Vandalen zerstören experimentelle Reben in Italien inmitten von GVO-Verwirrungen

27.02.2025

Chardonnay-Reben, die mit Hilfe der assistierten Evolution gezüchtet wurden, werden angegriffen; Forscher stellen klar, dass es sich nicht um genetisch veränderte Organismen handelt. Untersuchung läuft.

In Norditalien haben Vandalen experimentelle Chardonnay-Rebstöcke zerstört, die mit Hilfe von Techniken der "assistierten Evolution" entwickelt wurden. Diese von der Universität Verona untersuchten Rebstöcke wurden in San Floriano di Valpolicella entwurzelt. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar. Die Vandalen hatten es auf 10 kleine Pflanzen abgesehen, darunter fünf Versuchs- und fünf Kontrollreben. Das Motiv ist nach wie vor unklar, aber es gibt Spekulationen, dass sich der Angriff gegen gentechnisch veränderte Organismen (GVO) gerichtet haben könnte. Auf einem Schild am Standort, das vom Minister für Umwelt und Energiesicherheit am 5. September 2024 genehmigt wurde, ist von GVO die Rede, was zu Verwirrung geführt haben könnte.

Die Forscher stellten klar, dass es sich bei den Reben nicht um GVO handelt, sondern um die Technologie der "assistierten Evolution" (AET). Diese Methode zielt darauf ab, krankheitsresistente Reben zu züchten, um den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren. Professor Mario Pezzotti von der Abteilung für Biotechnologie der Universität Verona erklärte, dass die AET auf gezielten Mutationen beruht, die den natürlichen Prozessen ähneln. Die fünf Chardonnay-Pflanzen wurden so verändert, dass sie gegen den Falschen Mehltau resistent sind. Pezzotti äußerte sich besorgt über die Zerstörung und merkte an, dass sich manche Menschen gegen solche Innovationen wehren, ohne sie zu verstehen.

Die Beschilderung des Weinguts, die nach italienischem Recht vorgeschrieben ist, enthält einen Hinweis auf GVO, den Pezzotti als irreführend, aber unveränderbar bezeichnete. Das Experiment wurde vom italienischen Landwirtschaftsministerium genehmigt und mit öffentlichen Mitteln finanziert. Eine Untersuchung ist im Gange, um die Verantwortlichen für den Vandalismus zu finden.

Berufsverbände haben den Angriff verurteilt. Eugenio Tassinari, Präsident des italienischen Saatgutverbandes Assosementi, bezeichnete ihn als Angriff auf die Arbeit der Forscher und den italienischen Agrar- und Ernährungssektor. Garlich von Essen, Generalsekretär von Euroseeds, betonte, dass wissenschaftsbasierte Innovation nicht durch Angst oder Ideologie behindert werden dürfe. Der Vorfall verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen Forscher konfrontiert sind, wenn sie die Agrartechnologie gegen das Unverständnis und den Widerstand der Öffentlichkeit vorantreiben wollen.