24.02.2026
Das Europäische Parlament hat ein neues Maßnahmenpaket zur Unterstützung von Weinerzeugern in der Europäischen Union verabschiedet. Bei der Abstimmung in Straßburg stimmten 625 Abgeordnete dafür, 15 dagegen und 11 enthielten sich der Stimme. Die Gesetzgebung soll mehrere Herausforderungen angehen, mit denen der Weinsektor konfrontiert ist, darunter der rückläufige Verbrauch, der zunehmende internationale Wettbewerb und die Auswirkungen des Klimawandels.
Zu den Maßnahmen gehören klarere Etikettierungsvorschriften für alkoholfreie Weine. Nur Produkte mit einem Alkoholgehalt von höchstens 0,05 % dürfen künftig den Begriff "alkoholfrei" zusammen mit "0,0 %" auf ihren Etiketten führen. Weine, deren Alkoholgehalt gegenüber der Norm für ihre Kategorie um mindestens 30 % reduziert wurde, müssen den Hinweis "reduzierter Alkoholgehalt" tragen. Diese Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz für die Verbraucher zu schaffen und den Erzeugern zu helfen, ihre Produkte in einem wettbewerbsorientierten Markt zu differenzieren.
Die finanzielle Unterstützung ist ein wesentlicher Bestandteil des Pakets. Die Erzeuger können bis zu 60 % der Kosten für die Expansion in Märkte außerhalb der EU abdecken. Die Mitgliedstaaten können diese Unterstützung mit zusätzlichen 30 % für kleine und mittlere Unternehmen und mit bis zu 20 % für größere Unternehmen ergänzen. Die Gesetzgebung führt auch eine neue Finanzierung für Weintourismusinitiativen ein, die bis zu neun Jahre lang durch verlängerbare Dreijahreszeiträume unterstützt werden können. Zu den förderfähigen Aktivitäten gehören Werbekampagnen, Veranstaltungen, Ausstellungen und Branchenstudien.
Als Reaktion auf Naturkatastrophen und extreme Wetterereignisse können Winzer finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 80 % der förderfähigen Kosten erhalten. Die Rechtsvorschriften ermöglichen auch die Verwendung von EU-Mitteln für die "Rodung", d. h. die dauerhafte Entfernung von Rebstöcken, um das Produktionsniveau bei Bedarf zu stabilisieren. Die nationale Unterstützung für die Weindestillation und die grüne Weinlese ist auf 25 % des Weinsektors eines jeden Mitgliedstaats begrenzt.
Mitglieder des Europäischen Parlaments aus verschiedenen Fraktionen haben ihre Unterstützung für die Maßnahmen zum Ausdruck gebracht. Esther Herranz García, Berichterstatterin für den Text aus der spanischen EVP-Fraktion, sagte, Europa gebe konkrete Antworten auf die Herausforderungen, mit denen die Erzeuger in verschiedenen Regionen konfrontiert seien. Salvatore De Meo, italienischer Abgeordneter und Mitglied des Landwirtschaftsausschusses, hob hervor, dass die Vereinbarung den italienischen Erzeugern Instrumente an die Hand gebe, um dem sinkenden Verbrauch und dem internationalen Marktdruck zu begegnen.
Camilla Laureti, Abgeordnete der Demokratischen Partei Italiens im Europäischen Parlament und Leiterin der Abteilung Agrarpolitik, wies darauf hin, dass Wein der drittgrößte Agrarexportsektor der EU ist, mit einer durchschnittlichen Produktion von 157 Millionen Hektolitern und 2,9 Millionen Arbeitsplätzen. Sie betonte, dass die neuen Vorschriften mehr Sicherheit in Bezug auf Genehmigungen und Krisenmanagement bieten und gleichzeitig die Kennzeichnungsvorschriften vereinfachen.
Cristina Guarda, Abgeordnete der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied des Landwirtschaftsausschusses, wies darauf hin, dass die Maßnahmen eine Antwort auf eine tiefe Krise des Sektors seien, die durch Überproduktion, rückläufigen Verbrauch und Klimawandel verursacht werde. Sie sagte, dass ihre Fraktion die Bestimmungen unterstütze, die eine Aussetzung von Neuanpflanzungsrechten im Falle eines ernsthaften Marktungleichgewichts ermöglichen.
Der nächste Schritt ist die formelle Annahme durch den Rat der Europäischen Union vor der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU. Eine Einigung mit dem Rat wurde im Dezember erzielt, so dass eine endgültige Verabschiedung in den kommenden Wochen wahrscheinlich ist. Es wird erwartet, dass diese Maßnahmen nach ihrer Verabschiedung die Weinerzeuger in ganz Europa bei der Anpassung an die sich verändernden Marktbedingungen und die ökologischen Herausforderungen erheblich unterstützen werden.
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