WHO drängt Regierungen, die Alkoholsteuern weltweit zu erhöhen

15.01.2026

Niedrige und stagnierende Steuern machen Alkohol immer erschwinglicher, was Gesundheitsrisiken fördert und die öffentlichen Gesundheitssysteme weltweit belastet, wie neue Berichte zeigen

Die Weltgesundheitsorganisation drängt die Regierungen weltweit, die Steuern auf alkoholische Getränke zu erhöhen, da Alkohol in vielen Ländern erschwinglicher geworden ist. In zwei Berichten, die diese Woche veröffentlicht wurden, erklärte die Organisation, dass die derzeitigen Steuersätze nicht mit der Inflation oder den steigenden Einkommen Schritt gehalten haben, so dass es für die Menschen einfacher geworden ist, Alkohol zu kaufen. Dieser Trend trägt nach Ansicht der WHO zu einem höheren Konsum und einer Zunahme von Gesundheitsproblemen wie nicht übertragbaren Krankheiten, Verletzungen und Gewalt bei.

Aus den Berichten geht hervor, dass 167 Länder derzeit irgendeine Form von Steuern auf Alkohol erheben. Die WHO stellte jedoch fest, dass diese Steuern oft zu niedrig sind, um einen nennenswerten Einfluss auf die Preise zu haben. Im Durchschnitt machen die Steuern etwa 14 Prozent des Bierpreises und 22,5 Prozent des Preises für Spirituosen aus. Wein wird in mindestens 25 Ländern nicht besteuert, die meisten davon in Europa.

Die Organisation wies auch darauf hin, dass nur wenige Regierungen die Alkoholsteuern regelmäßig an die Inflation anpassen. Infolgedessen sind die realen Kosten für Alkohol in vielen Ländern seit 2022 gesunken. Dies macht es den Menschen leichter, mehr Alkohol zu kaufen, was zu erhöhten Gesundheitsrisiken und sozialen Problemen führen kann.

Die Forderung nach höheren Steuern ist Teil der WHO-Initiative "3 by 35", die im vergangenen Jahr angekündigt wurde. Ziel ist es, die realen Preise für Alkohol, Tabak und zuckerhaltige Getränke bis 2035 zu erhöhen. Die Agentur argumentiert, dass eine Erhöhung der Steuern auf diese Produkte nicht nur den schädlichen Konsum reduzieren, sondern auch dringend benötigte Einnahmen für die finanziell belasteten Gesundheitssysteme bringen würde.

Die Empfehlungen der WHO kommen in einer Zeit, in der viele Länder mit wachsenden Problemen der öffentlichen Gesundheit im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum konfrontiert sind. Eine stärkere Steuerpolitik könnte den Regierungen helfen, diese Probleme anzugehen und gleichzeitig ihre Haushalte zu entlasten, so die WHO. Sie fordert die politischen Entscheidungsträger auf, ihre derzeitigen Steuerstrukturen zu überprüfen und regelmäßige Anpassungen an die Inflation in Betracht zu ziehen.

Zwar haben einige Regierungen in den letzten Jahren Schritte zur Erhöhung der Alkoholsteuern unternommen, doch die WHO berichtet, dass die Fortschritte langsam und uneinheitlich waren. Die Organisation fordert eine besser koordinierte globale Anstrengung, um sicherzustellen, dass die Alkoholpreise die tatsächlichen sozialen und gesundheitlichen Kosten widerspiegeln. Sie sagt, dass ohne Maßnahmen die Erschwinglichkeit von Alkohol weiter ansteigen wird, wodurch mehr Menschen gefährdet werden und der Druck auf die Gesundheitsdienste in der ganzen Welt zunimmt.