. In seiner Erklärung stellte das Gericht fest, dass Anses nicht ernsthaft bestreitet, dass die Beendigung der Verwendung dieser Produkte das ohnehin schon begrenzte Angebot an kupferhaltigen Behandlungen für Weinberge verschlechtern würde. Das Gericht betonte auch, dass es derzeit keine zuverlässige Alternative gibt, insbesondere für den ökologischen Landbau.
Kupfer ist nach wie vor das am häufigsten eingesetzte natürliche Molekül zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus, einer hartnäckigen Pilzerkrankung im Weinbau, die in regenreichen Jahren besonders stark auftritt. Anses hatte seine Weigerung, die Zulassungen zu verlängern, damit begründet, dass die verfügbaren Daten schädliche Auswirkungen auf landwirtschaftliche Arbeitnehmer nicht ausschließen. Das Gericht stellte jedoch fest, dass ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Einschätzung bestehen, da sie sich speziell auf die Gesundheit der Weinbauarbeiter bezieht.
Das Gericht wies Anses an, die Anträge auf Marktzulassung dieser Produkte für die Verwendung im Weinbau innerhalb von zwei Monaten zu überprüfen. Die Entscheidung wurde von mehreren Branchenverbänden begrüßt, darunter der Nationale Verband für ökologische Landwirtschaft (Fnab), France Vin Bio und der Nationale Verband der AOC-Weine (CNAOC), die dies als historischen Sieg für den Weinsektor bezeichneten.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen im Zusammenhang mit der Verwendung von Kupfer in der Landwirtschaft. Kupfer ist zwar für die Bekämpfung bestimmter Pflanzenkrankheiten unverzichtbar, doch bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Das Ergebnis der erneuten Überprüfung durch Anses wird sowohl von den Erzeugern als auch von den Regulierungsbehörden in ganz Europa genau beobachtet werden.
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