26.03.2026
Auf der Wine Paris 2026 sprach Valérie Pajotin, Direktorin von ANIVIN, über das rasante Wachstum der Kategorie "Vin de France" und ihre Auswirkungen auf den französischen und internationalen Weinmarkt. Die 2010 geschaffene Kategorie Vin de France soll den Winzern einen Raum bieten, der frei von den strengen Vorschriften ist, die die traditionellen französischen Weinklassifikationen wie AOP (Appellation d'Origine Protégée) und IGP (Indication Géographique Protégée) definieren. Diese Freiheit hat es den Erzeugern ermöglicht, mit Verschnitten und Stilen zu experimentieren, die nach den alten Systemen nicht möglich waren.
Pajotin erklärte, dass der Kern des Vin de France seine Flexibilität ist. Die Winzer können Rebsorten aus verschiedenen Regionen Frankreichs mischen, ohne durch geografische oder sortenbezogene Beschränkungen eingeschränkt zu sein. Dieser Ansatz hat zu einer breiten Palette innovativer Weine geführt, darunter Orangenweine - Weißweine, die mit verlängertem Hautkontakt hergestellt werden - und "Blouge", ein neuer Stil, der durch die Mischung von weißen und roten Trauben zu einem leichten Rotwein entsteht. Diese Stile sind besonders erfolgreich auf Exportmärkten wie Los Angeles, wo der Blouge ein Bestseller geworden ist, und Japan, wo Orangenweine immer beliebter werden.
Zwar gibt es auf europäischer Ebene einige geringfügige Beschränkungen für bestimmte geschützte Rebsorten, aber Pajotin betonte, dass diese Beschränkungen minimal sind. Die große Mehrheit der Rebsorten kann innerhalb der Kategorie Vin de France frei verwendet werden, was den Winzern einen großen kreativen Spielraum lässt. Dies hat zu einem vielfältigen Angebot an Weinen geführt, die den modernen Verbraucher ansprechen, der nach Originalität und neuen Erfahrungen sucht.
Die Kategorie ist auch zu einer Plattform für natürliche Schaumweine und andere experimentelle Produkte geworden, die nicht in die traditionellen französischen Weinklassifikationen passen. Viele dieser Weine werden inzwischen von Brancheninsidern als "versteckte Perlen" bezeichnet und ziehen die Aufmerksamkeit von Importeuren und Sommeliers weltweit auf sich.
Ursprünglich war Vin de France als Instrument gedacht, das den französischen Erzeugern helfen sollte, mit internationalen Marken auf den Weltmärkten zu konkurrieren. Die Idee war, ihnen die gleiche Flexibilität zu geben, die Erzeuger in Ländern wie Australien oder den Vereinigten Staaten genießen, wo das Mischen von Weinen aus verschiedenen Regionen gängige Praxis ist. Im Laufe der Zeit hat die Kategorie jedoch auch in Frankreich selbst an Zugkraft gewonnen, insbesondere bei jüngeren Verbrauchern, die weniger an traditionellen Bezeichnungen und mehr an Innovationen interessiert sind.
Pajotin stellte fest, dass dieser Wandel die allgemeinen Veränderungen im weltweiten Weinkonsum widerspiegelt. Da die Verbraucher immer abenteuerlustiger und offener für neue Stile werden, stellen Kategorien wie Vin de France einen wichtigen strategischen Vorteil für französische Erzeuger dar, die sich einer zunehmenden Konkurrenz aus dem Ausland gegenübersehen. Die Fähigkeit, einzigartige Mischungen zu kreieren und schnell auf Markttrends zu reagieren, hat dazu beigetragen, Frankreichs Ruf als Innovationsführer im Weinbereich zu erhalten.
Der Erfolg von Vin de France lässt sich an den Exportzahlen ablesen. Die Weine unter diesem Label haben in den letzten zehn Jahren auf wichtigen Märkten wie den Vereinigten Staaten und Japan ein stetiges Wachstum verzeichnet. Nach Angaben von ANIVIN sind die Exporte von Vin de France-Weinen seit 2015 um mehr als 30 % gestiegen, wobei unkonventionelle Sorten wie Orangenwein und Blouge besonders stark nachgefragt wurden.
Die Branchenbeobachter auf der Wine Paris 2026 waren sich einig, dass der Vin de France eine bedeutende Entwicklung in der Art und Weise darstellt, wie französischer Wein produziert und vermarktet wird. Durch die Abschaffung vieler traditioneller Beschränkungen hat die Kategorie neue Möglichkeiten für Kreativität eröffnet und gleichzeitig den französischen Erzeugern geholfen, sich an die veränderten Verbraucherpräferenzen auf der ganzen Welt anzupassen. Da sich die Geschmäcker weltweit weiter entwickeln, wird der Vin de France wahrscheinlich auch weiterhin an der Spitze der Innovation in der Weinindustrie stehen.
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