27.03.2026
Eine aktuelle Umfrage des Wine Market Council (WMC) hat eine große Herausforderung für die Weinindustrie aufgezeigt: Ein großes Segment amerikanischer Verbraucher, die so genannten "Non-Adopters", entscheiden sich nicht für Wein, hauptsächlich weil sie den Geschmack nicht mögen oder andere alkoholische Getränke vorziehen. Die Ergebnisse wurden von Christian Miller, dem Forschungsdirektor des WMC, während der WMC-Mitgliederversammlung 2026 am 25. März im CIA Copia in der Innenstadt von Napa, Kalifornien, vorgestellt.
Laut der Umfrage gaben 35 % der Nicht-Konsumenten an, dass sie den Geschmack von Wein nicht mögen, während 39 % angaben, dass sie den Geschmack anderer alkoholischer Getränke vorziehen. Diese Meinungen beruhen oft auf nur wenigen Erfahrungen mit Wein. Miller betonte, dass etwa die Hälfte der Nichtbefürworter den Geschmack von Wein einfach nicht mag. Er wies darauf hin, dass diese Gruppe etwa 38 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten repräsentiert, die Bier und Spirituosen trinken, aber nur selten zu Wein greifen.
Der WMC hat in früheren Umfragen ähnliche Antworten erhalten, aber Miller merkte an, dass die Auswirkungen für die Branche jetzt noch dringlicher sind. Die Gewinnung auch nur eines kleinen Teils dieser weinscheuen Verbraucher könnte Millionen von neuen Weintrinkern in die Weinkategorie bringen. Miller gab zu bedenken, dass einige Nicht-Konsumenten durchaus bereit wären, Wein zu trinken, wenn sie einen Wein fänden, der ihren Vorlieben entspräche.
Die Umfrage ergab auch, dass es vielen Verbrauchern schwer fällt, einen Wein auszuwählen, der ihnen schmeckt. Die Komplexität und Vielfalt im Weinregal kann überwältigend sein, und die meisten Menschen haben Schwierigkeiten, anhand des Etiketts vorherzusagen, wie eine Flasche schmecken wird. Nur 11 % der Nicht-Konsumenten gaben an, dass es einfach sei, den Geschmack eines Weins vorherzusagen, während 55 % den Geschmack von Bier und 44 % den von Cocktails auf Spirituosenbasis gut einschätzen können.
Um diese Herausforderungen besser zu verstehen, hat sich WMC mit Quini, einem Forschungsunternehmen für sensorische Daten von Verbrauchern, zusammengetan. Sie befragten fast 400 Personen, die sich selbst als unerfahren oder wenig erfahren im Umgang mit Wein bezeichneten. Die Befragten verkosteten vier Rebsorten sowie eine rote und eine weiße Mischung und bewerteten sie anschließend anhand einer rationalen Skala.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Länge des Abgangs und die Komplexität der Weine ausschlaggebend dafür waren, wie sehr die Teilnehmer sowohl Rot- als auch Weißweine mochten. Die Interaktion zwischen den sensorischen Merkmalen - wie z. B. die Süße, die die Tannine oder die Adstringenz ausgleicht - war wichtiger als jedes einzelne Merkmal für sich. Weine mit hoher Adstringenz und geringer wahrgenommener Süße erhielten von diesen Verbrauchern mit die niedrigsten Bewertungen.
Die Forscher verwendeten einen "Geschmacksstrukturindex", der Tannine und Säure abzüglich Süße und Alkohol kombiniert, um die Vorlieben zu ermitteln. Obwohl sich einige Trends herauskristallisierten, sagte Miller, die wichtigste Erkenntnis sei, dass es wahrscheinlich einen Wein für jeden gibt, es aber für die meisten Menschen zu schwierig ist, einen zu finden, der ihnen gefällt.
Mehr als die Hälfte der Nicht-Konsumenten gab an, dass es schwierig sei, einen Wein auszuwählen, den sie sicher mögen, und viele kritisierten, dass die Etiketten nicht klar beschreiben, wie der Wein schmecken würde. Miller nannte dies ein "Kommunikationsversagen" seitens der Erzeuger und Vermarkter. Er argumentierte, dass es wichtiger sei, die Eigenschaften eines Weins klar zu kommunizieren, als zu versuchen, ein Produkt zu schaffen, das für alle Verbraucher geeignet ist.
Die Umfrage ergab, dass Nicht- und Wenigtrinker positiv auf die Idee reagierten, auf den Rückenetiketten Skalen mit Angaben zu Süße, Tannin oder Säuregehalt anzubringen. Auch die Idee, die Weine nach Geschmacksprofilen oder Gewicht zu gruppieren, anstatt nach traditionellen Kategorien wie Rebsorte oder Region, gefiel ihnen. Speisekombinationen - ein gängiges Verkaufsargument für Wein - wurden von vielen Befragten als zu kompliziert angesehen. Miller schlug vor, den Schwerpunkt von den Speisekombinationen auf die Abstimmung der Weine auf den Anlass oder das Restaurantambiente zu verlagern.
Der vollständige Bericht über die Geschmackspräferenzen der Verbraucher wird im Laufe des Frühjahrs erwartet, gefolgt von einer weiteren sensorischen Analyse in Laborsituationen im Jahr 2026. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine klarere Kommunikation darüber, was in jeder Flasche steckt, dazu beitragen könnte, mehr Amerikaner für die Welt des Weins zu begeistern.
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