Friauls führende Weinkonsortien schließen sich in einer bahnbrechenden Partnerschaft zusammen, um ihre globale Präsenz zu stärken

09.03.2026

Collio und Colli Orientali bündeln ihre Kräfte für gemeinsame Kampagnen, da der italienische Weinexport im internationalen Wettbewerb steht

Das Consorzio Friuli Colli Orientali e Ramandolo und das Consorzio Collio, zwei der wichtigsten Weinkonsortien in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens, haben die Gründung einer zeitlich begrenzten Unternehmensvereinigung (Ati) angekündigt, um ihre Gebiete gemeinsam zu fördern. Die Vereinbarung wurde kürzlich in Friaul unterzeichnet und stellt ein neues Kapitel für beide Organisationen dar, die seit langem als führend im Bereich des Schutzes und der Förderung der lokalen Weine anerkannt sind.

Das Gebiet Friaul Colli Orientali ist bekannt für seine große Vielfalt an autochthonen Rebsorten, die sich auf mehr als 2.000 Hektar Weinberge auf den Hügeln gegenüber von Udine erstrecken. In dieser Region wachsen Rebsorten wie Malvasia, Picolit, Pignolo, Refosco dal Peduncolo Rosso, Ribolla Gialla, Schioppettino, Tazzelenghe, Tocai friulano und Verduzzo friulano. Das Collio-Gebiet ist eine der renommiertesten Weißwein-Enklaven Italiens. Die 1.300 Hektar Weinberge sind Teil eines 7.000 Hektar großen Gebiets, das sich halbmondförmig an der Grenze zu Slowenien erstreckt. Der einzigartige "Ponca"-Boden ist ein charakteristisches Merkmal der Hügel des Collio.

Das Consorzio Collio wurde 1964 gegründet und erhielt 1968 den DOC-Status. Das Consorzio Friuli Colli Orientali nahm 1970 seine Arbeit auf. Beide Konsortien haben eine Schlüsselrolle beim Schutz und der Förderung ihrer jeweiligen Region gespielt und gelten als nationale Bezugspunkte für die Weißweinproduktion. Im Laufe der Jahre haben sie sowohl in Italien als auch im Ausland wichtige Initiativen organisiert, um die Bekanntheit ihrer Weine und Gebiete zu steigern.

Mit dieser neuen Vereinbarung werden beide Konsortien ihre individuellen Aktivitäten fortsetzen, aber auch gemeinsame Projekte entwickeln, um ihre Präsenz und Sichtbarkeit zu stärken. Ziel ist es, ihre Erfahrungen und Ressourcen zu bündeln, um ihre Regionen und Weine auf breiterer Ebene besser bekannt zu machen.

Filippo Butussi, Präsident des Consorzio Friuli Colli Orientali e Ramandolo, zeigte sich stolz auf die Vereinbarung. Er sagte, sie ermögliche es beiden Gruppen, mit größerer Kraft zusammenzuarbeiten und nicht nur Ideen, sondern auch organisatorische Ressourcen zu teilen. Butussi betonte, dass sein Konsortium bereit sei, sich zum Wohle des gesamten Sektors voll zu engagieren.

Luca Raccaro, Präsident des Consorzio Collio, schloss sich dieser Begeisterung an. Er wies darauf hin, dass die beiden Gebiete zwar unterschiedliche Identitäten haben, aber auch viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Raccaro sieht in dieser Partnerschaft eine Chance, gezielte Aktionen zu entwickeln, die den Menschen helfen, sowohl die Weine als auch die Landschaften dieser Regionen zu entdecken und zu schätzen.

Stefano Zannier, Regionalrat für Agrar- und Lebensmittelressourcen in Friaul-Julisch-Venetien, bezeichnete die Vereinbarung als einen wichtigen Schritt nach vorn für die territoriale Zusammenarbeit. Er betonte, dass diese Gebiete einen gemeinsamen geografischen und kulturellen Hintergrund haben und zusammenarbeiten können, um ihre einzigartigen Merkmale zu verbessern. Zannier wies auch darauf hin, dass diese Zusammenarbeit eine wirksamere Förderung der Produkte aus diesen Hügeln durch eine integrierte Strategie ermöglichen wird, die Gebiet und Wein miteinander verbindet.

Die Gründung der Ati spiegelt einen wachsenden Trend unter den italienischen Weinregionen wider, ihre Kräfte zu bündeln, um auf den internationalen Märkten besser konkurrieren zu können. Durch die Bündelung von Ressourcen und Fachwissen erhoffen sich die Konsortien mehr Aufmerksamkeit bei Verbrauchern und Fachleuten weltweit.

Die Partnerschaft kommt zu einer Zeit, in der die italienischen Weinexporte mit der zunehmenden Konkurrenz aus anderen Ländern konfrontiert sind. Jüngsten Daten des italienischen Statistikamtes ISTAT zufolge sind die italienischen Weinexporte im vergangenen Jahr um 3 % gestiegen, werden aber von Erzeugern in Frankreich, Spanien und anderen Ländern bedrängt. In diesem Zusammenhang werden regionale Kooperationen wie die zwischen Collio und Colli Orientali als wesentlich angesehen, um Italiens Ruf als führender Weinproduzent zu erhalten.

Beide Konsortien planen, in den kommenden Monaten gemeinsame Werbekampagnen auf den wichtigsten Märkten zu starten. Außerdem werden sie Veranstaltungen für Fachleute und Verbraucher organisieren, um ihre Weine zu präsentieren und die Besonderheiten ihrer Gebiete hervorzuheben.

Die Erzeuger aus beiden Gebieten haben die Initiative begrüßt. Viele sind der Meinung, dass sie durch die Zusammenarbeit neue Zielgruppen erreichen können, ohne ihre individuelle Identität oder Traditionen zu verlieren. Es wird erwartet, dass die Vereinbarung als Modell für andere italienische Weinregionen dienen wird, die ähnliche Partnerschaften in Erwägung ziehen.

Da das weltweite Interesse an italienischen Weinen weiter zunimmt, könnten Kooperationen wie diese in der vielfältigen Weinlandschaft des Landes immer häufiger werden. Im Moment blicken die beiden Vorzeigekonsortien von Friaul-Julisch Venetien mit Optimismus in die Zukunft, da sie sich gemeinsam auf diese neue Reise begeben.