Vertrauen in Bordeaux-Weine steigt, Branchenführer signalisieren neuen Optimismus

01.04.2026

Eine neue Studie zeigt, dass persönliche Geschichten und das Erbe die Attraktivität des Marktes stärker beeinflussen als technische Werte oder das Alterungspotenzial.

Laut einer neuen Studie des Fachportals Wine Lister zeigt das Vertrauen in Bordeaux-Weine nach einer Zeit der Marktschwierigkeiten Anzeichen der Erholung. Der Bericht mit dem Titel "Bordeaux 2.0" wurde im Vorfeld der Semaine des Primeurs 2026 veröffentlicht, die vom 20. bis 23. April in Bordeaux stattfindet. Für die Studie wurden 134 Spitzenweine aus Bordeaux analysiert und mehr als 70 führende Vertreter der Branche befragt, die mehr als ein Drittel des weltweiten Umsatzes mit edlen Weinen repräsentieren.

Die Studie ergab, dass das Vertrauen in Bordeaux-Weine leicht gestiegen ist, von 5,9 von 10 Punkten im letzten Jahr auf 6,4 Punkte in diesem Jahr. Dies ist auch eine Verbesserung gegenüber dem Wert von 6,2 im Jahr 2024. Von den untersuchten Weinen wiesen nur acht eine negative Stimmung auf, und diese Rückgänge waren minimal. Bei 117 Weinen stieg das Vertrauen, wobei Château Ausone mit +1,5 Punkten den größten Zuwachs verzeichnete.

Die am meisten geschätzten Namen stehen weiterhin an der Spitze der Liste: Petrus erhielt 9,1 von 10 Punkten und Montrose 8,2 Punkte. Weitere führende Châteaux sind Cheval Blanc, Lafite Rothschild, Margaux, Les Carmes Haut-Brion, Haut-Brion, Lafleur, Mouton Rothschild, Le Pin, Château d'Yquem, Ausone, Palmer und Canon.

In der Studie wurde auch untersucht, was das Interesse der Weinfachleute an einem Château gegenüber einem anderen ausmacht. Der wichtigste Faktor ist die Geschichte der Menschen, die hinter dem Weingut stehen (von 42 Befragten genannt), gefolgt von der Klassifizierung innerhalb des Bordeaux (40), der Geschichte und Kontinuität des Unternehmens (39), dem Weinberg oder Terroir (37) und der Produktionsphilosophie oder dem Stil (33). Weniger Befragte nannten Faktoren wie die Vielseitigkeit in Verbindung mit Speisen oder das Alterungspotenzial (18), die Praktiken im Weinberg und die Nachhaltigkeit (14) oder die Bewertungen der Kritiker (5). Nur jeweils ein Befragter nannte das Alter der Flasche oder das Etikettendesign als Schlüsselfaktoren.

Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass persönliche Geschichten und das Erbe heute einen größeren Einfluss auf die Attraktivität von Bordeaux haben als technische Bewertungen oder das Alterungspotenzial. Marketingstrategien, die sich auf erlebnisorientierte Veranstaltungen (35 Antworten) und weintouristische Erfahrungen (33) konzentrieren, werden als am effektivsten für den heutigen Markt angesehen. Klarheit im Weinstil (28) und digitale Kommunikation (27) stehen ebenfalls hoch im Kurs.

Auf die Frage nach den wesentlichen Eigenschaften, die Bordeaux-Weine beibehalten sollten, gaben die Befragten an, dass der klare Ausdruck des Terroirs und der Identität der Appellation (53), die Identität des Jahrgangs (38) und die gleichbleibende Qualität über alle Jahrgänge hinweg (35) am wichtigsten sind. Der Erhalt traditioneller Rebsorten wie Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot war weniger wichtig (23), ebenso wie ein langes Alterungspotenzial (22).

Der Trend geht hin zur Erzeugung von Weinen, die jung genossen werden können (49 Antworten) und einen geringeren Extraktgehalt aufweisen (36), was die veränderten Verbraucherpräferenzen widerspiegelt.

Was die Preisgestaltung angeht, so zeigt die Analyse von Wine Lister, dass es weltweit erhebliche Unterschiede gibt. Die globalen Durchschnittspreise liegen um 45 % über den verfügbaren Mindestpreisen. Angesichts der größeren Preistransparenz werden die Mindestpreise im Vereinigten Königreich jedoch als realistische Widerspiegelung der Marktbasis angesehen.

Der Jahrgang 2021 ist am stärksten vom Preisverfall betroffen, da die Mindestpreise um 27 % unter dem Niveau der En-Primeur-Veröffentlichung liegen. Auch seine globale Wertsteigerung ist mit +14 % schwächer als die des Jahrgangs 2022 (+17 %) und des Jahrgangs 2020 (+27 %). Die jüngeren Jahrgänge 2023 (kürzlich abgefüllt) und 2024 (noch nicht abgefüllt) liegen näher an ihren En-Primeur-Preisen: -4 % bzw. 0 % bei den britischen Mindestpreisen.

Diese Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich Bordeaux auf seine bevorstehende En-Primeur-Kampagne für den Jahrgang 2025 vorbereitet. Die Daten deuten darauf hin, dass der Bordeaux-Rotweinmarkt weltweit zwar weiterhin vor Herausforderungen steht, dass es jedoch Anzeichen für einen neuen Optimismus unter den Fachleuten der Branche gibt und dass sich die Faktoren, die den Wert für Handel und Verbraucher bestimmen, verändern.