Italien sichert Schutz für 58 Lebensmittelprodukte im Mercosur-Abkommen, da die Genfer Akte die Schutzmaßnahmen für geografische Angaben erweitert

07.01.2026

Neuer internationaler Rahmen erweitert italienische und europäische geografische Angaben und eröffnet Exportchancen inmitten der globalen Marktunsicherheit

Am 7. Januar 2026 hat Italien einen wichtigen Schritt zum Schutz geografischer Angaben (g.A.) gemacht, sowohl für seine eigenen Produkte als auch für solche aus ganz Europa. Das italienische Parlament hat die Ratifizierung der Genfer Akte abgeschlossen, eine wichtige Aktualisierung des Lissabonner Abkommens über Ursprungsbezeichnungen und geografische Angaben. Dieser Schritt erfolgt nach zehn Jahren Wartezeit und erweitert den Schutz, der zuvor geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.) vorbehalten war, auf geschützte geografische Angaben (g.g.A.). Die Genfer Akte, die im Mai 2015 von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) verabschiedet wurde, hat nun 44 Vertragsparteien. Sie modernisiert das internationale System zum Schutz geografischer Angaben und erweitert seinen Geltungsbereich, so dass nicht nur vergleichbare Produkte, sondern auch Dienstleistungen und alle Formen des Missbrauchs, einschließlich Nachahmung und widerrechtliche Aneignung, erfasst werden.

Origin Italia, der wichtigste Verband, der die italienischen geografischen Angaben vertritt und von Cesare Baldrighi geleitet wird, hob hervor, dass mit dieser Ratifizierung eine größere Flexibilität bei den Antragsverfahren eingeführt und die geografische Reichweite des Schutzes erweitert wird. Zum ersten Mal können zwischenstaatliche Organisationen wie die Europäische Union dem System direkt beitreten. Einzelne EU-Länder, die bereits Teil des Lissabonner Abkommens sind, wie z. B. Italien, werden in der Lage sein, den früheren Schutz ihrer g. U. unter diesem neuen Rahmen beizubehalten.

Am selben Tag kündigte der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida auf einer Sitzung des EU-Rates für Landwirtschaft und Fischerei (Agrifish) die Unterstützung der Europäischen Union für das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay an. Das Agrarkapitel dieses Abkommens war einer der umstrittensten Punkte des Abkommens. Die europäischen Erzeuger fordern seit langem strenge Schutzmaßnahmen und gegenseitige Standards als Voraussetzung für die Öffnung der Märkte für südamerikanische Waren. Die politische Einigung über das EU-Mercosur-Abkommen sollte Ende 2024 erzielt werden, wurde jedoch im vergangenen Dezember aufgrund von Bedenken mehrerer Mitgliedstaaten hinsichtlich der Durchsetzung und der Gegenseitigkeit auf Eis gelegt.

Mit der Unterstützung Italiens kommen die Verhandlungen nun zum Abschluss. Das Abkommen sichert die Anerkennung und den Schutz von 58 italienischen geografischen Angaben in den Mercosur-Ländern - darunter 26 Lebensmittel - sowie von insgesamt 347 europäischen geografischen Angaben. Dies wird in einer Zeit, in der die traditionellen Märkte mit Unsicherheiten konfrontiert sind, als eine wichtige kommerzielle Chance angesehen. Italienische Agrar- und Lebensmittelprodukte werden neue Exportmöglichkeiten und eine bessere internationale Anerkennung erhalten.

Origin Italia unterstrich seine Rolle bei der Förderung dieser Veränderungen und betonte die Notwendigkeit sowohl multilateraler als auch bilateraler Instrumente zur Unterstützung von Exporten und zur Gewährleistung eines wirksamen Schutzes für g.U. und g.g.A.. Die Organisation wies auch auf die anhaltenden Herausforderungen von außerhalb Europas hin, insbesondere durch die Politik der USA, die mitunter versucht, den Schutz der geografischen Angaben zu schwächen.

Cesare Baldrighi lobte sowohl die italienische Regierung als auch das Parlament für ihr Engagement für diese Maßnahmen. Er bezeichnete sie als entscheidende Schritte zur Stärkung des Schutzes von geografischen Angaben und als klares Signal gegen protektionistische Maßnahmen, die etablierte Systeme untergraben könnten. Laut Baldrighi zeigen diese Entwicklungen, dass Italien die potenziellen Vorteile für seinen hochwertigen Lebensmittelsektor erkannt hat und seine Führungsrolle bei der weltweiten Förderung der geografischen Werte untermauert.