08.08.2024
In den letzten Jahren hatte sich Südkorea als vielversprechendes Ziel für die globale Weinindustrie erwiesen, mit einem stetig wachsenden Markt, der die Aufmerksamkeit von Erzeugern aus aller Welt auf sich zog. Im Jahr 2023 war jedoch ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, der Anlass zur Sorge über die zukünftige Entwicklung dieses einst boomenden Marktes gab. Nach Angaben des IWSR ist der Verbrauch von stillen Weinen in Südkorea im Jahr 2023 um 25 % gesunken, was in krassem Gegensatz zu dem im Jahr 2022 beobachteten Rückgang um 10 % steht. Dieser starke Rückgang signalisiert eine beunruhigende Veränderung auf einem Markt, der zuvor ein stetiges Wachstum verzeichnet hatte.
Zwischen 2016 und 2021 verzeichnete Südkorea eine bemerkenswerte Verdoppelung des Verbrauchs von Schaumweinen, und bis 2021 hatte sich der Markt für stille Weine im Vergleich zu 2008 mehr als verdoppelt. Diese Zahlen zeichnen das Bild eines Marktes im Aufschwung, in dem die südkoreanischen Verbraucher Wein zunehmend als anspruchsvolles Getränk ihrer Wahl betrachten. Doch im Jahr 2023 zeichnet sich eine beunruhigende Wende ab. Der Schaumweinkonsum, der 2022 noch um 21 % zugenommen hatte, wird 2023 um 16 % sinken. Dieser Abwärtstrend steht in krassem Gegensatz zu den Vorjahren, in denen Schaumweine, insbesondere Champagner, den südkoreanischen Markt erobert hatten. Zwar stieg das Champagnervolumen im Jahr 2023 um 10 %, doch reichte dieser Anstieg nicht aus, um die allgemeinen Rückgänge in anderen Schaumweinkategorien wie Cava und Prosecco auszugleichen.
Mehrere wirtschaftliche und soziale Faktoren haben zu diesem Rückgang beigetragen. Nach Angaben des südkoreanischen Zolls verringerte das Land seine Weineinfuhren in der ersten Hälfte des Jahres 2024 um fast 20 % und verzeichnete damit die schlechteste Entwicklung in den letzten vier Jahren. Das Gesamtimportvolumen betrug in diesem Zeitraum 26 Millionen Liter im Wert von 207 Millionen Euro. Darüber hinaus sank der Durchschnittspreis der Einfuhren um 1,6 % und lag bei 7,97 Euro pro Liter. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Ende 2023 begonnene Verlangsamung bis ins Jahr 2024 anhält und sich die Aussichten für einen Markt, der einst zu den am schnellsten wachsenden Märkten weltweit gehörte, weiter eintrüben.
Für die Weinproduzenten galt Südkorea als ein Schlüsselmarkt für die Expansion in Asien, wobei die Importe traditionell von chilenischen, französischen und italienischen Weinen dominiert werden. Der starke Rückgang der Importe unterstreicht jedoch die Herausforderungen, vor denen dieser Markt jetzt steht. Interessanterweise war Neuseeland der einzige unter den zehn größten Anbietern, der in der ersten Hälfte des Jahres 2024 einen Wertzuwachs verzeichnete, was den weit verbreiteten Charakter des Rückgangs der Weinimporte insgesamt unterstreicht.
Die Marktanalysten von IWSR haben mehrere Gründe für den Rückgang des Verbrauchs von stillem Wein genannt. Steigende Preise und eine Marktsättigung sind wichtige Faktoren, die die Nachfrage dämpfen. Obwohl der Inlandsverbrauch nach wie vor die wichtigste Triebkraft für den Weinabsatz in Südkorea ist, hat die Häufigkeit des Weinkonsums abgenommen, was zu einem allgemeinen Rückgang des Verbrauchs geführt hat. Während der Pandemie hatten die Sperrungen den Weinkonsum vorübergehend angekurbelt, da die Menschen Trost im häuslichen Genuss suchten. Mit der Lockerung der Beschränkungen im Jahr 2022 erlitt der Absatz jedoch einen schweren Rückschlag.
Die Situation im Schaumweinsektor war unbeständiger. Trotz des allgemeinen Verbrauchsrückgangs ist Champagner nach wie vor beliebt, vor allem im Zusammenhang mit dem pulsierenden Nachtleben und der modernen kulinarischen Szene Südkoreas. Laut IWSR haben die hohen Gewinnspannen, die mit Champagner verbunden sind, es Freizeitanbietern und Markeninhabern ermöglicht, stark in Werbeaktionen zu investieren, was dazu beigetragen hat, die Nachfrage selbst in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld aufrechtzuerhalten.
Nach Ansicht der Analysten von Vinexpo Hongkong hat der Premiumweinsektor jedoch noch Potenzial. Die Nachfrage nach ikonischen Luxusweinen und Fassweinen hat sich als widerstandsfähiger erwiesen, was darauf hindeutet, dass diese Segmente Chancen für Erzeuger bieten könnten, die auf dem südkoreanischen Markt Fuß fassen wollen. Selbst angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen gibt ein Drittel der Weintrinker in Südkorea an, im vergangenen Jahr mehr Wein getrunken zu haben, wobei die Generation Z und die Millennials diesen Anstieg anführen. Der Wunsch, mit Wein zu experimentieren, der als anspruchsvolles und modisches Produkt gilt, ist bei den jüngeren Verbrauchern trotz Inflationsdruck und steigender Kosten nach wie vor groß.
Mit Blick auf die Zukunft steht der südkoreanische Weinmarkt vor einer Reihe von komplexen Herausforderungen. Während der jüngste Abschwung zweifellos das Vertrauen erschüttert hat, gibt es immer noch Chancen, insbesondere im Premium- und Luxussegment. Für Produzenten und Exporteure wird es entscheidend sein, die sich verändernde Dynamik des Verbraucherverhaltens in Südkorea zu verstehen, um sich in dieser unsicheren Landschaft zurechtzufinden.
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