Weinindustrie stellt erste globale Daten über die Bemühungen zur Kohlenstoffbindung im Boden vor

04.02.2026

Neuer Bericht beleuchtet die Auswirkungen des regenerativen Weinbaus auf das Klima und bietet einen wissenschaftlich fundierten Maßstab für Weinberge in Europa und Amerika

Die International Wineries for Climate Action (IWCA) hat ihre erste globale Zusammenstellung von Projekten zur Bindung von organischem Kohlenstoff im Boden (SOC) veröffentlicht und damit einen wichtigen Schritt für die Klimaschutzbemühungen der Weinindustrie gemacht. Die Ankündigung erfolgte auf der Barcelona Wine Week, einer der führenden Weinhandelsveranstaltungen in Europa. Die Zusammenstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Porto Protocol Foundation, der Association of Regenerative Viticulture und der Regenerative Viticulture Foundation entwickelt.

Der neue Bericht enthält Daten aus sechzehn SOC-Sequestrierungsprojekten, die von zwölf Weingütern in Europa und Amerika durchgeführt wurden. Diese Projekte repräsentieren einige der bekanntesten Weinregionen, darunter Chile, Mexiko, Frankreich, Spanien und die Vereinigten Staaten. Zu den teilnehmenden Weingütern gehören Concha y Toro, Don Melchor, Miguel Torres Chile in Chile, Clos de Tres Cantos Vineyards in Mexiko, Domaine Lafage in Frankreich, Alma Carraovejas, Familia Torres, Jean Leon, Can Feixes und Clos Mogador in Spanien sowie Archery Group, Chamisal Vineyards, Jackson Family Wines, Paicines Ranch Vineyard, Pine Ridge Vineyards in Kalifornien und Dodon Vineyards in Maryland.

Die Zusammenstellung ist die erste vergleichende Analyse ihrer Art für den Weinsektor. Sie konzentriert sich auf Projekte mit abgeschlossenen oder fast abgeschlossenen Ergebnissen, um Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit zu gewährleisten. Nach Angaben der IWCA sollen in künftigen Ausgaben weitere Weingüter einbezogen werden, wenn ihre eigenen SOC-Projekte ausgereift sind.

Die SOC-Sequestrierung wird zunehmend als Schlüsselstrategie zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Weinberge gegenüber dem Klimawandel anerkannt. Bislang fehlte es der Weinindustrie jedoch an standardisierten Methoden und konsensbasierten Ansätzen, die für eine internationale Validierung und Integration in die Kohlenstoffbilanzierungssysteme von Unternehmen erforderlich sind. Die neue Initiative der IWCA schließt diese Lücke, indem sie eine gemeinsame Berichtsvorlage und eine standardisierte Struktur für alle teilnehmenden Weingüter bereitstellt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Zusammenstellung zeigen ein starkes Engagement von Weingütern bei der Messung und Erhöhung des Bodenkohlenstoffs als Teil ihrer Klimaschutzstrategien. Die Daten zeigen durchweg positive oder neutrale Trends bei den SOC-Werten unter regenerativen Weinbergsbewirtschaftungsmethoden. Dies unterstützt die Idee, dass regenerativer Weinbau dazu beitragen kann, Weinberge in effektive Kohlenstoffsenken zu verwandeln und gleichzeitig die Bodengesundheit zu verbessern.

Die Ergebnisse wurden auf einer Podiumsdiskussion während der Barcelona Wine Week erörtert, an der Mireia Torres Maczassek von Familia Torres, Eva Navascués von Alma Carraovejas, Josep María Ribas von Familia Torres und IWCA, Anna Velázquez als Vertreterin der Association of Regenerative Viticulture und Antoine Lespès von Domaine Lafage teilnahmen.

Durch die Festlegung einer Basislinie für den Vergleich zwischen verschiedenen Regionen und Methoden will IWCA einen wissenschaftlich fundierten Maßstab für die SOC-Bindung im Weinsektor schaffen. Die Organisation hofft, dass dies den Wissensaustausch zwischen Weingütern auf der ganzen Welt erleichtern und eine Angleichung der Berechnungsmethoden für den SOC-Wert unterstützen wird. Letztendlich möchte IWCA den Übergang zu nachhaltigeren und klimaresilienteren Weinbaupraktiken beschleunigen.

IWCA ist ein Zusammenschluss von Weinerzeugern aus 15 Ländern, die etwa 3,5 % der weltweiten Weinproduktion repräsentieren. Die Gruppe setzt sich für Emissionsreduzierungen in der gesamten Branche ein, und ihre Zertifizierung wird von Einzelhändlern und Fachleuten weltweit als Zeichen des Engagements für die Dekarbonisierung anerkannt. Mit dieser neuen Zusammenstellung will die IWCA eine Führungsrolle im Bereich des Klimaschutzes innerhalb der globalen Weingemeinschaft übernehmen.